Grippewelle in Heilbronn – keine Maskenpflicht an SLK-Kliniken
Die Region Heilbronn steckt mitten in einer Grippewelle. In den Kliniken in Heidelberg und Mannheim sollen Besucher Maske tragen - die SLK-Kliniken folgen diesem Beispiel nicht.
Ende Januar veröffentlichte das Klinikum der Universität Heidelberg eine Mitteilung, in der Besucher zum Tragen einer Maske aufgefordert werden. Kostenlose Exemplare werden an der Pforte verteilt. Manch einer fühlt sich angesichts dieser Maßnahme fünf Jahre zurückversetzt, als die Corona-Pandemie gerade in ihrer Hochphase war.
Grund für die Entscheidung ist eine Grippewelle. „Aktuell kommt es in Heidelberg, Mannheim und Umgebung vermehrt zu Infektionen mit dem saisonalen Influenzavirus“, heißt es als Begründung. Die Anzahl der Grippe-Patienten sei hoch. Alle ambulanten Patienten sowie Besucher und Begleitpersonen werden deshalb gebeten, einen Mund- und Naseschutz zu tragen.
Grippewelle in Heilbronn: SLK-Kliniken appellieren an Besucher
Auch Heilbronn befindet sich gerade mitten in einer Grippewelle. Nach Angabe von Mathias Burkhardt, Sprecher der SLK-Kliniken, sei eine höhere Belastung zu spüren als im vorangegangenen Jahr. Die Lage sei insgesamt saisonüblich und entspreche der Jahreszeit.
Dem Heidelberger Vorbild folgen die Kliniken am Gesundbrunnen und Plattenwald daher nicht. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Infektionssaison setzen wir als SLK-Verbund auf die Eigenverantwortung unserer Besucher und ambulanten Patienten sowie von Begleitpersonen in allen unseren Häusern“, erklärt Mathias Burkhardt gegenüber der Heilbronner Stimme.
SLK-Kliniken über Krankenstand bei Belegschaft
Gleichzeitig weist er daraufhin, dass Masken nachweislich dazu beitrügen, das Infektionsrisiko zu reduzieren. Vor allem chronisch kranke oder ältere Menschen seien dadurch besser geschützt.
Der Krankenstand bei den Ärzten und Pflegekräften sei auf nahezu demselben Niveau wie im Vorjahreszeitraum. Jedoch könne es immer kurzfristig zu höheren Ausfällen kommen, die für die betroffene Station personell herausfordernd sein können.
Volle Arztpraxen wegen Grippe und anderen Erkrankungen
Die Grippe-Welle sorgt derzeit auch für volle Wartezimmer in den Arztpraxen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind Menschen aller Altersgruppen von der steigenden Zahl an Influenza-Erkrankungen betroffen, wie es im aktuellen Bericht zu akuten Atemwegserkrankungen heißt. Der Bericht bezieht sich auf die Woche zwischen 26. Januar und 1. Februar. Nachgewiesen werden überwiegend Influenza-A-Viren.
Nicht nur die Zahl der Grippe-, sondern auch der RSV-Fälle stieg zuletzt stark. Akute Atemwegserkrankungen betreffen sowohl Kinder als auch Erwachse. Das RKI geht von rund 8.800 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner aus, unabhängig von einem Arztbesuch. Hochgerechnet entspricht das einer Gesamtzahl von etwa 7,4 Millionen akuten Atemwegserkrankungen. Die Experten sprechen von einem hohen, aber für diese Jahreszeit üblichen Niveau. (hei/dpa)
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