Abgerissene Israel-Flagge am Heilbronner Rathaus: Tatverdächtiger in U-Haft
Bereits in der Nacht auf Mittwoch, 11. Oktober, hatten damals unbekannte Täter eine Israel-Flagge am Heilbronner Rathaus heruntergerissen. Die Heilbronner Polizei vermeldet nun einen Ermittlungserfolg.

In der Nacht auf Mittwoch, 11. Oktober, hatten damals unbekannte Täter eine Israel-Flagge am Heilbronner Rathaus heruntergerissen. Intensive Ermittlungen brachten die Ermittler der Kriminalpolizei-Abteilung Staatsschutz auf die Spur von insgesamt vier mutmaßlichen Tatbeteiligten. Das teilen Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag, 13. November, mit.
Es handle sich bei den Tatverdächtigen um Männer im Alter von 24 bis 31 Jahren, die aus dem Gazastreifen beziehungsweise Syrien stammten und in Deutschland Asyl beantragt hätten. Es seien in der Tatnacht Aufnahmen gemacht worden, die anschließend in sozialen Medien veröffentlicht wurden, heißt es weiter.
Am vergangenen Freitag durchsuchten Ermittler der Staatsanwaltschaft Heilbronn drei Örtlichkeiten im Heilbronner Stadtkreis sowie eine im Neckar-Odenwald-Kreis. Zuvor hatte das Amtsgericht Durchsuchungsbeschlüsse erlassen.
Israel-Flagge am Rathaus geschändet: Ein mutmaßlicher Täter in Haft
Es seien Tatkleidung und Mobiltelefone aufgefunden und sichergestellt worden, teilt die Polizei weiter mit. Drei der Tatverdächtigen habe man angetroffen und vernommen. Während zwei Tatverdächtige nach den strafprozessualen Maßnahmen wieder entlassen wurden, sei ein bereits vorbestrafter 31-Jähriger im Anschluss an seine Vernehmung einem Haftrichter beim Amtsgericht Heilbronn vorgeführt worden. Wegen Sachbeschädigung und der Billigung von Straftaten wurde Haftbefehl erlassen. Der Mann, der laut Polizei über keinen festen Wohnsitz verfügt, wurde im Anschluss in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.
Es sei ein gutes Zeichen, dass die mutmaßlichen Täter schnell ermittelt werden konnten, sagt Dr. Frank Schwörer, Leiter der Staatsanwaltschaft Heilbronn. Das verdeutliche allen, „dass die Tat nicht unbemerkt geblieben ist und nicht ohne strafrechtliche Sanktion bleiben wird".
Innenminister Strobl freut sich über Ermittlungserfolg
Thomas Strobl, stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister, freut sich über den Ermittlungserfolg der Polizei. „Antisemitismus wird in unserem Land entschieden, konsequent und mit aller Härte bekämpft“, teilt er am Montagvormittag mit. „Wir alle sind aufgerufen, antisemitischem Gedankengut entschlossen entgegenzutreten und uns Hass und Hetze entschieden entgegenzustellen.“ Zivilcourage und glasklare Haltung seien hier angesagt, so Strobl weiter. Antisemitismus gehe alle an. „Weghören und Wegschauen darf in Deutschland definitiv niemand mehr.“
Der Schutz jüdischen Lebens habe beim Innenministerium Baden-Württemberg und bei der Polizei Baden-Württemberg höchste Priorität, führt Strobl aus. „Jüdinnen und Juden sollen bei uns sicher leben können und sich auch sicher fühlen.“ Man dulde hier kein Fehlverhalten und verfolge jede einzelne Tat konsequent und unnachgiebig. Das zeige auch der jetzige Ermittlungserfolg in Heilbronn. Strobl: „Das ist ein Erfolg für unsere Werte und unsere wehrhafte Demokratie.“
Auch Bernd Sommer, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Heilbronn, lobt die Ermittlungsarbeit. Er möchte insbesondere auch den Sicherheitsbehörden Dank aussprechen, die derzeit durch die Situation selbst „extrem herausgefordert“ seien. Es sei notwendig, den Verfolgungsdruck gegen israelfeindliche Manifestationen hochzuhalten.

Stimme.de
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