Beginn der Pollensaison: SLK-Oberärztin aus Heilbronn hat Tipps für Allergiker
Die Nase läuft, die Augen jucken: Für Allergiker ist der Frühling nicht nur Grund zur Freude. Welche Pollen gerade besonders aktiv sind und wie Allergiker gut durch die Pollenzeit kommen.
Die Tage werden länger, die Temperaturen milder und die Sonnenstrahlen wärmer - der Frühling steht vor der Tür. Das dürfte die meisten Menschen freuen, doch für Allergiker beginnt damit auch die Pollensaison. Wie kommen Betroffene gut durch das Frühjahr und was gilt es zu beachten? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.
Start in die Pollensaison: Was Allergiker beachten müssen
Wie verlief der Start in die Pollensaison?
Laut des Deutschen Allergie- und Asthmabundes war der Start in die Pollensaison Anfang Februar „sanft und zurückhaltend“. Allerdings wird der Pollenflug – und damit die Allergiesaison für Betroffene - durch den Klimawandel heftiger. „Die Pflanzen erfahren den Klimawandel und die damit verbundene Luftverschmutzung als Stress – sowohl die Menge als auch dass allergene Potenzial der Pollen werden gesteigert“, erklärt Dr. Evelyn Schneider, Oberärztin an der SLK-Hautklinik und Leiterin des Allergiezentrums Heilbronn-Franken. „Die Pflanze sichert durch den Pollenflug ihre Fortpflanzung, sie nutzt diese Strategie zum Überleben. Zur Arterhaltung werden mehr Pollen gebildet.“

Ist absehbar, wie die Pollensaison verlaufen wird?
„Das ist im Vorfeld eher schwierig einzuschätzen beziehungsweise vorherzusehen“, sagt die Expertin. In der Regel sei die Belastung im Jahr nach einer Hochsaison geringer – für Birkenpollenalergiker könne es in diesem Jahr deshalb gut aussehen, „denn die Belastung war vergangenes Jahr hoch“. Allerdings werde dieser Wechsel zwischen den Jahren bei manchen Pflanzen nicht mehr beobachtet, beispielsweise bei der Hasel.
Welche Pollen sind derzeit hauptsächlich aktiv?
Die klassischen Frühblüher. Dazu zählen Hasel und Erle, wobei die „jetzt langsam von der Pappel, Weide Ulme und Esche abgelöst werden. Dann kommen Birke und Buche“. Über den aktuellen Pollenflug kann man sich unter anderem beim Polleninformationsdienst informieren, unter www.pollenstiftung.de.
Brennende Augen, juckende Nase – typische Symptome bei Pollenallergie
Was sind typische Symptome einer Allergie?
Zu den klassischen Symptomen gehören gerötete, geschwollene und tränende Augen, was häufig mit Brennen oder Jucken einhergeht. Auch Nase, Mund und Rachenraum können von Juckreiz betroffen sein. „Zu Beginn der jeweiligen Saison fühlen sich Betroffene oft so, als ob sich eine schwere Erkältung anbahnt“, sagt Schneider. Typisch seien ein Fließschnupfen, ein Niesreiz, eine verstopfte Nasse sowie Kribbeln in der Nase und in den Ohren. Weiter können Abgeschlagenheit, Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche auftreten. „Mit Fortschreiten der Allergie können sich auch asthmatische Beschwerden einstellen.“

Wie können sich Betroffene schützen?
„Die Pollen nicht mit nach Hause und vor allem nicht mit ins Schlafzimmer nehmen, auch Wäsche nicht im Freien trocknen, die Kleidung nicht dort ablegen wo man schläft oder sich viel aufhält, wenn möglich die Haare abends waschen oder zumindest ausbürsten“, rät Evelyn Schneider. Außerdem kann es helfen, feucht zu wischen, um den Blütenstaub zu binden. Aktivitäten im Freien sollten eingeschränkt oder „geschickt geplant“ werden. Symptome und Beschwerden können außerdem durch entsprechende Sprays, Tropfen oder Tabletten abgemildert werden.
Was sollten Allergiker sein lassen – und was ist mit dem Sport im Freien?
Was sollten Allergiker vermeiden?
Allergikern ist von Rauchen besonders abzuraten. Denn das führt zu einer ständigen Reizung der Atemwege, wodurch die Pollen einen besseren Angriffspunkt an den Schleimhäuten haben. Außerdem sollten Menschen, die vom sogenannten „Oralen Allergiesyndrom“ betroffen sind, kreuzreaktive Nahrungsmittel nicht roh verzehren, so die SLK-Ärztin. Das orale Allergiesyndrom ist eine allergische Reaktion im Mund- und Rachenbereich, die meist nach dem Verzehr bestimmter roher Früchte, Gemüse oder Nüsse auftritt. Es entsteht oft bei Menschen mit Pollenallergien durch eine Kreuzreaktion – das Immunsystem verwechselt ähnliche Eiweiße in Lebensmitteln mit den Pollen. Typische Symptome sind Jucken oder Brennen im Mund, an den Lippen, im Hals oder an der Zunge.
Was ist zu beachten, wenn man draußen Sport treiben möchte?
Mit dem Frühling beginnt für viele Freizeitsportler im Ausdauerbereich auch die intensivere Trainingszeit sowie die Wettkampfsaison. Ist man von einer Pollenallergie betroffen, rät Evelyn Schneider allerdings: „In der Hauptpollenzeit Sport im Freien möglichst einschränken, hierfür die tagesaktuelle Pollenbelastung prüfen. Auf dem Land ist der Pollenflug morgens am stärksten, in der Stadt am Abend.“ Entsprechend gegengleich sollte man Outdoor-Aktivitäten planen. Stellt sich asthmatische Beschwerden bei körperlicher Belastung ein, sollte man einen Arzt aufsuchen.
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