Nach Verkehrskontrolle in Heilbronn: Polizei findet Drogen in Fleiner Wohnung
Unter anderem im Raum Heilbronn soll eine 44 Jahre alte Angeklagte aus Flein schwunghaften Handel mit Betäubungsmittel betrieben haben. Mit dem Erlös habe sie unter anderem den Unterhalt für ihre Kinder bezahlen wollen, erklärte sie.
Eigentlich habe sie in Flein ein neues Leben anfangen wollen, sagte die Angeklagte zum Prozessauftakt vor der 9. Großen Strafkammer. Aber bereits rund zwei Monate später, am 20. Juli 2025, wurde sie nach einer Verkehrskontrolle in Heilbronn und einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung verhaftet. Die Beamten hatten unter anderem größere Mengen Amphetamin gefunden. Seit Freitag muss sich die deutsche Staatsbürgerin vor dem Landgericht verantworten.
Polizeibeamte finden Betäubungsmittel in Fleiner Wohnung
Staatsanwältin Sabrina Klaiber wirft der 44 Jahre alten Frau vor, im Zeitraum von Mai 2025 bis Juli 2025 im Raum Heilbronn sowie in Leutkirch im Allgäu und Isny im Allgäu Handel mit nicht geringen Mengen Amphetamin, Ecstasy-Tabletten und LSD betrieben zu haben. Damit habe sie sich über einen längeren Zeitraum ihren Lebensunterhalt finanzieren wollen, so die Staatsanwältin.
Angeklagt sind fünf rechtlich selbstständige Taten. In der Summe soll es sich um rund 7,5 Kilogramm Amphetamin, 950 Ecstasy-Tabletten und eine Flasche LSD-haltiger Flüssigkeit gehandelt haben. Teile davon fanden Polizeibeamte anlässlich der Wohnungsdurchsuchung am 20. Juli.

Die Beamten stellten hier außerdem zwei Messer sicher. Laut Staatsanwältin habe die Angeklagte diese Messer zur Absicherung der Rauschgiftmengen in der Wohnung griffbereit vorgehalten. In Summe gut 34.000 Euro als Wertersatz für den Erlös aus den Drogengeschäften eingezogen werden.
Angeklagte bei Wohnungsdurchsuchung und im Prozess kooperativ
Wie mehrere Polizeibeamte im Zeugenstand aussagten, sei die Angeklagte bei der Verkehrskontrolle und bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung freundlich und kooperativ gewesen. Auch in der Hauptverhandlung im Landgericht machte sie umfängliche Angaben. „Ich habe das gemacht“, sagte sie. Allerdings stimmten die Mengen in einigen Anklagepunkten nicht. Unter anderem habe sie zwei Kilogramm Amphetamine nur für ihren Lieferanten aufbewahrt, weil ihm angeblich die Polizei auf der Spur gewesen sein soll.
Grund für den Handel mit Betäubungsmitteln seien Geldprobleme gewesen, so die Angeklagte. Nach mehreren Ausbildungen und Arbeitsstellen habe sie zuletzt von Krankengeld gelebt. Damit habe sie neben ihrer Miete auch Unterhalt für ihre beiden Kinder bezahlen müssen, die sie aus einer Ehe mit einer Frau hatte. Die Unterhaltszahlung wurde zuletzt gepfändet.
Drogenprozess in Heilbronn: Angeklagte aus Flein schildert Weg nach der Haft
Die Angeklagte ist als biologischer Mann geboren. Inzwischen hat sie die Identität einer Frau angenommen und sich auch so eintragen lassen. Sie plane auch eine Operation. Lange Zeit sei sie depressiv gewesen. Sie habe einen Selbstmordversuch hinter sich. Seit ihrer Wandlung lebe sie befreiter.
Vom Allgäu nach Flein sei sie gezogen, weil sie sich in Heilbronn bessere Arbeitsmöglichkeiten versprochen habe. Mit ihrem ersten angeklagten Drogengeschäft habe sie die Kaution für die Wohnung in Flein bezahlen können. Nach ihrer Inhaftierung wolle sie nichts mehr mit Drogen zu tun haben, sondern einer geregelten Arbeit nachgehen.
Die Kammer hat für den Prozess vier Verhandlungstage angesetzt. Geladen sind fünf Zeugen und ein Sachverständiger.
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