Ferienspaß mit Gipsverband: Gaffenberg-Freizeit kommt bei den Kindern an
Erschöpft, aber glücklich: Auf dem Gaffenberg wird gespielt, gesungen, gefeiert. Klappt bei der großen Kinderfreizeit nach der pandemiebedingten Pause noch alles?

Die Kinderfreizeiten auf dem Gaffenberg sind beliebt. Nach zwei Jahren coronabedingter Pause können die Mädchen und Jungen in diesem Jahr wieder zweimal zwei spannende Wochen erleben. Morgens geht es mit Sonderbussen auf den Berg und abends wieder nach Hause. Der erste Durchgang endet an diesem Samstag. Und die Organisatoren ziehen ein positives Fazit.
Mit einer spannenden Geschichte wird Luisa an diesem Tag von ihrer Gaffenberg-Freizeit nach Hause kommen. Sie wird erzählen, wie sie vom Baum stürzte und auf einen Stock fiel. Zum Glück ist das aber wirklich nur eine Geschichte. Der Gips am Arm des Mädchens stammt vom Programm mit Tante Julia (Kohler) und Onkel Jos (Allinger).
Das Warten als Herausforderung
Diese hatten für ihre 18 Kinder der Gruppe 31 im Alter zwischen sieben und neun Jahren das Thema "Gipsen" ausgewählt. Dafür hatten sich die "Flamingos" eine Hütte am Rande des sehr weitläufigen Geländes ausgesucht, eine Box mit Gipsbinden und eine Schüssel Wasser mitgenommen. Jeweils in Zweiergruppen wurden Hände, Arme oder Beine mit den portionierten Binden abgedeckt, dann wurde der Verband gewässert, und dann musste er in Ruhe trocknen, was für die umtriebigen Mädchen und Jungen eine Herausforderung war.
Zwischendrin wurde eine Hütte weiter oben schon das "Material" für die große Party ausgegeben: Bananen-Kirsch-Saft, Chips aus der großen Schüssel und weitere Leckereien. Die zehnjährige Bo lobte den Drink, und die Kartoffelchips "sind ohnehin klasse". Einige Unentwegte spielten noch immer auf dem Trampolin, das zwar in der Sonne stand, aber mit fünf Mitspringern einfach Spaß machte.
Kartenspiele in der Mittagspause
Nach einer zweistündigen Mittagspause, in der ein Kartenspiel - meist Quartett - für etwas Ruhe unter den 960 Teilnehmern der ersten zwei Freizeitwochen sorgen soll, hatte das Nachmittagsprogramm mit dem Trompetensignal des Obersheriffs begonnen. Oberonkelin Stefanie Kress, die Evangelische Jugendpfarrerin, begleitete einige Gruppen. Sie trägt die ungewöhnliche Bezeichnung, weil es erst seit 2014 eine weibliche Leitung hier oben gibt und die Position der Obertante schon besetzt war.
Nach zwei Jahren Notprogramm war Stefanie Kress sich nicht sicher, "ob wir das noch können". Nach zehn von zwölf Tagen zieht sie ein positives Fazit. "Wir hatten große Angst vor dem Virus, nach den hohen Inzidenzen hätte ein größerer Ausbruch vieles zerstört." Aber es lief, bis auf ganz wenige Ausnahmen, gut, die Gruppen konnten jeden Tag draußen sein, was in den vorangegangenen fünf von ihr geleiteten Freizeiten selten so war. Ihre größte Aufgabe war diesmal, bei Lieferschwierigkeiten von Lebensmitteln Ersatz zu besorgen, denn wenn für mehr als 1000 Menschen gekocht wird, kann man nicht schnell mal im Supermarkt nachkaufen.
Zwei Betreuer pro Gruppe
Die Situation mit den Helfern sieht sie recht entspannt. 42 neue Betreuer standen bereit, nur die Verlegung von Hochschulprüfungen mancher Helfer in den August bleibt für sie hoffentlich kein Trend.
Insgesamt kümmern sich 100 Betreuer um die Kinder, zwei pro Gruppe, wenn Kinder mit Handicap dabei sind, auch mal drei. Die Oberonkelin freut sich natürlich über lobende Anrufe von Eltern: "Meine Kinder kommen total erschöpft, aber glücklich heim!"
Dann ist langsam Zeit fürs Singen und Erzählen. Beim Tagesabschluss gegen 16 Uhr sammeln sich die Gruppen an drei Orten im Gelände. Bei den Kleinen sind die silbernen Esel dabei. Sie kommen mit der Gitarre und singen nach der Melodie des goldenen Reiters: "Hey, hey wir sind die silbernen Esel, wir sind vom Gaffenberg", und schnell stimmen die gut 200 Kinder und ihre Onkel und Tanten mit ein.
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