„Social-Media-Verbot für über 60-Jährige!“ – Leser kontern Altersgrenze für Jugendliche
Auf dem CDU-Parteitag haben die Mitglieder beschlossen, sich für ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 14 Jahren einzusetzen. Reaktionen im Netz sind geteilter Meinung, was die Pläne von Bundeskanzler Friedrich März angeht.
Kommt ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren? Auf dem CDU-Parteitag haben die Mitglieder unlängst beschlossen, sich dafür einzusetzen. Zuvor hatte schon die SPD dafür plädiert, eine Altersgrenze für soziale Netzwerke einzuführen. Kinder unter 14 Jahren sollen demnach keinen Zugang mehr zu den Netzwerken bekommen. Für ältere Jugendliche bis 16 Jahre sollen besondere Schutzregeln gelten.
Umfrage auf Instagram: Soll Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige kommen?
Bei einer Social-Media-Umfrage auf dem Instagram-Kanal der Heilbronner Stimme wird über das mögliche Verbot debattiert. 122 Kommentare haben sich unter dem Post gesammelt (Stand Dienstag, 24. Februar, 9:30 Uhr). Dabei gehen die Meinungen weit auseinander. Für die einen ist ein Verbot schon längst überfällig, andere sehen nicht die Politik verantwortlich für einen guten Umgang mit Social Media, sondern eher die Eltern und Erziehungsberechtigten.
Hinweis: Die im Artikel zitierten Kommentare stammen aus einem öffentlichen Instagram-Beitrag. Zur besseren Lesbarkeit wurden Orthografie, Grammatik und Ausdruck minimal angepasst, ohne den Sinn zu verändern.
Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige: Nutzer sehen Verantwortung bei Eltern
So schreibt ein Nutzer: „Genau… anstatt den Umgang damit zu lehren oder Alternativen zu schaffen, wird’s einfach verboten. Das ist keine Lösung, sondern Kapitulation.“ Eine Nutzerin antwortet darauf: „Wieso bitte soll die Politik Alternativen zur Freizeitbeschäftigung deiner Kinder schaffen? Bekommt eure Hintern hoch und kümmert euch selbst um eure Kinder und beschäftigt euch mit ihnen.“ Eine weitere Nutzerin stellt sich die Frage: „Braucht es dafür Gesetze?! Provokant gefragt: Kann oder will ich das nicht als Eltern leisten?“
Verbot von sozialen Netzwerken: Forderung auch für ältere Generationen
Mehrere Kommentare fordern Maßnahmen für andere Altersgruppen: „Ich wäre eher dafür, Menschen ab 70 aus Social Media fernzuhalten.“ Andere Nutzer setzen die Grenze schon früher: „Social-Media-Verbot für über 60-Jährige!“ Oder: „Gerne auch ab 50. Die haben davon genauso wenig Ahnung, wenn nicht sogar weniger.“
Ein Nutzer stellt die Frage: „Wie soll das kontrolliert werden?“ Denn, wie ein Kommentar feststellt: „Die fälschen doch eh das Alter.“ Ein anderer User zieht einen Vergleich mit dem Straßenverkehr: „Internet ist Infrastruktur, wie Straßen! Haben unsere Eltern uns erst mit 16 auf die Straßen gelassen? Und wenn ja, ohne Übung im Umgang damit, wären wir sofort überfahren worden.“
Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige: „Legt falschen Fokus auf Problem“
„Man will die Strafmündigkeit auf 12 herunterschrauben (was ich für gut empfinde), aber wiederum Social Media ab 16 Jahren erlauben? Ich sehe da keinen Zusammenhang“, kommentiert ein Nutzer und spielt auf die politische Debatte an, die zuletzt wieder aufgeflammt war. Innenminister Thomas Strobl (CDU) stellt bei zunehmender Gewaltkriminalität von unter 14-Jährigen die geltende Altersgrenze infrage.
Andere sehen in der Debatte einen falsch gelegten Fokus: „Wir haben hier so viele Probleme in Deutschland. Aber nein, es kommen Verbote. Glauben die etwa, die Kids wissen sich nicht zu helfen?“ Oder: „Probleme, die gar keine sind.“ Ein anderer Nutzer kommentiert ironisch: „Super! Wenn dadurch endlich die Wirtschaft in Schwung kommt und Mieten wieder bezahlbar werden, ist doch klasse! Endlich die richtigen Prioritäten in der Politik gesetzt!“
Befürworter bei Social-Media-Verbot: „Internet ist nicht kindgerecht“
Es gibt aber auch andere Stimmen, die das Verbot positiv betrachten. So schreibt eine Nutzerin: „Definitiv gut. Unter 16 kein Social Media.“ Ein anderer Nutzer begründet das Verbot mit dem Aufkommen von Falschnachrichten, die Kinder und Jugendliche seiner Meinung nach oft nicht richtig einschätzen können: „Kinder und Jugendliche können sehr oft nicht erkennen, was ist Wahrheit und was ist Fake. Daher kann ich die Entscheidung absolut nachvollziehen und finde sie folgerichtig!“
„Tip, top. Aber auch mal bringen, nicht nur reden“, schreibt ein Nutzer und spricht damit an, dass viele solcher Debatten oft groß diskutiert, am Ende aber nicht umgesetzt werden. Eine weitere Nutzerin erzählt ihre eigenen Erfahrungen: „Genau richtig! Und gut! Ich bin mit Medien aufgewachsen und online auf Chatseiten oder Social Media unterwegs gewesen und kann sagen: Das ist alles nicht kindgerecht bis 14 Jahre, weil überall auch Erwachsene angemeldet sind.“
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare