Eisenbahn-Kleinod ist auf große Hilfe angewiesen
Der Förderverein Süddeutsches Eisenbahnmuseum braucht viel Geld für den Einbau einer Schiebebühne vor der Rechteckhalle und hofft nun auf eine Kulturstiftung.
Eine Rarität, die bundesweit wohl einmalig ist, führt seit vielen Jahren auf dem Gelände des Süddeutschen Eisenbahnmuseums beim Sonnenbrunnen in Böckingen ein Schattendasein. Selbst bei den Dampftagen am Wochenende blieb der Schatz den zahlreichen Besuchern verborgen.
Die Rede ist von der vor dem Zweiten Weltkrieg erbauten rechteckigen Holzfachwerkhalle, die, abgebrannt, 1950 nach altem Baumuster wieder aufgebaut wurde und heute unter Denkmalschutz steht. Hier werden Kostbarkeiten wie „Das Käthchen von Heilbronn“, die „Ochsenlok“, eine preußische G 10 oder Diesellokomotiven der Reihe V 200 von engagierten Eisenbahnfreunden in mühseliger Kleinarbeit restauriert. Aktiv sind hier unter anderem die Unterländer Eisenbahnfreunde um Peter Poymann.
Schiebebühne vor der Halle
Bei allem Hochgefühl für ihre Arbeit haben die Eisenbahn- und Museumsfreunde ein unlösbar erscheinendes Problem: Damit die historischen Lokomotiven und Wagen auch nach dem Bau eines DB-Logistikzentrums im Bereich der Leonhardstraße aus der Halle ein- und ausfahren können, muss eine Schiebebühne vor die Rechteckhalle gebaut werden. „Wir gehen von Investitionskosten von knapp einer Million Euro aus“, sagt Manfred Scheihing. Er ist Vorsitzender des vor etwa vier Wochen gegründeten Fördervereins Süddeutsches Eisenbahnmuseum Heilbronn.
Die 25 Meter lange Schiebebühne hat der Verein vor einem Jahr für 30.000 Euro dem DB-Regiowerk Karlsruhe abgekauft. Seitdem wartet die Bühne auf dem Gelände beim Sonnenbrunnen auf den Einbau. „Dabei handelt es sich um ein Präzisionsbauwerk aus Beton, bei dem jeder Millimeter passen muss“, begründet Scheihing die Kosten.
Verwundert und verärgert ist der Vorsitzende des Fördervereins, dass das Landesdenkmalamt technische Denkmale wie die Holzfachwerkhalle finanziell nicht unterstützt: „Das ist ein Unding.“ Jetzt hofft Manfred Scheihing auf die Kulturstiftung der Kreissparkasse. Am kommenden Donnerstag will er die Stiftungsratsmitglieder Oberbürgermeister Harry Mergel und Landrat Detlef Piepenburg über das Vorhaben des Museums und des Vereins informieren: „Auch mit Blick auf die Bundesgartenschau.“
Wichtiger Mittelpunkt für Böckingen
Scheihing setzt aber auch auf Firmen, „die ein Herz für die Eisenbahn haben“. Dabei verweist er auf die Geschichte des ehemaligen DB Betriebswerks beim Sonnenbrunnen: „Bis vor etwa 20 Jahren gab das heutige Kulturdenkmal mehr als 1000 Menschen Arbeit. Es war ein wichtiger Mittelpunkt für Böckingen. Mit dem Museum wollen wir hier neben der Neuen Böckinger Mitte wieder einen attraktiven historischen Mittelpunkt schaffen.“
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