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Entspannte Ruhe auf dem ehemaligen Buga-Gelände

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Momentaufnahme am Samstagnachmittag auf dem Areal in Heilbronn: Die Besucher halten sich an die Abstandsregeln. Die Polizei stellt bei ihren Kontrollen nur wenig Verstöße fest. Auf den Grünflächen ist Verweilen verboten.


Die rot-weißen Absperrbänder flattern im lauen Lüftchen. Sie grenzen die Bereiche ab, die nicht genutzt werden dürfen: die Spielplätze zum Beispiel. An Holzpfosten sind weitere Verbote und Verhaltensregeln angeschlagen. Eine Momentaufnahme am Samstagnachmittag auf dem ehemaligen Buga-Gelände in Heilbronn zeigt, dass es wenig zu beanstanden gibt.

Die Stadt hat nach den Rückbauarbeiten zu Ostern weitere Flächen für die Öffentlichkeit frei gegeben, die Zufahrt für Nicht-Anlieger allerdings gesperrt. Da sich gefühlt mehr Wasservögel im Neckar und in den beiden künstlichen Seen tummeln als Besucher auf dem Areal, besteht kaum Gefahr, dass sich Radler, Spaziergänger, Jogger und Skateboardfahrer in die Quere kommen. Den Corona-Verordnungen ist Genüge getan.

„Hallo, wir müssen Sie leider bitten, aufzustehen“, wendet sich der Bereitschaftspolizist an ein Pärchen, das es sich unter einem Baum am Neckar gemütlich gemacht hat. Die Grünflächen sind tabu fürs Verweilen. Auch ein junger Mann, der sich ins Gras gelegt hat und eine Zigarette raucht, muss weichen. Auf einem Fleckchen Grün bei der Wassertreppe sonnt sich ein anderes Pärchen auf einer Decke. Auch dieses wird von den Polizisten, die mit einigen Streifen das Gelände kontrollieren, angesprochen. „Die Bürger halten sich an die Regeln“, beobachtet einer der Bereitschaftspolizisten. Spätestens nach der Ansprache seien die Leute sehr einsichtig. Alles verlaufe problemlos.

Der Polizeipräsident fährt die Hotspots persönlich ab

Davon kann sich auch Polizeipräsident Hans Becker überzeugen. Die allermeisten Leute hielten sich an die Vorgaben. „Das macht uns die Arbeit leichter.“ Becker macht am Samstag Halt an den Hotspots im Präsidiumsbereich, die erfahrungsgemäß bei gutem Wetter von vielen Menschen aufgesucht werden. Auf seiner Route legt er einen weiten Weg zurück von Bad Mergentheim über Mosbach, Öhringen, den Breitenauer See bis nach Heilbronn.

Derzeit werde den Polizisten viel zugemutet, viele hätten am Wochenende eigentlich frei, müssten jetzt aber für die Überwachung der Corona-Verordnung Dienst schieben. Da will Becker Vorbild sein und mit seiner Stippvisite motivieren. „Mit der Einstellung der Kollegen bin ich sehr zufrieden.“

Entspannte Ruhe auf traumhaftem Gelände

Zufrieden ist auch eine Heilbronner Rentnerin, die mit ihrem Begleiter an einer Sitzgruppe oberhalb des Neckars den mitgebrachten Kaffee einschenkt und sich dazu Zopfbrot schmecken lässt. „Die Leute sind sehr rücksichtsvoll“, stellt sie fest. Am Karfreitag sei auf dem Gelände mehr los gewesen. Dieses empfindet sie immer noch als Traum. „Weil es so einen Mehrwert hat.“

Ein Ehepaar blickt auf einer Bank sitzend – das ist erlaubt – auf den Karlssee, wo aus dem Schilf ein Quak-Konzert der Frösche dringt. Die Leingartener wollten sehen, was aus dem Buga-Gelände geworden ist. Sie freuen sich, dass ein Großteil erhalten bleibt. „Es ist ein schöner Platz geworden zum Spazieren gehen. Ein Segen für die Stadt “, stellt eine Heilbronnerin fest, die mit ihrer Freundin aus Talheim unterwegs ist. Was, wenn die Corona-Krise vor einem Jahr ausgebrochen wäre, meint sie und will sich das erst gar nicht vorstellen.

Ein paar Kinder spielen am kleinen Strandabschnitt am Karlssee und stapfen barfuß durchs Wasser. Die Wassertreppe ein paar Meter weiter ist unverändert eine Attraktion für kleine Besucher. Die müssen sich von den anderen Spielplätzen auf dem ehemaligen Buga-Gelände allerdings fern halten. Die sind gesperrt.

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