Böckinger Polizeiposten ist aus Sicherheitsgründen geschlossen
Der Polizeiposten in Heilbronn-Böckingen ist interimsweise ins Reviergebäude umgezogen. Die Polizei gibt Brandschutz- und Sicherheitsgründe dafür an. In knapp zwei Jahren soll der Posten im selben Gebäude ein neues Domizil beziehen.

Kleine Meldung, große Wirkung: Ende Oktober veröffentlichte die Stimme eine Mitteilung der Polizei Heilbronn mit der Überschrift "Polizeiposten schließt vorübergehend". Darin verkündet das Präsidium, dass die vorläufige Schließung des Böckinger Postens vom 1. November aus "sicherheits- und brandschutztechnischen Gründen" notwendig sei. Weiter heißt es: Wie lange Böckingen keinen Posten habe, "ist derzeit ungewiss" und hänge davon ab, wie schnell bestehende Umzugspläne vorangetrieben werden.
Durch den Umzug soll keine Lücke entstehen
Die Meldung sorgte für einige Verwirrung im größten Heilbronner Stadtteil. Warum muss ein Polizeiposten aus Sicherheitsgründen so plötzlich geschlossen werden? Und was hat es mit den Umzugsplänen auf sich? Polizeisprecher Frank Belz stellt zunächst einmal klar, dass nicht geplant ist, den Polizeiposten im Alten Rathaus ganz dicht zu machen. Die vier Beamten, die bisher Tagesdienst in dem Gebäude in der Schuchmannstraße 2 in Alt-Böckingen machten, ziehen nur temporär in das Böckinger Polizeireviergebäude in der Neckargartacher Straße um. Sie sind auch für Klingenberg zuständig. Die Ordnungshüter sind im Revier weiterhin erreichbar. Durch den Umzug entstehe keine Sicherheitslücke, so Frank Belz.
Das Alte Rathaus in der Schuchmannstraße gehört der Stadt Heilbronn. Die Polizei ist hier Mieter, ihre Interessen nimmt das Amt Vermögen und Bau als Landesbehörde wahr. Dessen stellvertretender Leiter, Frank Berkenhoff, erklärt, es sei seit Längerem geplant, dass der Posten vom Erdgeschoss in das 1. Obergeschoss desselben Gebäudes umzieht, in die leerstehenden Räume des früheren Notariats. Vorher müssten diese neuen Räume aber umgebaut werden, was Vermietersache sei. Die Stadtverwaltung Heilbronn habe zurzeit wie andere Behörden auch viele Projekte und wenig Personal, sagt Frank Berkenhoff. Darum dauere der Umbau seine Zeit, etwa eineinhalb bis zwei Jahre. "Das ist länger als wir dachten", berichtet Berkenhoff.
Die Landesbehörde will Geld sparen
Fakt sei, dass die Sicherheitseinrichtungen des alten Domizils auch schon länger "optimiert werden müssen". Darüber könne man eine gewisse Zeit hinwegsehen, führt Berkenhoff weiter aus. "Mit dem neuen Terminplan sagten wir aber, das geht so über viele Monate hinweg nicht." Die Sicherheitsmaßnahmen an den bestehenden Räumen würden einen sechsstelligen Betrag kosten. Dabei gehe es zum Beispiel um die Türsteuerung im Eingangsbereich und die Pforte. Das Glas müsse "beschusshemmend" sein.
Aus diesen Gründen habe sich das Amt Vermögen und Bau entschlossen, den Posten zu räumen und damit in das Revier umzuziehen, bis die neuen Räume umgebaut sind. Sonst hätte die Behörde ja zwei Mal für die Sicherheitseinrichtungen zahlen müssen. So will die Behörde Geld sparen. Die Kosten für die polizeispezifischen Umbauten muss das Land tragen. Alle anderen Umbauarbeiten sind Sache des Vermieters. "Wir wollen aus dem alten Mietvertrag früher raus, darüber verhandeln wir noch mit der Stadt", fügt Berkenhoff an.
Die Planungszeit liegt laut Stadtverwaltung im Normbereich
Rathaussprecherin Claudia Küpper versichert hingegen: "Bis die Planungen abgeschlossen sind, hätte der Polizeiposten vonseiten der Stadt in den angestammten Räumlichkeiten bleiben können." Das Hochbauamt gehe von einer Planungszeit von neun Monaten und einer Bauzeit von neun Monaten aus. Diese Zeiten seien mit dem Amt Vermögen und Bau abgestimmt und würden insbesondere die polizeispezifischen Anforderungen berücksichtigen.
Es sei aber noch der Grundsatzbeschluss zum Umbau notwendig, der in Kürze die Gremien durchlaufen soll, so Küpper. Alles erfolge in enger Abstimmung mit Vermögen und Bau. Das städtische Hochbauamt sei mit etlichen Großprojekten, etwa dem Neubau der Gerhart-Hauptmann-Schule, gut ausgelastet, erklärt die Rathaussprecherin. Die Planungszeit für den neuen Böckinger Posten liege im Normbereich.
So ist der Posten weiterhin zu erreichen
Telefonisch sind die Böckinger Ordnungshüter des Polizeipostens unter 07131 31388 erreichbar. Außerhalb der regulären Dienstzeiten ist das Polizeirevier Böckingen unter der Telefonnummer 07131 204060 zuständig. Wer eine Anzeige machen will, muss in das Reviergebäude in Böckingen in der Neckargartacher Straße 108 gehen. mut
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