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Heilbronn

BMW-Autohaus Stadel baut an der Heilbronner Automeile

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Die einheimischen Architkten Herzog + Herzog planen für das Heilbronner BMW-Autohaus Stadel an der Stuttgarter Straße ein modernes Park-, Verkaufs- und Präsentationsgebäude. Es soll auch die sogenannte Automeile etwas aufwerten.

Die Visualisierung zeigt, wie das geplante Präsentations- und Parkhaus der Firma Stadel an der sogenannten Automeile im Süden der Stadt einmal aussehen soll.
Foto: Herzog + Herzog Architekten
Die Visualisierung zeigt, wie das geplante Präsentations- und Parkhaus der Firma Stadel an der sogenannten Automeile im Süden der Stadt einmal aussehen soll. Foto: Herzog + Herzog Architekten  Foto: Herzog + Herzog Archikekten

Es handelt sich um nichts Geringeres als um das Eingangstor zu Heilbronn, zum Oberzentrum der Region, betont Lokalpatriot und Architekt Karl-Adolf Herzog. "Und das Entrée prägt immer auch das Bild mit, das wir uns von einer Stadt machen". Herzog spricht von der Stuttgarter Straße im Heilbronner Süden und von dem dort angesiedelten BMW-Autohaus Stadel. Der Traditionsbetrieb mit der Hausadresse 53 bis 61 möchte im nördlichen Bereich seines bestehenden Autohauses ein neues Gebäude zur Präsentation seiner Fahrzeuge bauen. Kostenpunkt: rund 3,5 Millionen Euro.

Herzog + Herzog planen anspruchsvoll

Bisher stehen etliche Fahrzeuge am Autohaus Stadel teils recht dicht gedrängt auf einem firmeneigenen Parkplatz an der Stuttgarter Straße.
Foto: Andreas Veigel
Bisher stehen etliche Fahrzeuge am Autohaus Stadel teils recht dicht gedrängt auf einem firmeneigenen Parkplatz an der Stuttgarter Straße. Foto: Andreas Veigel  Foto: Veigel, Andreas

Das inzwischen in der ehemaligen Methodistenkirche in Sontheim angesiedelte Büro Herzog + Herzog sei der Anfrage des Autohausbesitzers, einem alten Vertrauten von Senior Herzog, gerne nachgekommen, wegen der spannenden Aufgabe, aber auch wegen des Standorts, kurz Automeile genannt: von stolzen Marken und entsprechenden Häusern von Porsche, Audi und BMW über Händler, die sich mit Verkaufscontainern zufrieden geben, bis zu einer Werkstatt südlich der Stuttgarter Brücke und dem unter Denkmalschutz stehenden Ex-Assenheimer nördlich davon. Die westliche "Meile" beginnt von Süden her vielversprechend: von den teils ambitionierten Schwabenhof-Bürogebäuden, den funktionalen Obi mit Pylon über drei ehemalige Kasernenblocks und das preisgekrönte katholische Bildungszentrum bis hin zu unspektakulären Siedlungshäusern.

Ungewöhnliche Fassade zur Straße hin

Gegenüber möchte das Autohaus Stadel nun einen neuen Akzent setzen. Der Gemeinderat legte kürzlich den passenden Bebauungsplan über die 1400 Quadratmeter große Fläche, die heute als Stellplatz mit Verkaufspavillon dient. Sie wird laut Ratsvorlage "durch ein Gebäude mit einer attraktiven Fassade ersetzt, die die Raumkante begrenzt und die Baulücke" schließt. So werde auch im Sinne einer gebotenen Innenentwicklung alles effektiver genutzt.

Über 50 Meter lang und 20 Meter breit

Konkret heißt das: Geplant ist direkt neben dem bestehenden Autohaus und in gebührendem Abstand zur benachbarten Wohnbebauung ein Kraftfahrzeugausstellungs- und Verkaufsgebäude mit drei Geschossen parallel zur Stuttgarter Straße. Das Gebäude ist 51,50 Meter lang, in der Obergeschossen 20 Meter breit und 10,80 Meter hoch. Die Fassaden sind nicht geschlossen, sondern mit perforierten, durchlässig wirkenden Metallelementen und einzelnen verglasten Ausschnitten gestaltet, die wie großformatige Schaufenster wirken sollen. Wobei das Erdgeschoss zur Straße ganz verglast ist. "Der Straßenraum bekommt dadurch eine klare Begrenzung und wird gestalterisch aufgewertet", so der Leiter des Stadtplanungamtes Dr. Christoph Böhmer. Nach Osten wird der Neubau in einen Hang integriert, der durch eine Stützmauer abgefangen wird. Weiter zeigen die Pläne einen recht filigranen Fußgängersteg, der den Neubau mit einem vorhandenen Parkdeck im Südosten verbindet. Statt bisher maximal 60 Autos, die dicht an dicht auf dem Parkplatz stehen, können in dem geplanten Gebäude bis zu 159 abgestellt werden.

Grünkonzept und Radweg

Die Zufahrt führt von Süden her über Stadels Betriebsgelände, also nicht direkt über die stark befahrene Stuttgarter Straße. Eine zu einem späteren Zeitpunkt mögliche Aufweitung eines öffentlichen Geh- und Radwegs auf drei Meter Breite soll für die Stadt weiterhin möglich bleiben. Der Bebauungsplan enthält auch grünordnerische Festsetzungen zur ökologischen Aufwertung und Verbesserung der Gesamtoptik. Geschlossene Fassadenteile, die im Bereich eines Lastenaufzugs und Treppenhauses vorgesehen sind, sowie Rankgitter in der östlichen Erdgeschosszone müssen mit Kletterpflanzen begrünt werden. Das Flachdach auf dem Ausstellungs- und Verkaufsgebäude wird extensiv begrünt.

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