Daniel Renz ist Klinkseelsorger, Rundfunkpfarrer und Briefzusteller
Pfarrer Daniel Renz ist morgens auf SWR 4 und SWR 1 zu hören. Ab Montag ist er für eine Woche wieder auf Sendung.

In der kommenden Woche es ist wieder soweit: Drei Minuten vor 6 Uhr und exakt eine Stunde später wird Daniel Renz auf SWR 1 und SWR 4 die Hörer eine Woche lang mit Gedanken, die trösten oder ermutigen, die wach machen oder zum Widerspruch reizen, gut in den Tag schicken. Renz ist evangelischer Rundfunkpfarrer. Das Schöne für die Heilbronner: Aufgrund seiner Tätigkeit als Teilzeit-Seelsorger an der SLK-Klinik wird er sich am Ende jeder Sendung, ob bei „Anstöße“ oder „Morgengedanken“ mit den Worten „Daniel Renz, Heilbronn, evangelische Kirche“ verabschieden. Obwohl er in Steinheim an der Murr mit seiner Familie lebt, betont er in der Sendung Heilbronn, da der Dienstsitz ausschlaggebend ist.
Langes Warten auf ehrenamtlichen Job
Den Weg zum Radio findet Daniel Renz über die Rundfunkpfarrerin Lucie Panzer: „Sie organisierte 2010 einen Workshop und fragte, ob ich Interesse hätte“, erinnert sich der 40 Jahre alte Theologe an die Anfänge zurück. Der gebürtige Tübinger spricht vor – und überzeugt. Doch der Rednerpool ist seinerzeit voll. Die Ausgewogenheit der verschiedenen Kirchen muss gewahrt bleiben. Es folgt eine mehrjährige Pause. 2018 erhält Daniel Renz, dessen Mutter Elisabeth ebenfalls Pfarrerin und Klinikseelsorgerin ist, dann den ersehnten ehrenamtlichen Job als Radiopfarrer.
Seine Themen findet der groß gewachsene, schlanke Mann im Kreise seiner Familie. Stoff liefern seine Frau Judith, die Radiologie-Assistentin ist, und seine drei Kinder Noemi (10), Simon (8) und Mirjam (5). „Ich spreche vor allem über alltägliche Lebenswelten, die einen jüngeren Familienvater persönlich bewegen“, sagt Renz. Die Herausforderung für ihn ist, dass sich der Text nicht als pastorale Rede anhört, sondern als Plausch rüberkommt: „Ich möchte mit den Hörern, die morgens gerade im Bad sind oder eine Tasse Kaffee trinken, auf Augenhöhe sein. Die Zeit, dass Menschen etwas gepredigt wird, ist vorbei. Dennoch muss man den Mut haben, kritische Dinge anzusprechen.“
Aufzeichnung wird bei aktuellen Ereignissen nachproduziert
Obwohl die Beiträge ein paar Tage vor der Sendung aufgezeichnet werden, gilt es, aktuell auf Themen einzugehen. „Dann wird nachproduziert“, plaudert der Radler und Klarinettenspieler aus dem Alltag eines Radiopfarrers. Und was passiert bei einer Erkältung? „Dann wird mit heißerer Stimme gesprochen. Es gibt keinen Notfallplan. Gott sei Dank ist das bei mir noch nicht passiert“, fährt er sich erleichtert durch sein braunes Haar.
Doch für Renz, der Theologie in Heidelberg, Greifswald und Tübingen studiert hat und bis Oktober sieben Jahre lang Gemeindepfarrer in Murr war, sind Klinikseelsorger und Radiopfarrer nicht die einzigen beruflichen Felder. Nebenbei ist er für die Post als Brief- und Paketzusteller unterwegs: „Das hat mich schon als Junge gereizt“, erklärt er seinen Ausflug in diese Arbeitswelt. Doch 2023 ist Schluss. Im Frühjahr wird Renz Referent bei einem theologischen Unternehmen: „Ich will weiter über den beruflichen Tellerrand blicken. Irgendwann werde ich sehen, was langfristig mit mir passiert.“ Am kommenden Montag ist er auf jeden Fall im Radio zu hören. Seine ersten Beiträge befassen sich mit „Licht und Dunkel im Advent“ und „Gibt es den Nikolaus in echt?“
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