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Brutaler Racheakt?
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Affäre beschäftigt Landgericht Heilbronn: Liebhaber im Intimbereich verletzt

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Eine Affäre, angebliche Vergewaltigungen und ein vermeintlicher Racheakt: Drei Männer stehen in Heilbronn vor Gericht. Sie sollen einen mutmaßlichen Liebhaber im Intimbereich schwer verletzt haben.


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Wegen eines mutmaßlichen Racheakts nach einer Affäre müssen sich seit dem 6. März drei Männer vor dem Landgericht Heilbronn verantworten. Sie sollen unter anderem die Geschlechtsteile ihres Opfers verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen zudem gemeinschaftlich schweren Raub vor.

Nach Affäre: Drei Männer wegen Raub und Körperverletzung vor Heilbronner Gericht

Einer der Angeklagten soll von seiner Ehefrau über drei Jahre hinweg betrogen worden sein. Als die Affäre aufflog – der Ehemann sah auf Überwachungskameras einen fremden Mann das Haus verlassen, vermutete einen Einbruch und rief die Polizei – soll die Frau laut Anklageschrift vorgetäuscht haben, mehrfach vergewaltigt worden zu sein.

Um die verletzte Familienehre zu retten und Rache für die angeblichen Vergewaltigungen zu nehmen, suchte der Ehemann aus Bad Wimpfen am Morgen des 9. September die Flüchtlingsunterkunft auf, in der der mutmaßliche Liebhaber wohnte. Dabei wurde er von seinem 17-jährigen Sohn sowie dem Bruder seiner Ehefrau begleitet.

Prozess in Heilbronn: Angeklagte wollten offenbar Liebhaber zeugungsunfähig machen

Die drei Afghanen sollen den mutmaßlichen Liebhaber unter anderem mit einem Küchenmesser bedroht haben, das eine 13 Zentimeter lange Klinge hatte. Sie hielten ihm laut Staatsanwalt Michael Koch die Waffe mehrfach an den Hals, um ihn zur Herausgabe seiner beiden Mobiltelefone sowie von 1000 Euro Bargeld zu zwingen.

Zudem soll einer von ihnen das Opfer mit einer Thermoskanne auf Kopf und Körper geschlagen haben. Schließlich soll der Ehemann den Hodensack des Mannes „bewusst schmerzhaft umfasst“ und das Messer in diese Richtung geführt haben, offenbar mit der Absicht, schwere Verletzungen der Geschlechtsorgane zu verursachen und ihn zeugungsunfähig zu machen.

Drei Männer angeklagt: Opfer lebt seit der Tat in Angst 

Ihre Tat konnten die Männer laut Staatsanwalt Michael Koch nur deshalb nicht vollenden, weil Nachbarn auf den Angriff aufmerksam wurden. Die Täter flüchteten daraufhin – und gingen anschließend einkaufen, offenbar um ein Alibi vorzutäuschen. Bei ihrer Rückkehr nach Hause wurden sie jedoch von der Polizei festgenommen. Die Angeklagten sitzen seit dem 10. September vergangenen Jahres in Untersuchungshaft.

Das Opfer erlitt rote Striemen am Hals, tiefe Schnittwunden an beiden Händen, ein Hämatom an der linken Flanke sowie Hautverletzungen und Schmerzen an den Hoden. Zudem musste eine durchtrennte Sehne am linken Zeigefinger operativ versorgt werden. Seit der Tat leide der Mann unter Schlafstörungen und Angstzuständen, so Staatsanwalt Michael Koch.

Wegen falscher Verdächtigung: Verfahren gegen Ehefrau am Landgericht Heilbronn eingeleitet 

Gegen die Ehefrau wurde ein Verfahren wegen falscher Verdächtigung eingeleitet. Sie war beim Prozessauftakt anwesend, da sie als gesetzliche Vertreterin ihres minderjährigen 17-jährigen Sohnes fungiert, der mit auf der Anklagebank sitzt. Zudem ist sie als Zeugin im weiteren Prozessverlauf vorgesehen. Ob sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen wird, ist derzeit noch offen.

Insgesamt sind sechs weitere Verhandlungstermine angesetzt. Zwei der Angeklagten kündigten an, beim nächsten Termin Aussagen zur Tat machen zu wollen, darunter der betrogene Ehemann.




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