Basis der Auswertung ist eine aufwendige Datensammlung des IW Köln zu den regionalen Preisen in kreisfreien Städten, Kreisen sowie Stadt- und Landkreisen in Deutschland, die die Forscher mit Einkommensdaten des Statistischen Bundesamtes verknüpft haben. Beide beruhen auf Daten des Jahres 2023, weil vor allem für die Einkommen keine aktuelleren validen Zahlen vorliegen. Mit einer früheren Auswertung des IW Köln zum selben Thema sind die Daten nur eingeschränkt vergleichbar. Damals hatte Starnberg den ersten Platz belegt.
Heilbronn gewinnt Einkommens-Ranking – diese Regionen liegen direkt dahinter
Heilbronn ist laut einer neuen Erhebung die „Reichenhochburg“ in Deutschland, denn hier bleibt den Menschen mit Blick auf die Lebenshaltungskosten am meisten vom Einkommen. Wo lässt es sich in Deutschland ähnlich gut leben?
In Heilbronn leben die Menschen am wohlhabendsten – das geht aus einer neuen Auswertung vom Institut derdeutschen Wirtschaft (IW) hervor. Untersucht wurde hierbei das reale Einkommen der Stadt- und Landkreise im bundesweiten Vergleich. Denn will man nicht nur wissen, wie viel die Menschen verdienen, sondern auch, was das Einkommen vor Ort wirklich wert ist, wird es kompliziert. Die Forscher stießen dabei auf zum Teil überraschende Ergebnisse.
Real-Einkommen in Deutschland: Hier leben die Menschen am wohlhabendsten
Im Fokus des Berichts, der am 12. April 2026 veröffentlicht wurde, stand demnach die Kaufkraft einer Region. Ob diese dort hoch oder niedrig ausfällt, „hängt zum einen davon ab, was nach Abzug von Steuern und Sozialbeiträgen von den Bruttoeinkommen verfügbar ist, und zum anderen von den Preisen, die regional für die Lebenshaltung zu zahlen sind“, heißt es darin.
Weil in Heilbronn die durchschnittlichen verfügbaren Einkommen nicht nur zu den höchsten in Deutschland gehören, sondern die Lebenshaltungskosten auch relativ normal sind, setzt sich die Stadt in Baden-Württemberg an die Spitze der Statistik. Sie verdrängt damit den bayerischen Landkreis Starnberg, der bei der vergangenen Auswertung noch vorne lag. Gründe dafür sehen die Autoren der Studie dort in Gewinnentnahmen aus Gewerbebetrieben. Diese können teilweise die Hälfte der Einnahmen ausmachen und haben Heilbronn in den neuen revidierten Einkommensdaten des Statistischen Bundesamtes deutlich nach oben geschoben. Allerdings weisen die Autoren auch darauf hin, dass nur wenige Haushalte von diesen Gewinnentnahmen profitieren.
- Heilbronn: 39.424 Euro pro Kopf
- Landkreis Starnberg: 39.224 Euro
- Landkreis Rhön-Grabfeld: 38.479 Euro
- Landkreis Neuwied: 37.441 Euro
- Landkreis Miesbach: 37.078 Euro
- Landkreis Erlangen-Höchstadt: 36.804 Euro
- Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge: 36.385 Euro
- Hochtaunuskreis: 36.080 Euro
- Landkreis Mainz-Bingen: 35.814 Euro
- Kreis Olpe: 34.437 Euro
Auffallend sei den Forschern zufolge, „dass sich an der Spitze viele auch touristisch attraktive Regionen befinden, die zudem häufig in der Nähe von wirtschaftsstarken Metropolen liegen“.
Das Schlusslicht bilden in dem Vergleich die Städte Offenbach am Main mit 21.430 Euro pro Kopf kurz vor Gelsenkirchen (21.469 Euro) und Duisburg (22.236 Euro).
Städte im Einkommens-Vergleich: Hier bleibt am meisten übrig
Auch ein Blick auf den Vergleich der kreisfreien Städte in Deutschland scheint interessant. Denn Heilbronn schafft es als einzige überhaupt in die Top 10. In diesen Städten lässt es sich laut dem Ranking in Deutschland ebenfalls wohlhabend leben:
- Heilbronn: Platz 1 im Ranking
- Baden-Baden: Platz 12 (33.956 Euro pro Kopf)
- Neustadt an der Weinstraße: Platz 21 (32.135 Euro)
- Schwabach: Platz 23 (32.080 Euro)
- Wiesbaden: Platz 31 (31.763 Euro)
- Coburg: Platz 35 (31.709 Euro)
- Fürth: Platz 41 (31.554 Euro)
- Ulm: Platz 45 (31.434 Euro)
- München: Platz 68 (30.823 Euro)
- Memmingen: Platz 95 (30.392 Euro)
„Hidden Champions“: Auswertung der Real-Einkommen in Deutschland überrascht
Insgesamt zeigt die Auswertung, die auf Zahlen des Jahres 2023 beruht – aktuellere liegen nicht vor – gerade am oberen Ende des Rankings eine bunte Mischung aus den üblichen Verdächtigen bei Reichtum und dem, was Autor Christoph Schröder „Hidden Champions“ nennt.
Klassische „Reichenhochburgen“ weisen so hohe Durchschnittseinkommen auf, dass diese die hohen regionalen Lebenshaltungskosten mehr als ausgleichen. Wie schon bei früheren Auswertungen finden sich an der Spitze vor allem Landkreise. Gerade in größeren Städten ist das Einkommen oft nicht besonders hoch, die Lebenshaltungskosten dagegen schon – denn der entscheidende Faktor bei den Preisunterschieden sind die Mieten.
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