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Schulen in Heilbronn: So entwickeln sie sich weiter

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Kein Werkrealschulabschluss mehr, längere Gymnasialzeit, eine neue Grundschulempfehlung: Die weiterführenden Schulen in Heilbronn stellen sich neu auf. Der Prozess hat begonnen.

Wohin geht die Reise mit den weiterführenden Schulen in Heilbronn? Das soll der Schulentwicklungsprozess in den nächsten Monaten zeigen.
Wohin geht die Reise mit den weiterführenden Schulen in Heilbronn? Das soll der Schulentwicklungsprozess in den nächsten Monaten zeigen.  Foto: fidaolga

Heilbronn ist nach Ansicht von Schulexperten die erste Großstadt im Land, die einen Schulentwicklungsprozess startet. Und das, obwohl sich die Vorgaben für Schulen ändern. Die anderen großen Kommunen? Warten ab, lassen die Schulen machen oder das Kultusministerium handeln. So jedenfalls die Einschätzung zu Beginn des Schulentwicklungsprozesses mit Lehrern und Rektoren von Heilbronner Schulen, zu dem die Bildungsexpertin Anne Sliwka von der Universität Heidelberg gekommen ist.

Die Stadtverwaltung Heilbronn hält sich beim Prozess zurück, will stattdessen alle Verantwortlichen einbeziehen und zusammen entscheiden. Lehrer und Rektoren genauso wie die Eltern. Am Ende ist der Gemeinderat gefordert.

Schulentwicklung in Heilbronn: Stadtverwaltung macht keine Vorgaben

„Wir gehen offen an das Thema ran“, sagt Agnes Christner, die als Bürgermeisterin unter anderem für Bildung und Betreuung zuständig ist. „Wir haben keine Forderungen.“ Das Ziel sei es, allen Kindern die bestmöglichen Bildungschancen zu bieten. „Wir haben keine Patentlösung.“

Aus diesem Grund nimmt die Stadt auch alle weiterführenden Schulen mit. Treffen, in denen es gezielt nur um eine weiterführende Schulart geht, sind erst einmal nicht geplant. „Es kann ja Kooperationen geben, an die wir noch gar nicht denken“, sagt Agnes Christner.

Die Bildungslandschaft ist im Wandel

Die Schullandschaft im Land ist im Wandel, vieles derzeit offen. Das fängt schon mit der Frage an, ob sich die Schülerströme von der Grundschule in Klasse fünf nach den Sommerferien ändern. Die Grundschulempfehlung ist neu. Nicht mehr allein der Elternwunsch entscheidet, wohin ein Kind nach Klasse vier geht: Soll ein Schüler auf ein Gymnasium, ist nun ebenfalls die Einschätzung der Lehrer oder ein Test wichtig.

Das ist nicht die einzige Neuerung. Zudem fällt der eigene Werkrealschul-Abschluss weg. Wie entwickeln sich diese Schulen weiter? Gemeinschafts- und Realschulen können zudem mit Gymnasien kooperieren.

Braucht Heilbronn eine neue Schule? Auch darum geht es

„Wir müssen überlegen, wie es mit der Schullandschaft weitergeht“, gibt Melanie Haußmann die Richtung vor. Sie vertritt als Geschäftsführende Schulleiterin alle Heilbronner Schulen außer die Gymnasien. „Wir haben viele Schüler in der Sekundarstufe eins“, sagt sie. Damit meint sie Kinder und Jugendliche an weiterführenden Schulen außer den Gymnasien. Noch sei unklar, was die Veränderungen für Heilbronn bedeuten. Vielleicht brauche die Stadt ja auch eine neue Schule, begründet Melanie Haußmann, warum gerade jetzt die Schulentwicklung so wichtig sei.

Am Auftakt in der Akademie für Innovative Bildung und Management in Heilbronn (AIM) nimmt Antje Kerdels teil, die als Geschäftsführende Schulleiterin die Gymnasien vertritt. „Für uns ist wichtig, im Gespräch dabei zu sein“, sagt sie. „Wir nehmen Schüler auf, geben Schüler ab.“ Der Fokus dürfe aber nicht nur auf den Schülern ab Klasse fünf liegen. Die frühe Bildung sei wichtig, betonen Antje Kerdels und Melanie Haußmann.

Positive Schulentwicklung: So lief es in Neckarsulm

Dass kommunale Schulentwicklung wichtig ist, verdeutlicht AIM-Geschäftsführer Marco Haaf, der zuvor als Gymnasialdirektor in Neckarsulm tätig war. Er erinnert sich an ein Treffen von Stadtverwaltung und Rektoren, in dem es um Investitionen in die Neckarsulmer Schulen gehen sollte. Mehrere Kollegen schüttelten den Kopf, bezeichneten die Pläne als Fehlinvestitionen. Grund: Für ihre Schulen hätten sie keine Chance mehr gesehen. Herausgekommen ist am Ende eine neue Schule: Die Franz-Binder-Verbundschule, die sogar ein neues Gebäude bekommen hat, bietet die Schulwege Werkrealschule, Gemeinschaftsschule und Realschule an.

Marco Haaf bittet deshalb die Heilbronner Schulen, dass sie das große Ganze sehen sollen. „Es sind alles Heilbronner Kinder.“




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