Ausprobieren erwünscht: Heilbronner Musikschule präsentiert sich in ihrer ganzen Vielfalt
Zahlreiche Besucher informieren sich beim Tag der offenen Tür über das Angebot der Städtischen Musikschule Heilbronn. Für alle Generationen ist etwas dabei.

Von Claudia Kostner"Hast Du schon mal auf einem Klavier gespielt?", fragt Björn Vielhaber den siebenjährigen Mika. "Ja, aber nicht so richtig" - beim Tag der offenen Tür der Städtischen Musikschule Heilbronn zeigt ihm zum ersten Mal ein Musiklehrer, mit welchen Tasten er "Alle meine Entchen" erklingen lassen kann. Das klappt auf Anhieb ganz gut, bei Luca (9) sogar noch etwas besser. "Toller erster Auftritt", lobt Björn Vielhaber die Brüder aus Böckingen.
Zusammen mit ihrer Mutter Inga Hinderberger lernen sie am Samstagvormittag im K3 noch andere Instrumente kennen. Luca ist zwar offen für alles, am meisten interessiert ihn aber das Schlagzeug. Die Mama wäre froh, wenn es doch Klavier wird: "Ich hätte selber gerne eines."
Bratsche ist eine Option
Carla Kühne (33) hat 35 Geigen- und Bratschenschüler im Alter zwischen vier und 72 Jahren. Vielleicht wird Viktoria Stier Nummer 36? Gerade zeigt Kühne der 14-Jährigen, wie man die Bratsche richtig hält. Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester und ihrer Freundin hat Viktoria heute bereits Gitarre ausprobiert. "Schlagzeug ist noch geplant.", sagt die Horkheimerin. "Es steht erst seit einem Jahr zur Debatte, dass meine Töchter ein Instrument erlernen", erzählt Elena Stier. Heute hätten sie die Gelegenheit genutzt, in der Musikschule vorbeizuschauen. Sie selbst spiele Klavier: "Ich habe musikalische Kenntnisse, könnte sie zu Hause unterstützen."
Musikschulleiterin Uta-Mirjam Theilen freut sich über jeden Zuwachs, und nach Tagen der offenen Tür gibt es immer Neuanmeldungen. "Aktuell unterrichten wir rund 2000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene - inklusive aller Kooperationen in Kindergärten, Schulen und Musikvereinen." 50 Musikpädagoginnen und -pädagogen lehren Instrumente von Tuba über Fagott bis Querflöte, aber auch Gesang. Das sei ausreichend. "Im Hinblick auf das Recht auf Ganztagsgrundschule ab 2026 wären wir aber froh, wenn sich weitere tolle Leute bei uns bewerben", so Uta-Mirjam Theilen.
Musik für Babys und Zwerge
Schon die Kleinsten können im K3 erste Erfahrungen mit Musik machen: etwa bei der Zwergenmusik. Die Zwei- bis Vierjährigen schnappen sich Äpfel aus dem Körbchen von Adriana Müller-Baldo. Das ist aber gar kein Obst. Dieser Apfel rasselt, wenn man ihn schüttelt. Der Glockenkranz gefällt den kleinen Teilnehmern noch besser. Nicht nur beim Herumrennen bimmelt er so schön, sondern auch als Begleitung zum Lied "Der Herbst ist da", das die Musikpädagogin mit ihnen singt.
"Das hat richtig Spaß gemacht", findet Büsra Akdemir aus Heilbronn, die mit Kuzey (2) und Denis (acht Monate) dabei war. "Ich möchte, dass meine Kinder musikalisch aufwachsen. Ich habe früher Gitarre gespielt.". Ihr nächster Programmpunkt ist der neue Kurs Babymusik. Nicht nur den leitet Martina Klimpel mit ihrer Bauchredner-Puppe Nils. "Unter sieben und über 70" heißt ein weiteres neues Angebot, das seit kurzem mit Kindern der Wartbergschule und Senioren des Mehrgenerationenhauses Heilbronn läuft, und auf das auch Musikschulchefin Uta-Mirjam Theilen stolz ist: "Es gibt vermehrt Anfragen von Pflegeheimen."
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare