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Diskussion beim Polizeipräsidium Heilbronn: Neue Wege in der Personalplanung

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Nach einer Versammlung sorgt die Personalplanung beim Polizeipräsidium Heilbronn für Verunsicherung unter Beamten. Der Personalrat ruft die uniformierte Polizei zur aktiven Mitarbeit an neuen Modellen auf.


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Nach einer Versammlung der Schutzpolizeidirektion des Heilbronner Präsidiums in der Aula der Hochschule in Heilbronn-Sontheim ist eine Diskussion um die Personalbesetzung in den Revieren losgetreten worden. Zur Schutzpolizei zählen die uniformierten Polizisten.

Augenzeugen der Veranstaltung Anfang März berichten, dass unter anderem darüber gesprochen worden sei, eine Streife im Revier Weinsberg nachts abzuziehen. Eine weitere Versammlung fand zwei Tage später in einer Halle in Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) statt. Wie Frank Belz (54), Sprecher des Polizeipräsidiums in der Vergangenheit erklärte, verfüge das Präsidium Heilbronn nicht über ausreichend große Räume und sei deshalb auf öffentliche Räumlichkeiten ausweichen.

Personalplanung beim Polizeipräsidium Heilbronn soll neu gedacht werden

Die Diskussion bei der Polizei dreht sich offenbar um die Personalbesetzung. Häufig werden Reviere in ländlichen Gebieten nachts von fünf Polizeibeamten besetzt – zwei Streifen, ein Polizeibeamter im Revier. Das Polizeipräsidium Heilbronn erklärte zur Frage der Personalplanung bereits, dass der gesamtgesellschaftliche Wandel auch vor der Polizei kein Halt mache. Man wolle die Mitarbeiter frühzeitig in die Planungen mit einbeziehen. Konkret sei bei der Versammlung nichts beschlossen worden.

Uniformierte Polizistinnen und Polizisten gehören der Schutzpolizeidirektion an. Die Personalplanung beim Präsidium Heilbronn war Thema einer Versammlung.
Foto: dpa
Uniformierte Polizistinnen und Polizisten gehören der Schutzpolizeidirektion an. Die Personalplanung beim Präsidium Heilbronn war Thema einer Versammlung. Foto: dpa  Foto: Marijan Murat

Jörg Reutter war nicht bei der Veranstaltung in Sontheim. Seither stelle er aber einen erhöhten Informationsbedarf seiner Kolleginnen und Kollegen fest. Der 54-Jährige ist Bezirksvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft und Personalrat beim Präsidium Heilbronn. Er erklärt, dass bei der Versammlung lediglich eine Zahlenerhebung gemacht worden sei. Konkret sei überhaupt nichts entschieden worden.

Personalzuteilung bei der Polizei: Pool-Lösung statt starrer Schichtpläne gefordert

Die Diskussion um die Personalzuteilung hält Reutter für überfällig. Die derzeitige Stellenbewirtschaftung bei der Polizei sei antiquiert und vertrage sich nicht mit einem modernen Arbeitgeber. Statt für das derzeitige starre Schichtmodell, bei dem im Januar bereits feststeht, wer im November Nachtschicht habe, spricht er sich für eine Pool-Lösung aus. Die Polizisten sollen nach persönlicher Lebenssituation entscheiden können, wie sie arbeiten, ohne die Mindestbesetzung in den Revieren zu vernachlässigen. Er appelliert an seine Kollegen: „Lasst uns darüber reden.“ Reutter sagt, es habe noch nie eine solche Transparenz bei der Personalplanung gegeben. Teilzeit, ein Sabbatjahr oder Elternzeit seien auch Themen bei der Polizei. Dennoch lasse sich die Polizei nicht mit der freien Wirtschaft vergleichen. „Mit Modellen aus der Wirtschaft kann man nicht an die Polizei rangehen.“

Diskussion beim Präsidium Heilbronn: Vorwürfe laut Polizeipräsident unberechtigt

Zur derzeitigen Diskussion beim Präsidium Heilbronn passt, wonach jemand das anonyme Hinweisportal des Innenministeriums genutzt haben soll, um Frust loszuwerden. Die Art und Weise ist durchaus ungewöhnlich, das Portal steht jedem Bürger zur Verfügung. Die darin erhobenen Vorwürfe, wonach in einer Abteilung des Präsidiums Heilbronn zu wenig gearbeitet werde, sei Polizeipräsident Frank Spitzmüller (53) im Januar zugegangen, teilt Sprecher Belz mit. Die Unterstellung sei substanzlos, Spitzmüller sei mit der Leistung der Mitarbeiter zufrieden.




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