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Heilbronn 

17 Wochen alt – so werden aus den Welpen Ignaz und Basko echte Polizeihunde 

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Noch tapsig, aber mit klarer Aufgabe: Die Welpen Basko und Ignaz sollen zu Polizeihunden ausgebildet werden. Wie ihr Training aussieht, worauf es ankommt – und warum Geduld dabei entscheidend ist.


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Schäferhund Basko setzt vorsichtig eine Pfote vor die andere, klettert über Betonstufen und durch ein altes Zugabteil. Kurz zögert er, dann folgt er dem Kommando. Hinter ihm: sein Hundeführer Christopher Schirmer, der ihn lobt und mit Futter belohnt. Der 17 Wochen alte Welpe steht am Anfang seiner Ausbildung zum Polizeihund – später soll er unter anderem bei Einsätzen helfen oder Spuren verfolgen.

Basko und Ignaz sind die jüngsten Neuzugänge bei der Polizei in Heilbronn. Seit Mitte Februar leben die beiden Welpen bei ihren Hundeführern und wachsen Schritt für Schritt in ihre Aufgaben hinein.

Malinois Ignaz ist neu bei der Hundestaffel des Heilbronner Polizeipräsidiums

Ignaz ist ein Malinois, eine Varietät des belgischen Schäferhundes. Seine Hundeführerin Carmen Zartmann-Seitz hat ihm ein neues Zuhause gegeben – denn Polizeihunde bleiben dauerhaft bei ihren Bezugspersonen. Für sie ist Ignaz bereits der zweite Diensthund. Während ihr älteres Tier sich langsam dem Ruhestand nähert, wächst der Nachwuchs heran.


„Wenn ein Diensthund ein gewisses Alter erreicht hat, holt man sich einen Welpen, um den Nachwuchs an seine Aufgaben heranzuführen“, erklärt Zartmann-Seitz. Wie lange ein Hund im Dienst ist, hänge von seinem Gesundheitszustand ab. „Meist sind es etwa zehn Jahre, dann darf er in den Ruhestand.“ Deswegen beginne sie, den neuen Welpen nachzuziehen. Der andere Hund sei bereits acht.

Heilbronner Hundeführer bringen viel Geduld und Konsequenz mit

Bei Christopher Schirmer durfte der deutsche Schäferhund Basko ebenfalls am 14. Februar seinen Dienst antreten. Gerade ist er, wie auch Ignaz, im Zahnwechsel. Wichtig sei für den Hund in seiner frühen Lebensphase viel Spiel und Spaß. „Außerdem viel Geduld und Konsequenz“, sagt Schirmer. „Die Hunde müssen viel sehen und viele Erfahrungen machen.“ So war Schirmer mit Basko im Tierpark, um den Hund an andere Tiere zu gewöhnen. Erfahrungen zu schaffen sei essenziell, denn alles, was der Hund jetzt lernt, merkt er sich besser.

Hund und Mensch gehen gemeinsam „durch Dick und Dünn“

Tim Metz hat bereits seinen vierten Polizeidiensthund. Mit Tieren zu arbeiten sei einfach anders, als vor dem Computer zu sitzen, sagt er. „Die Bindung zwischen Hund und Mensch ist eng“, sagt er. Man sei immer zusammen, im Dienst und Zuhause. Die Hunde können auch dazwischen unterscheiden. „Man geht gemeinsam durch Dick und Dünn.“

Auch nach dem Dienstende, „der Rente“, sagt Metz, bleibt das Tier in der Obhut seines Hundeführers. Die Bindung sei nicht anders, als zum Privathund, gehalten werden die Hunde ebenfalls wie der eigene. Wichtig sei die Leidenschaft zum Tier, dann „macht man das Hobby zum Beruf und verbindet es mit der täglichen Arbeit.“

Ein Polizeihund lernt nie wirklich aus: So werden die Welpen ausgewählt

„Die Ausbildung endet für den Hund nie“, sagt Carmen Zartmann-Seitz. „Im Alter sind sie nur einfach routinierter.“ Für Ignaz steht gerade das Grundseminar der Ausbildungsstaffel an. „Dort lernt er alles, was ein anderer Welpe auch lernen muss.“ Später wird ein Eignungstest durchgeführt, bei dem der Hund die gesundheitlichen Anforderungen für den Dienst erfüllen muss. „Das ist die erste richtige Hürde“, so Zartmann-Seitz.

Meist stammen die Welpen aus sogenannten Arbeitslinien, bei denen Herkunft und Eigenschaften genau dokumentiert sind. Züchter achten besonders auf das Wesen der Elterntiere, da sich daraus Rückschlüsse auf den Charakter der Welpen ziehen lassen, erklärt Hundeführerin Carmen Zartmann-Seitz.

Heilbronner Polizeihunde in der Ausbildung: Worauf es später ankommt

„Wir brauchen Hunde, die möglichst vielseitig einsetzbar sind“, sagt sie. Denn das Aufgabenfeld ist vielfältig: Jeder Diensthund wird zunächst zum Schutzhund ausgebildet. Anschließend folgt eine Spezialisierung – etwa auf das Aufspüren von Drogen, Brandmitteln, Sprengstoff oder Datenträgern.

Dabei müssen die Tiere unterschiedliche Eigenschaften mitbringen. „Bei Einsätzen, etwa bei Demonstrationen, müssen sie ruhig bleiben – gleichzeitig brauchen sie einen ausgeprägten Spiel- und Jagdtrieb, um effektiv arbeiten zu können“, so Zartmann-Seitz.

Noch sind Basko und Ignaz neugierig und verspielt. Doch mit jedem Training wachsen sie in ihre Aufgaben hinein. Was heute wie ein Spiel wirkt, wird später ernst – dann müssen sie sich im Einsatz bewähren.




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