Pfiffigunde in Heilbronn wird Träger der freien Jugendhilfe
Prävention, Beratung und Fortbildungen sind Schwerpunkte: Verein in Heilbronn kümmert sich seit Jahrzehnten um junge Menschen, die mit sexuellem Missbrauch konfrontiert sind

Der Antrag des Vereins Pfiffigunde war erfolgreich. Der Verein wird nun als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt. Das beschloss der Jugendhilfe- und Sozialausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Zuvor hatten die Sozialpädagoginnen Monika Harsch und Manuela Kindermann dem Gremium ihre Arbeit vorgestellt.
Anlaufstelle Pfiffigunde gibt es seit 1993
Die Anlaufstelle, die es seit 1993 gibt, richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis 27 Jahre, die mit sexuellem Missbrauch konfrontiert sind. „Mehr als die Hälfte derer, die zu uns kommen, sind Kinder und junge Menschen bis 18 Jahren“, so Monika Harsch. Sie stellte klar: „Wir bieten keine Therapie, begleiten Betroffene aber zum Teil sehr lange.“
Beratungsgespräche machen rund 50 Prozent der Arbeit aus. Auch Fortbildungen, die der Verein anbietet, nehmen großen Raum ein und spülen zudem Geld in die Kasse. „Die Finanzierung des Vereins läuft zu 50 Prozent über die Stadt, aber einen großen Teil steuern wir mit Eigenmitteln bei. Diese kommen aus dem Erlös der Fortbildungen, die wir abhalten“, so Kindermann.
Ein Schwerpunkt ist die Präventionsberatung
Einen wichtigen Bereich deckt die Präventionsberatung ab. „Wir bilden Multiplikatorinnen aus.“ Zu sensibilisieren, zu sehen, wenn ein Kind in Not ist, das ist einer der Schwerpunkte von Pfiffigunde. Seinen Namen verdankt der Verein dem Bilderbuch „Prinzessin Pfiffigunde“ über ein kluges Mädchen.
Ein weiteres großes Thema ist die Schutzkonzepterstellung für Schulen. „Ein Megaprojekt“, so Manuela Kindermann.
Auch Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit spielen eine große Rolle im Wirken des Vereins. Verena Schmidt (CDU) würdigte die Leistung. „Es ist bemerkenswert, was Sie tun. Wie wollen Sie das alles schaffen?“ Manuela Kindermann sagte, die Kollegen seien sehr „schnell und flexibel“. Auch wenn Monika Harsch einräumte, dass speziell das Thema Schulkonzept ein umfangreiches Plus an Arbeit bedeutet.
Ferdi Filiz (Grüne) wunderte sich, dass der Verein bisher noch nicht anerkannt worden war. Man habe es schlicht noch nicht beantragt, sagte Monika Harsch. Es sei aber vorteilhaft, in dieser Struktur zu sein, zumal die Bewilligung öffentlicher Gelder teils davon abhänge. Herbert Burkhardt (Freie Wähler Heilbronn) begrüßte auch als ehemaliger Kriminalhauptkommissar den Schritt und wies auf die gemeinsamen Projekte mit der Polizei hin. „Ich glaube, die Polizei arbeitet gern mit Ihnen zusammen.“
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