Schleusendebatte entscheidet darüber, ob Heilbronn ein echter Hafen bleibt
Rettet der Kompromissvorschlag aus Stuttgart den Ausbau der Neckarschleusen? Zweifel sind angebracht. Nötig ist ein nachhaltiges Bekenntnis zur Bedeutung der Binnenschifffahrt, meint unser Autor.

Erst sanieren, später verlängern: Der Kompromissvorschlag des Landes zur festgefahrenen Schleusendebatte klingt vernünftig. Er lädt aber auch zu Gratis-Schulterklopferei ein. Wenig hindert Berlin daran, den Vorschlag zu begrüßen. Der Schleusenausbau wäre eine Generationenaufgabe mit langem Planungsvorlauf. Jedes Bekenntnis läuft Gefahr, in den Mühlen parteipolitischer Veränderungen zermahlen zu werden.
So ist das schon einmal gewesen. Es gibt seit 2007 eine Vereinbarung zwischen Bund und Land zum Schleusenausbau. Was es braucht, ist ein glaubhaftes und dauerhaftes Bekenntnis der Politik, dass die Binnenschifffahrt im Verkehrsmix der Zukunft eine Rolle spielt und dass ihr Ausbau lohnt – oder eben nicht, dann muss man das auch klar benennen.
Zickzackkurs hilft der Wirtschaft in der Region nicht weiter
Der Zickzackkurs hilft niemandem weiter. Für Heilbronn als einem der wichtigsten Neckarhäfen steht viel auf dem Spiel. Bislang dominiert hier der Schiffstransport von Salz und Kohle. Der Brennstoff wird nach Umbau des Kraftwerks auf Gasbetrieb kaum noch anlanden. Containertransport, der die Straßen entlasten könnte, spielt kaum eine Rolle. Das wird sich ohne Ausbau der Schleusen nicht ändern.
Dann wäre Heilbronn ein Logistikdrehkreuz zwischen Schiene und Straße, aber eben kein Hafen mehr. Es wäre eine vergebene Chance, die der Wasserweg für den Gütertransport zweifellos bietet.
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