Bürgergarten in Böckingen
Von Bürgern, für Bürger: Als Stadtteil-Projekt zur Buga haben Kinder und Erwachsene einen Beerengarten mit Kräuterbeet auf der Schanz in Böckingen angelegt.

Am Anfang war die Idee: einen Bürgergarten anzulegen auf einer bislang tristen Betoninsel am Kraichgauplatz - als Projekt der Aktion Stadtgrün zur Bundesgartenschau. Dann kamen die Skeptiker, die davon abrieten, weil ein offen zugängliches Beet zerstört werden könnte. Am Ende siegte die Hoffnung, dass es funktioniert. Das Projekt wurde bei gemeinsamen Treffen im Böckinger Team der Aktion Stadtgrün auf den Weg gebracht.
Gemeinsame Sache
Rund 40 Schüler, Lehrer und Bewohner kamen schließlich am Samstag zur gemeinsamen Pflanzaktion auf der Schanz zusammen, sehr zur Freude von Grünflächenamtsleiter Hans-Peter Barz und Ulrike Gebhardt, die den Plan für die rund 50 Quadratmeter große Fläche ausgearbeitet hat. "Ich bin total glücklich", sagt Gebhardt, die darauf setzt, dass es ein langfristiges Projekt wird, das die Bürger miteinander ins Gespräch kommen lässt.
Eine wichtige Rolle haben die angrenzenden Schulen, sie haben die Patenschaft für die Pflege übernommen. "Die Aktion verzahnt das ganze Quartier", sagt Harald Schröder, Chef der Elly-Heus-Knapp-Gemeinschaftsschule. Er ist begeistert, dass viele Kinder und Lehrkräfte beider Schulen gekommen sind. Möglichst viele Schüler sollen in die Beetpflege, ins Gießen und Hacken, eingebunden werden, um sich mit dem grünen Flecken zu identifizieren und Einblick in ökologische Kreisläufe bekommen.
Jung und Alt
Benedikt Grimm, Schulleiter des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums, ist angetan von der großen Resonanz in seinem Kollegium und lobt den integrativen Charakter des Projekts. Es bringe nicht nur die beiden Schulen zusammen, sondern auch Jung und Alt, Schüler und Rentner.
Die Siebtklässlerinnen Vanessa, Lorena, Johanna und Lily freuen sich schon auf die Ernte im nächsten Sommer und wässern die frisch gepflanzten Beerensträucher. Mehrere Sorten Himbeeren, Johannisbeeren und Brombeeren hat das Grünflächenamt ausgesucht, die zu unterschiedlichen Zeiten reif werden. Dazwischen kommen verschiedene Kräuter in die Erde: Schnittlauch, Lorbeer, Petersilie, Thymian, Borretsch und Majoran. Wege aus Rindenmulch erleichtern den Zugang.
Ein Stück Gartenkultur
Bezirksbeiratssprecher Matthias Suleder freut sich über das vom Nahversorger Willig gesponserte Frühstück für die Helfer - und dass auch einige Nachbarn mit Hand anlegen, wie zum Beispiel Michael Knoll. Der junge Familienvater findet das Mitmachprojekt klasse. Dass so viele dabei sind, hätte er nicht gedacht. Für Hans-Peter Barz ist es auch Bestätigung, Wünsche von Bürgern ernst zu nehmen: "Gartenkultur entsteht dort, wo Menschen sich verantwortlich fühlen."
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