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Nach Attacke im Heilbronner Cinemaxx-Kino: SLK-Arzt erklärt Reizgas-Gefahr

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Im Heilbronner Cinemaxx-Kino kam es bei einer Reizgas-Attacke zu Verletzungen. Ein Experte der SLK-Kliniken erklärt, welche Gefahr von Pfefferspray und Co. ausgeht.


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Am Freitagabend dachten einige Besucher des Heilbronner Cinemaxx, sie seien im falschen Film. Wie die Polizei berichtet, versprühte ein Unbekannter im Foyer des Kinos im K3 in der nördlichen Innenstadt einen Reizstoff. „Gegen 20.50 Uhr stellte unser Kinopersonal eine Beeinträchtigung der Atemluft fest, umgehend wurden Maßnahmen getroffen“, berichtet Cinemaxx-Sprecher Mirko Engel. Das Personal lüftete ausgiebig und informierte die Feuerwehr.

Cinemaxx-Kino nach Reizgas-Attacke evakuiert – neun Personen verletzt

Die Anwesenden wurden evakuiert und von den mittlerweile eingetroffenen Polizisten und Rettungskräften betreut und befragt. Laut Polizei erlitten neun Personen leichte Verletzungen. Die Feuerwehrleute prüften die Raumverhältnisse und stellten schon bald keine Gefahr für die Atemwege mehr fest.

Mirko Engel sagt: „Nach der offiziellen Freigabe durch die Polizei konnte unser Team um 21.40 Uhr den Spielbetrieb wieder gefahrlos aufnehmen. Zu Ausfällen oder stärkeren Beeinträchtigungen der Vorführungen kam es durch das unverzügliche Handeln unserer Mitarbeitenden nicht.“

Heilbronner SLK-Experte: Gefahr durch Reizgas nicht immer leicht zu beurteilen

Wie schädlich ist eine solche Reizgas-Attacke und welchen gesundheitlichen Gefahren sahen sich die Geschädigten im Heilbronner Cinemaxx-Kino ausgesetzt? „Die meisten Reizgase sollen in der Regel primär nur stark reizen, im Sinne von einschränken und ablenken, aber nicht verletzen oder nachhaltig schädigen“, erklärt Dr. Jan Groß, ärztlicher Leiter der zentralen Notaufnahme der SLK-Kliniken in Heilbronn.

„Ein Problem ist dabei, dass die Art des eingesetzten Stoffes meist nicht unmittelbar bekannt ist und damit die Folgen auch nicht sicher beurteilbar sind“, sagt Groß. Wenn Pfefferspray oder ähnliche Stoffe versprüht werden, sind vor allem Menschen mit Vorerkrankungen gefährdet. Jan Groß: „Kritische Gesundheitsprobleme könnten zum Beispiel bei lungenkranken Menschen mit Asthma oder anderweitig eingeschränkter Lungenfunktion auftreten. Diese Personen sind besonders engmaschig zu betreuen.“

 

Polizei sucht nach Reizgas-Attacke im Heilbronner Cinemaxx Zeugen

Hinsichtlich der Behandlung gehen Mediziner nach Reizgas-Attacken je nach den individuellen Symptomen der Geschädigten vor. Laut Groß sei das ähnlich wie bei einer Rauchgas-Inhalation, bei der Patienten im Anschluss mit Sauerstoff versorgt werden. Behandlungen nach Reizgas-Attacken seien in der Notaufnahme der Heilbronner SLK-Kliniken allerdings selten. Jan Groß erläutert: „Wenn, dann sind oft aber gleich mehrere Personen gleichzeitig betroffen.“

Offenbar haben die Kinobesucher und das Team des Cinemaxx Heilbronn am Freitagabend nach dem Feststellen des Reizgases richtig gehandelt. „Bei Kontakt mit Reizgas ist es wichtig, diesen so rasch wie möglich zu beenden und sich bei relevanten oder zunehmenden Beschwerden vorsorglich in medizinische Überwachung und Behandlung zu begeben“, erläutert Groß.

Die Polizei ermittelt weiter des Verdachts der Körperverletzung. Tatverdächtige gibt es bislang nicht. Wer etwas beobachtet hat, meldet sich unter Telefon 07131/74790 beim Polizeirevier Heilbronn. 




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