Demonstration gegen die Rückkehr zum Wechselunterricht

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"Wir wollen kein Hin und Her, denn wir lieben die Schule sehr!" steht auf einem der bunten Plakate, "Public Schooling statt Public Viewing" auf einem anderen: Rund 20 Teilnehmer haben am frühen Donnerstagmorgen vor der Harmonie gegen die Rückkehr zum Wechselunterricht an weiterführenden Schulen demonstriert.

Von Linda Saxena
Rund 20 Teilnehmer versammeln sich, um gegen den Wechselunterricht an Schulen zu protestieren.
Foto: Linda Saxena
Rund 20 Teilnehmer versammeln sich, um gegen den Wechselunterricht an Schulen zu protestieren. Foto: Linda Saxena  Foto: Linda Saxena

Da der Inzidenzwert für den Stadtkreis Heilbronn über das Wochenende den Wert 50 überschritten hat, "kehren die weiterführenden Schulen im Stadtkreis für drei Tage zum Wechselunterricht zurück, was der aktuellen Corona-Verordnung entspricht", erklärt Organisatorin Wiebke Stechele (49).

Und das, nachdem erst seit kurzer Zeit wieder Präsenzunterricht an Schulen stattfand. "Ich vermisse den politischen Willen, in dieser Situation für die Kinder eine pragmatische Lösung zu finden, damit verlässlich ein kontinuierlicher Präsenzunterricht stattfinden kann", sagt Stechele.

Rhythmus fehlt

Der Mutter von vier Kindern missfällt das ständige Hin und Her. "Für die Kinder ist das wahnsinnig schwierig", sagt sie. Mit dem Wechselunterricht sei der Rhythmus aufgehoben und die Klassengemeinschaft leide darunter. Zudem werde das Konzept je nach Schule unterschiedlich gehandhabt. Zum Beispiel "sind die Schüler dann jeden zweiten Tag oder im Wochenwechsel in der Schule", so die Mutter.

Keine Frage: Ihrer Meinung nach geben sich die Schulen größte Mühe, alles umzusetzen. Doch sie warnt gleichzeitig: "Die Folgen des fehlenden Unterrichts werden in den nächsten Monaten sichtbar." Daher wünsche sie sich klare Signale seitens der Politik, "damit die Kinder verlässlich in den Unterricht gehen können". Dies sei vor allem im Hinblick auf den Herbst vonnöten, da davon ausgegangen werden könne, dass dann die Inzidenzzahlen wieder steigen. Unter den Demonstranten befindet sich auch Alexandra Rauschke (54). "Die Planungsunsicherheit wirkt sich auch psychologisch auf die Kinder aus", ergänzt sie. Einen Lösungsansatz sieht Stechele in der Anschaffung von Luftfilteranlagen in Schulen, dem Impfen der Lehrer und Eltern sowie Testkonzepten. "Diese haben die Schulen ja schon etabliert."


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Nicht vergleichbar

Ihre Tochter Luise (14) geht in die 8. Klasse des Theodor-Heuss-Gymnasiums. Mit jedem Wechsel der Unterrichtsform "fängt man immer wieder von vorne an", erklärt Luise. Im Wechselunterricht bekomme man zwar Aufgaben für zu Hause, es sei aber nicht vergleichbar mit dem Unterricht in der Schule. "Im Fernsehen sieht man Bilder von den vielen Menschen im Fußballstadion", so die Schülerin, "da fühlt man sich nicht ernst genommen." "Wir wollen in die Schule", fordert sie. Schließlich werde dort jeder getestet, alle halten Abstand und tragen Maske.

Diese Forderung kann auch Nico Weinmann von der FDP, der ebenfalls gekommen ist, nachvollziehen. "Ich bin selbst Vater und sehe, wie die Kinder unter der Pandemie leiden", sagt Weinmann. "Bei allen Bemühungen um digitale Formate ist tatsächlich nur der Präsenzunterricht effektiv", sagt er.

 

 

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