Versuchter Mord in Sachsenheim: Messerangriff auf offener Straße
Ein 25 Jahre alter Mann muss sich vor dem Heilbronner Landgericht unter anderem wegen versuchten Mordes verantworten. Er soll in Sachsenheim mit einem Messer auf einen Mann eingestochen haben.
Gleich zweimal innerhalb einer Woche soll der Angeklagte Mitte Oktober den gleichen Mann in Sachsenheim (Landkreis Ludwigsburg) mit einem Messer angegriffen haben. Laut Staatsanwalt Christian Meyer sei der ersten Tat am 16. Oktober ein Streit um eine kaputte Tür in einer Unterkunft vorausgegangen.
Messerangriffe in Sachsenheim: 25-Jähriger aus Gaza muss sich vor Landgericht Heilbronn verantworten
Beim zweiten Mal soll der Angeklagte am 20. Oktober zugestochen haben, als Täter und Geschädigter sich bei einer Zigarette wegen des ersten Übergriffs offenbar versöhnen wollten. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung sowie auf versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.
Gezielt Richtung Kopf und Hals soll der 25-Jährige beim ersten Angriff gestochen haben. Getroffen habe er den offenbar ausweichenden Geschädigten am Oberarm. Laut Staatsanwalt hat das Opfer dabei eine rund zwei Zentimeter breite Stichwunde erlitten.
Staatsanwalt am Landgericht Heilbronn: Angeklagter startete einen Überraschungsangriff
Vier Tage später folgte der zweite Angriff auf offener Straße in Sachsenheim. Laut Christian Meyer haben Täter und Opfer bei einer Zigarette über die erste Attacke gesprochen. Dabei soll der Geschädigte gesagt haben, der Angeklagte solle nie wieder mit einem Messer hantieren.
„Darauf zog der Angeklagte wieder ein Messer und startete einen Überraschungsangriff“, sagte der Staatsanwalt. Er habe erneut zugestochen und den Geschädigten zunächst wieder am Arm getroffen. Als der Verletzte flüchten wollte, habe ihn der Angeklagte verfolgt. Und erneut zugestochen. Diesmal habe er ihm eine stark blutende Stichverletzung im Oberschenkel zugefügt und sei geflüchtet.
Angeklagter bestreitet Vorwürfe: Ein Messer sei nie im Spiel gewesen
Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe. Er ließ seinen Verteidiger Thorsten Binder erklären, dass er sich lediglich gegen Angriffe verteidigt habe. Zu keinem Zeitpunkt sei ein Messer im Spiel gewesen.
Im Sommer 2024 ist der Angeklagte von Gaza über Ägypten, die Türkei, Griechenland und Italien nach Deutschland gekommen. Sein Asylantrag wurde im Januar 2025 abgelehnt. Der Angeklagte hatte offenbar trotzdem gehofft, in Deutschland bleiben zu können, wenn er eine Arbeit findet. Der Prozess ist bis Mitte Mai angesetzt.
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