Festivalmeile der Special Olympics auf Heilbronner Kiliansplatz: das ist geboten
Mit Musik, Mitmachaktionen und mehr sorgt die Festivalmeile der Special Olympics in Heilbronn für Begeisterung. Noch bis Samstag erleben Besucher auf dem Kiliansplatz ein Programm rund um Sport, Inklusion und Gemeinschaft.
„Wissen Sie, was hier stattfindet?“, will eine ältere Frau am Mittwochmittag auf dem Heilbronner Kiliansplatz wissen. Dass die Landesspiele der Special Olympics gemeinsam von Heilbronn und Neckarsulm ausgetragen werden, hat sich wohl noch nicht überall herumgesprochen. Ein Teil des Rahmenprogramms findet noch bis einschließlich Samstag hier mit Festivalmeile und Bühnenprogramm statt.
Die inklusive Thera-Allstars-Band des Therapeutikums eröffnet das Programm auf der Bühne an diesem Tag. Diese Klänge locken denn auch einige Passanten an. Sie bleiben stehen, nehmen vielleicht sogar Platz auf den aufgestellten Bänken und den Stühlen. Eine Gruppe französischer Motorradfahrer tanzt zu „Proud Mary“, andere klatschen mit oder singen ausgelassen zu „Alles nur geklaut“.
Festivalmeile in Heilbronn: Viele Helfer bei Landesspielen der Special Olympics
Viele Ehrenamtliche in roten T-Shirts mit der Aufschrift „Ich helfe gern“ sind im Einsatz. Drei davon sind allerdings in grün gekleidet. Sie gehören zu dem sechsköpfigen Wohlfühlteam, das es erstmals bei den Landesspielen gibt. „Wir sind ein niederschwelliges Angebot und mobil an allen Sportstätten unterwegs“, erklärt Dörthe Eder. Das Kernthema ist sexualisierte Gewalt, wobei das auch mal nur ein dummer Spruch oder ungefragtes Anfassen sein kann. „Einfach, wenn sich jemand nicht wohlfühlt in einer Situation.“ Dafür wurde das Team mit pädagogischem Hintergrund extra geschult.
Zur Festivalmeile gehören verschiedene, immer wieder wechselnde Stände. Heute ist das Spielmobil des Awo-Kreisverbands Heilbronn dabei, direkt daneben die Lebenswerkstatt. „Wir stellen hier verschiedene Bereiche unserer Arbeit vor, unter anderem die Unterstützte Kommunikation“, erklärt Oliver Ertl. Der Fachdienst Unterstützte Kommunikation hat die ganzen Special Olympics mit Wegweisern und Kommunikationstafeln ausgestattet, damit auch diejenigen Hilfe bekommen, die sich nicht klassisch mündlich äußern können.

Auf der anderen Seite des Platzes ist die Berufsfachschule für Physiotherapie von Kolping Bildung präsent. Hier wird ein Fitnesscheck für alle angeboten, der auch sonst bei der Diagnostik genutzt wird. Dabei wird die Kraft verschiedener Muskelgruppen, aber auch das Gleichgewicht unter die Lupe genommen. „Das ist eine tolle Möglichkeit für unsere Schüler im ersten Jahr, mal mit echten Menschen zu arbeiten, die nicht schon wissen, was passiert“, erläutert Dozentin Saskia Schöne.
Zusätzlich sind die Azubis auch in der Betreuung der Athleten aktiv. „Gestern waren wir im Gesundheitszentrum am Frankenstadion, haben zum Beispiel Füße vermessen oder Stressbewältigungstipps gegeben“, erzählen Annika Zenth und Tina Kranzler. Das sei schon was anderes als Schule, mache aber richtig Spaß.
Sportler bei Special Olympics in Heilbronn: „Mehr Werbung könnte schon sein“
Eine Gruppe Sportler von der BSG Offenburg läuft und rollt vorbei. Später am Mittag beginnt ihr Boccia-Wettkampf. Inan Geniz war schon bei mindestens vier Special Olympics. „Es ist immer eine gute Atmosphäre für den Sport und macht einfach Spaß“, erzählt er. Der erste Eindruck von den Landesspielen? „Gut organisiert, aber ein bisschen mehr Werbung könnte schon sein.“
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