Ein Friedhof hat bislang an das Konzentrationslager in Neckargartach erinnert. Die Erinnerungsstätte wird ausgebaut, vor dem Friedhof steht bereits eine längere Erinnerungstafel, noch mit einer Absperrung gesichert. „Es ist erfreulich, dass es aufgewertet wird“, sagt Andreas Mayer, Sprecher des Bezirksbeirats.
Neckargartach: Diese Projekte treiben den Stadtteil um
Neckargartach ist Heimat der SLK-Kliniken, des Industriegebiets Böllinger Höfe und des Innovationsparks Künstliche Intelligenz (Ipai). Im Heilbronner Stadtteil laufen aber viele Projekte.

Mit dem Heilbronner Stadtteil Neckargartach verbinden viele das Industriegebiet Böllinger Höfe oder den Campus für den Innovationspark Künstliche Intelligenz (Ipai), für den die Bauarbeiten begonnen haben. Den Ort beschäftigt dieser Spagat, sagt Andreas Andreas Mayer, Sprecher der Bezirksbeirats: Arbeitsplatz für Tausende Beschäftigte auf der einen Seite, auf der anderen Seite Wohnort sein.
Neckargartacher stünden hinter dem Zukunftsprojekt Ipai-Campus, in dem sich viele Unternehmen und Organisationen einbringen und KI-Anwendungen entwickeln wollen. Heilbronn will damit europaweit an der Spitze mitspielen. Viele fragen sich allerdings, weiß Andreas Mayer: Was bringt uns der Campus?
Innovationspark Künstliche Intelligenz (Ipai) kommt: So will Neckargartach davon profitieren
Laut Andreas Mayer bietet der Ipai-Campus vielen Heilbronnern später auch Arbeitsplätze, nicht nur im Bereich IT. Viele Branchen würden mit dem Ipai zusammenarbeiten, sagt er. Er setzt zugleich darauf, dass auf dem Ipai-Campus eine Kindertagesstätte öffnen sowie auch ein Lebensmittelgeschäft sein soll. Er hofft, dass diese beiden Einrichtungen den Neckargartachern offen stünden. „Das sind kleine Punkte, die die Akzeptanz fördern.“

Andreas Mayer ist seit einem Jahr der Sprecher des Bezirksbeirats, seit Mitte der 80er Jahre wohnt er im Ort. Und er hat die Entwicklung miterlebt. Er kennt noch jene Ladenzeile, in dem früher viele Geschäfte wichtige Anlaufstellen waren, und Zeiten, in denen die Nahversorgung sehr umfangreich war. Der Wandel macht allerdings auch vor Neckargartach nicht Halt. „Schade“, sagt er, „dass vieles weggebrochen ist.“
Viele Geschäfte haben geschlossen
Neckargartach geht den Weg vieler Orte. „Es ist der allgemeinen Entwicklung geschuldet“, sagt der Sprecher des Bezirksbeirats und blickt auf Döner und Handyläden an der Ortsdurchfahrt. Metzger und Bäcker seien aber noch vorhanden.
Neckargartach wächst, das Rathaus rechnet mit einem Bevölkerungswachstum von fast 10.900 Einwohnern im Jahr 2024 auf etwas über 12.200 im Jahr 2040. Das Baugebiet Hochgelegen bei den SLK-Kliniken steht. Direkt gegenüber, oberhalb des Freibads, weiß Andreas Mayer, hat sich ein Projektentwickler die Felder gesichert, um dort erneut Wohnungsraum im großen Stil zu schaffen.
So werden neue Einwohner integriert
Auch im Bestand wird investiert. Ältere Gebäude im Zentrum werden aufgewertet. Oder Investoren reißen Anwesen ab, um dort neue Wohnungen zu schaffen. „Wir sind ein prosperierender Stadtteil“, sagt Andreas Mayer. Das ist zugleich eine Herausforderung.
Die neuen Mitbürger wollen integriert werden. Kirchen, Sportverein, Musikschulen und Volkshochschulen leisteten hier wichtige Arbeit, sagt Andreas Mayer.


Wohnraum ist für den Bezirksbeirat wichtig. Durch den Ipai-Campus, in dem später einmal Tausende Menschen tätig sein sollen, werden wohl die Mieten teurer. Der Wohnungsmarkt dürfte noch angespannter werden, befürchtet er.
Seilbahn und Hallenbad: Darauf setzt der Bezirksbeirat
Die Stadt investiert in die Infrastruktur, beispielsweise wird die Römerhalle erweitert, auch die Nord-Umfahrung wird vorangetrieben. Neckargartach setzt zudem darauf, dass die Seilbahn zwischen Ipai-Campus und Hauptbahnhof realisiert wird. Eine Station soll bei Neckargartach sein. Und noch ein Projekt könnte kommen: Mit der Erweiterung des Bildungscampus in Richtung Innenstadt sucht die Stadt nach einer Ausweichfläche, auch fürs Soleo. Im Gespräch ist ein Platz beim Freibad Gesundbrunnen.
Für Andreas Mayer wäre es eine gute Lösung: Denn auch die Liegeweise könnte man für das neue Soleo hergeben. Das Freibad, sagt er, würde nicht mehr so stark genutzt. „Wir hoffen, dass das Hallenbad an den Gesundbrunnen kommt“, betont er. „Der Platz wäre da.“
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