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So groß wie das Saarland: Grundbuchamt Heilbronn verwaltet ein beeindruckend großes Gebiet

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Seit 2015 verwaltet das Heilbronner Grundbuchamt mit 47 Mitarbeitern ein Gebiet so groß wie das Saarland – volldigitalisiert und hochpräzise. Angelika Nold und Andrea Siedler geben Einblicke in die tägliche Arbeit und die umfassende Reform in Baden-Württemberg.

Mögen ihren Beruf sehr: Angelika Nold (links), stellvertretende Leiterin des Grundbuchamts Heilbronn, und Assistenzteamleiterin Andrea Siedler.
Foto: Mario Berger
Mögen ihren Beruf sehr: Angelika Nold (links), stellvertretende Leiterin des Grundbuchamts Heilbronn, und Assistenzteamleiterin Andrea Siedler. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Etwa so groß wie das Saarland und doch präzise bis ins kleinste Detail: Das Grundbuchamt Heilbronn verwaltet ein beeindruckendes Gebiet mit 340 Gemarkungen. Mitten drin: Angelika Nold, stellvertretende Leiterin des Grundbuchamts, und Assistenzteamleiterin Andrea Siedler.

Das Amt, in dem die beiden Frauen arbeiten, hat eine entscheidende Rolle in der umfassenden Reform des Grundbuchwesens in Baden-Württemberg gespielt. Vor der Reform existierten über 600 kleinere, oft kommunal geführte Grundbuchämter. Diese zersplitterte Struktur war historisch bedingt und im Vergleich zu anderen Bundesländern einzigartig. In Württemberg, wo Heilbronn liegt, waren die Grundbuchämter häufig mit staatlichen Notariaten verbunden, die bis zum 31. Dezember 2017 aufgelöst werden mussten.

Heilbronner Grundbuchamt ist eines der 13 zentralen Grundbuchämter im Land

Mit der Reform wurde das Heilbronner Grundbuchamt eines der 13 zentralen Grundbuchämter, die nun für die Grundbuchführung im Land zuständig sind. Es nahm am 2. Februar 2015 seinen Betrieb auf.

Die Reform brachte außerdem die vollständige Digitalisierung des Grundbuchwesens mit sich, so dass alle Vorgänge heute vollelektronisch abgewickelt werden können. „Alles, was in Papierform eingeht, muss gescannt und digitalisiert werden, damit es überhaupt bearbeitet werden kann“, macht stellvertretende Leiterin Angelika Nold deutlich.

Rund 47 Mitarbeiter sind beim Grundbuchamt Heilbronn beschäftigt

Ein weiteres Detail der Reform ist, dass die bisherigen papiernen Grundakten nicht mehr in den einzelnen Grundbuchämtern aufbewahrt werden. Diese werden jetzt zentral im Grundbuchzentralarchiv Baden-Württemberg in Kornwestheim gelagert und können bei Bedarf abgerufen werden.

Rund 47 Mitarbeiter sind beim Grundbuchamt Heilbronn beschäftigt. Wöchentlich gehen 800 elektronische Anträge sowie rund 500 Papierdokumente ein. Allerdings, betonen Nold und Siedler, gibt es Vorabauskünfte zu konkreten Sachlagen nur im Rahmen eines offiziellen Antrags. „Wir arbeiten tatsächlich erst, wenn ein Antrag eingeht.“ Die Gefahr, voreilig falsche Auskünfte zu erteilen, sei zu groß. „Pauschal informieren wir natürlich, aber niemals zu konkreten Fällen. Dafür braucht es alle Unterlagen.“

Immobilienkäufe, Erbschaften oder Darlehen

Menschen kommen in verschiedenen Situationen mit dem Grundbuchamt in Kontakt, erklären Angelika Nold und Andrea Siedler. Beispielsweise bei Immobilienkäufen muss der neue Eigentümer ins Grundbuch eingetragen werden, was meist vom Notar veranlasst wird. Auch bei der Finanzierung durch ein Darlehen, wenn Grundschulden oder Hypotheken eingetragen werden, ist das Amt beteiligt, um die Bank abzusichern.

Dies gilt ebenso bei Erbschaften, Schenkungen oder einem Todesfall: Stirbt der Eigentümer, muss der Erbe mit einem Erbschein oder notariellen Testament ins Grundbuch eingetragen werden. „Früher oder später hat also jeder mal mit dem Grundbuchtamt Kontakt“, weiß Andrea Siedler.




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