Weitere Informationen unter: www.cas.dhbw.de/healthcare
„Pflege aus dem Jammertal holen“ – Heilbronner Masterstudium eröffnet Karrierechancen für Pflegekräfte
Angelina Cornet und Lisa-Maren Korb gehören zu den ersten Absolventinnen des neuen Masterstudiengangs „Advanced Practice in Healthcare“. Mit ihrem Wissen wollen sie die Pflege auf Station direkt verbessern.

Mit wissenschaftlichem Know-how zurück ans Krankenbett: Angelina Cornet und Lisa-Maren Korb gehören zu den ersten Absolventinnen des dualen Masterstudiengangs „Advanced Practice in Healthcare“ am DHBW CAS auf dem Heilbronner Bildungscampus. Ihr Ziel: Forschungsergebnisse in die Praxis bringen – für bessere Patientenversorgung und eine Weiterentwicklung der Pflege.
Wie Pflegekräfte mit Masterabschluss Forschung in den Klinikalltag bringen
Angelina Cornet arbeitet seit zehn Jahren als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, aktuell im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer. Neben der direkten Arbeit mit den kleinen Patienten ist sie als Schmerzexpertin gefragt und in der Pflegeentwicklung aktiv. Mit dem Masterstudium habe sie ihr „Handwerkszeug verfeinert“ und gelernt, wissenschaftliche Erkenntnisse in den Alltag zu übertragen.
Auch für Lisa-Maren Korb ist der Master ein Karriereschritt. Sie arbeitet als sogenannte „advanced practice nurse“ im Katharinenhospital am Standort Mitte des Klinikums Stuttgart auf der Intensivstation. Um diesen Titel tragen zu dürfen, braucht es Ausbildung, Berufserfahrung, Bachelor- und Masterabschluss. Heute ist sie nicht nur in der Patientenversorgung tätig, sondern entwickelt Pflegerichtlinien mit und führt Fallbesprechungen.
Von der Forschung zur Praxis: Wie moderne Pflegekräfte arbeiten
„Ich stelle gerade eine Projektgruppe zusammen, in der wir Studien lesen und herausfiltern, was uns auf Station weiterbringt“, sagt sie. Für viele Kollegen sei das neu: „Es geht darum, evidenzbasiert zu arbeiten – also Forschung nicht nur zu kennen, sondern praktisch anzuwenden.“ Viele nutzten die Intensivstation als Sprungbrett ins Medizinstudium. Dabei sei Pflege ein schöner Beruf. Und: „Der Master gibt uns die Chance, uns weiterzuentwickeln und trotzdem in der Pflege zu bleiben“, sagt sie.
Beide Absolventinnen sehen in der Akademisierung eine große Chance – für sich selbst und für das Gesundheitssystem. Cornet betont: „Es geht darum, die Pflege aus dem Jammertal zu holen. Natürlich können wir nicht alles beeinflussen, weil vieles politisch geregelt ist. Aber wir können mit Herz, Spaß und Fachwissen an Verbesserungen arbeiten und den Alltag meistern. Man darf nicht vergessen, sich auch mal selbst auf die Schulter zu klopfen und zu sagen: Heute war gut.“ Das positive Denken wiege schlechte Tage besser auf.
Berufsbegleitender Master stärkt Pflege und klinische Versorgung
Der berufsbegleitende Master Advanced Practice in Healthcare richtet sich an Fachkräfte, die bereits in Kliniken, kommunaler Versorgung, Hebammenwesen oder in Leitungsaufgaben tätig sind und bereits einen fachaffinen Bachelorabschluss haben.
Im Sommer 2025 feiern die ersten Absolventen ihren Abschluss. Das Ziel: Fachleute auszubilden, die Prozesse steuern, Teams anleiten und die Praxis mit wissenschaftlichen Erkenntnissen weiterentwickeln.
„Wenn wir Gesundheitsfachberufe in ihrer akademischen Entwicklung fördern, hat das einen gesamtgesellschaftlichen Effekt und wir profitieren alle davon“, sagt Prof. Dr. Marion Burckhardt, wissenschaftliche Leitung des Studiengangs. „Unser Ziel ist es, Gesundheitsfachpersonen auszubilden, die verantwortungsbewusst handeln, sich an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren, Strukturen kritisch hinterfragen und Prozesse im Team weiterentwickeln.“ Angesichts von Fachkräftemangel und steigenden Anforderungen brauche es hochqualifiziertes Personal, das Strukturen hinterfragt und verbessert.
Wertvoller Austausch und persönliche Weiterentwicklung
Für Angelina Cornet hat der Master sogar eine ganz persönliche Tür geöffnet: Sie überwand ihre Angst vor dem Reden vor großen Gruppen. Heute gibt sie selbst Schulungen im Fortbildungszentrum. „Das hätte ich mir früher nie zugetraut“, sagt sie.
Auch den Austausch mit ihren Kommilitonen, die aus ganz unterschiedlichen Bereichen wie Notaufnahme oder Geburtshilfe kamen, habe sie als bereichernd erlebt.
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