Heilbronner "Alex" im K3 sagt für immer Tschüss
Seit 2000 war die Systemgastronomie-Kette "Alex" am Berliner Platz in Heilbronn ansässig. Jetzt ist das Lokal geschlossen. Nach Angaben der Betreiber nicht wegen Corona, sondern wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Pachthöhe.

Das "Alex", die Ende 2000 im K3 auf dem Berliner Platz eröffnete Systemgastronomie, schließt. In einer Mitteilung heißt es unter anderem: "Wir sagen Tschüss! Das Alex Heilbronn schließt seine Türen. Zu gerne hätten wir euch allen noch persönlich auf Wiedersehen gesagt."
Wären gerne in Heilbronn geblieben
"Dass wir schließen, das hat nichts mit Corona zu tun", sagt auf Anfrage Bernd Riegger, Managing Direktor von Mitchells & Butlers. Das britische Unternehmen ist Eigentümerin von Kneipen und Gastwirtschaften, zu denen auch das "Alex" gehört.
Der Grund, dass die gastronomische Mischung aus Café, Bar, Bistro und Restaurant am Berliner Platz schließt, ist, dass sich Mitchells & Butlers Deutschland nicht mit dem K3-Vermieter einigen konnte: "Der Pachtvertrag lief aus und wir wollten eine Mietminderung. Der Eigentümer bestand auf einer Pachterhöhung. Da haben wir erst gar nicht mehr verhandelt", erklärt Bernd Riegger am Telefon. Aber er versichert: "Wir wären gerne in Heilbronn geblieben."
30 Mitarbeiter jetzt ohne Arbeit
Von der Schließung des "Alex" sind rund 30 Mitarbeiter betroffen. Seit November 2020 waren sie in Kurzarbeit, jetzt sind sie ohne Arbeit. Gestartet war das "Alex" mit 850 Quadratmetern, verteilt auf zwei Etagen, wobei die zweite Ebene umsonst abgegeben worden war, um Flächen im damals problematisch zu vermietenden K3 zu belegen, wie Riegger sagt. Hinzu kamen 350 Plätze in der Außenbewirtschaftung. Im Laufe der Jahre hatten die Betreiber jedoch festgestellt, dass die zweite Etage für Heilbronn zu groß war. 2019 mietet die Stadt von der K3-Gesellschaft dieses Stockwerk an. Es soll bekanntlich für die Stadtbibliothek umgebaut werden.
Dehoga hofft auf gastronomische Wiederbelebung
Dass mit dem "Alex" ein Stück Gastronomie-Geschichte Heilbronn verlässt, findet der Dehoga-Stadtverbandsvorsitzende Thomas Aurich schade. Zuletzt aber sei es mit dem Standort immer mehr bergab gegangen. Seine Hoffnung ist, dass eine neue Gastronomie das K3 beleben wird: "Wieder deutsche Systemgastronomie der ersten Stunde in Heilbronn, das wäre spitze."
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Stimme.de
Kommentare
am 03.02.2021 03:28 Uhr
Das wäre doch einmal ein Anlass für eine schöne Recherche zur Entstehung des K 3. Das jahrelange suchen nach einem Investor auf einer Schotterbrache am nördlichen Eingangstor zur Stadt. Die immer größeren Zugeständnisse der Stadtverwaltung an die Bauherren. Letztendlich schaffte der Mietvertrag der Stadt Heilbronn als Ankermieter auf zwanzig Jahre den Durchbruch. Und sicherte dem Bauherren ein sicheres Einkommen. Ein überteuerter Mietpreis für einen Rohbau. Das kostenlose Überlassen von städtischen Flächen. Die Suche nach Verwendungsmöglichkeiten der letztendlich zum Entstehen der dritten Spielstätte beigetragen hatte. Eine nochmalige Verlängerung des Ankermietvertrages. Noch mehr Flächen für die Steuerzahler. Ein Videoüberwachter Brennpunkt? Niemals richtig angekommen in der Stadt. Dieses garniert mit den aufgelaufenen Kosten für den Steuerzahler. Wahrlich - eine lesenswerte Geschichte.
Jürgen Mosthaf