Sozialpädagogen gesucht: Alice-Salomon-Schule muss sonst Angebote reduzieren
Die Bildungsstätte im Heilbronner Stadtteil Sontheim kümmert sich um bis zu 80 Kinder und Jugendliche, die im Bereich Lernen und emotionale und soziale Entwicklung gefördert werden müssen. In Teams arbeiten Lehrer und Sozialpädagogen zusammen, doch es fehlt das Personal.

Die Alice-Salomon-Schule in Sontheim ist eine besondere Bildungsstätte. Allein schon wegen der Lage am Rand des Heilbronner Stadtteils, untergebracht in einem 1907 als jüdisches Altenheim erbauten Gebäudes. Die Schule mit 80 Plätzen kümmert sich um Kinder und Jugendliche aus der gesamten Stadt Heilbronn, die einen Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot im Bereich emotionale und soziale Entwicklung haben. Und genau hier liegt gerade das Problem für das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ).
Die Alice-Salomon-Schule ist stolz auf ihr Kollegium. Lehrer und Sozialpädagogen arbeiten Hand in Hand, den ganzen Schultag über. „Wir haben ein tolles Team“, sagt Sarah Semet, die den Fachbereich Flexible Hilfen an der Schule leitet. Lehrer und Sozialpädagogen gestalten den Alltag der Kinder gemeinsam, sie leisten auch intensive Arbeit mit den Familien der Kinder. Der Grund: „Schule hat einen großen Anteil am Alltag eines jungen Menschen.“
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An SBBZ im Land fehlt Personal, stellenweise muss deshalb sogar der Unterricht reduziert werden – auch in der Region Heilbronn. Das Kultusministerium hat Maßnahmen wie den Ausbau von Studienplätzen ergriffen, um die Situation zu verbessern. Wie viele Sozialpädagogen genau an der Alice-Salomon-Schule fehlen, will Sarah Semet nicht öffentlich nennen. Die Diakonische Jugendhilfe Region Heilbronn, die dafür zuständig ist, könnte aber mehrere Personen einstellen.
Dass es beim Fachpersonal eng ist, führt Sarah Semet auf die besondere Schule zurück. Viele Sozialpädagogen kennen Tätigkeiten in der Schulsozialarbeit oder in der Mobilen Hilfe. Doch das ist es nicht, was in Sontheim in der flexiblen Hilfe geleistet wird. Sie ist intensiv in den Schulalltag integriert.
Sozialpädagogen gesucht: So besonders ist die Arbeit in Sontheim
„Viele können sich darunter nichts vorstellen“, weiß Sarah Semet. Das besondere Konzept müsse man erleben, sagt sie, das Miteinander spüren. Für Sozialpädagogen, so ist die Fachbereichsleiterin jedenfalls überzeugt, bedeutet die Arbeit an der Bildungsstätte einen viel intensiveren Umgang mit den Kindern als in anderen Fällen. „Hier bekommt man den Tag mit.“ Auch der Austausch mit den Eltern sei eng.
Personal fehlt. Das beeinflusst die Hilfe für die Kinder, von denen es ohnehin sehr viele gibt. Schon jetzt reichten die 80 Plätze nicht aus. „Wir können nicht alle aufnehmen, die auf der Warteliste stehen“, sagt Sarah Semet.
Ehemalige Schüler kommen zurück: Das freut die Schulverantwortlichen
Und mit Blick auf die Engpässe bei den Fachkräften sieht es nicht besser aus: Obwohl alle Schüler gefördert werden sollten, werden sie es wohl nach den Sommerferien nicht mehr wegen der Löcher in den Reihen der Sozialpädagogen. „Das ist schon schwierig“, sagt Sarah Semet. Denn den Verantwortlichen an der Schule ist die Qualität ihrer Arbeit wichtig. Allen Kindern mit dem Personal ein bisschen Hilfe geben, „das funktioniert nicht“.
Die Arbeit an der Alice-Salomon-Schule sei erfüllend. Viele Ehemalige kämen nach ein paar Jahren wieder auf einen Besuch vorbei, erzählten von ihren Jobs und ihren Familien. „Das sind wirklich schöne Momente“, sagt Sarah Semet. „Da merkt man, dass sich die ganze Energie gelohnt hat.“
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