So sieht der Brandschutz in Kliniken im Raum Heilbronn aus
Die SLK-Kliniken im Stadt und Landkreis Heilbronn und die Rehakliniken der Kur- und Klinikverwaltung Bad Rappenau sind beim Brandschutz gut aufgestellt. Sie investieren Millionen in die Sicherheit von Patienten und Mitarbeitern.

Gänsehaut hatte Janosch Zepek, als Anfang Juni der Brand in einer Hamburger Klinik mit drei Toten durch die Medien ging: „Weil man selbst für so ein Riesenkrankenhaus verantwortlich ist“, sagt er. Zepek ist seit 2021 im Unternehmen. Seit 2023 ist er Brandschutzleiter der SLK-Kliniken. Fragen, wie das Feuer in Hamburg hätte vermieden werden können, stellten sich ihm. „Aber schlussendlich war es eine Person, die den Brand dort ausgelöst hat“, sagt er: „Den Faktor Mensch kann man nicht zu hundert Prozent kontrollieren.“
SLK-Kliniken mit eigenem Brandschutzleiter und hohen baulichen Standards
Aber man kann vorbeugend viel tun, wie man beim Spaziergang durch das SLK-Klinikum am Gesundbrunnen sehen kann. Böden und Decken sind dort so beschaffen, dass ein Brand erst nach 90 Minuten auf ein anderes Stockwerk übergreifen könnte.
Eine Schleuse an der Sicherheitstreppe bewirkt mit Hilfe von Überdruck, dass Rauch nicht ins Treppenhaus gelangt. „Wir bieten dem Feuer keinen Platz sich auszubreiten“, sagt Janosch Zepek. Auch ein 24-stündiger Sicherheitsdienst, wie man ihn habe, sei nicht überall selbstverständlich. Die Quote der Brandschutzhelfer liegt bei sieben Prozent.
Die Bauteile des neuen Krankenhauses sind alle gleich, mit ausreichend breiten Fluren. Nichts steht dort im Weg. Brände in Krankenhäusern haben oft gravierende Folgen. „Der Brandschutz hat hier eine besonders hohe Bedeutung“ steht mit Verweis auf zum Teil nicht mobile Patienten in der Broschüre „Sicheres Krankenhaus“ der Unfallkassen und Berufsgenossenschaften (UK/BG). Dort werden auch die Säulen des betrieblichen Brandschutzes erklärt.

15.000 Rauchmelder sind allein am SLK-Klinikum in Heilbronn verbaut
Der Bau selbst, die technischer Ausstattung, die Schulung von Personal spielen da eine ganz entscheidende Rolle. Janosch Zepek kennt sie alle. Und er ist sowohl im vorbeugenden als auch im abwehrenden Brandschutz zu Hause.
Der 33-Jährige ist seit seinem 18. Lebensjahr Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Bad Rappenau. In Siegelsbach ist er Gerätewart. Er ist Fachingenieur für Brandschutz und Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz. Vor Umbaumaßnahmen im Betrieb nimmt er eine erste Einschätzung vor.
Beim Spaziergang mit ihm durch das Krankenhaus im Heilbronn nimmt man die vielen Brandschutztüren, die roten Feuerlöscher an der Wand und die Rauchmelder an der Decke plötzlich bewusst wahr. 15 000 Stück davon gibt es allein an diesem Standort: „egal ob in einem Patientenzimmer, in einem Büro oder in einem Labor: Damit können wir ziemlich früh die Entstehung eines Brandes entdecken.“
Heilbronner SLK-Verbund hat in seinen Häusern 3700 Brandtüren
Schlägt ein Rauchmelder an, weiß die Heilbronner Berufsfeuerwehr sofort, dass sie ausrücken muss. Zuletzt war das 2023 der Fall, als auf der Geburtsstation ein akkubetriebenes Gerät Feuer fing. „Aus diesem Vorfall haben wir gelernt“, sagt Zepek: „Es wurden Räume definiert und noch mal ausgebaut, in denen heute Akkus geladen und gelagert werden.“
3700 Brandschutztüren gibt es im SLK-Verbund. Regelmäßig werden diese von einem eigenen Fachteam kontrolliert. „Der Brandschutz macht mittlerweile einen hohen Kostenfaktor bei den Baukosten aus“, sagt der hausinterne Experte. Gut angelegtes Geld. Oberstes Ziel ist es, Personen so lange wie möglich zu schützen.
Im Gesundbrunnen in Heilbronn könnte ein Feuer sofort lokalisiert werden
Geht ein Alarm raus, kommen alle entscheidenden Kräfte im FIZ, in der Feuerwehrinformationszentrale, zusammen. Dort steht alles für einen Einsatz bereit. Ein Gebäudegrundriss hängt an der einen Wand. An der anderen befinden sich Pläne von allen Stockwerken, allen Zimmern, jeder Brandschutzwand.
Ein Feuer kann sofort lokalisiert werden. 15.000 sogenannte Laufkarten schicken die Feuerwehrleute immer auf den richtigen Weg. Und sollte die Entrauchungsanlage wider Erwarten nicht automatisch anspringen, könnte man diese im FIZ von Hand in Gang setzen. „Wir sind auf dem neuesten Stand der Technik“, sagt Zepek über das SLK-Klinikum.

Rehakliniken der Kur- und Klinikverwaltung Bad Rappenau
„Wir sind sehr gut aufgestellt“, sagt auch Ingmar Schiedel, Mitglied der Geschäftsleitung der Kur- und Klinikverwaltung Bad Rappenau. Mehrere Millionen Euro habe man seit dem Umbau der städtischen Rehakliniken ab 2017 in den Brandschutz gesteckt. Zweite Fluchtwege geschaffen, Brandschutztüren installiert.
Mitarbeiter wurden zu Brandschutzhelfern ausgebildet, „die wissen, wie ein Feuerlöscher funktioniert, wie man Patienten rausholt, wie man die Häuser evakuiert.“ Er selbst ist einer dieser Helfer: „Wir sind während der Arbeitszeit alarmierbar“, sagt Schiedel. Und: „Wir achten vor allem darauf, dass Ruhe bewahrt wird.“
Bad Rappenauer Feuerwehr ist direkt mit den Kliniken verbunden
Brennt es in einem Krankenhaus, schaut auch er genau hin. 2023 habe man als Reaktion auf den Brand am Heilbronner Gesundbrunnen alle Nachtschwestern nachgeschult. Auch er nehme nach so einem Ereignis das Notfall-Handbuch zur Hand, um sich Handlungsanweisungen wieder ins Gedächtnis zu rufen. Wie die SLK-Kliniken sind auch die Häuser der Kur- und Klinikverwaltung über eine Meldeanlage direkt mit der Feuerwehr verbunden. Springt die Anlage an, macht sie sich auf den Weg. „Wir können die Anlage nicht ausschalten“, sagt Schiedel: „Das kann nur die Feuerwehr.“ Auch bei einem Fehlalarm.
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