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Saatkrähen

Hinsetzen unmöglich: Heilbronner Parkbänke am Neckar mit Vogelkot beschmutzt 

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Passanten beschweren sich zunehmend über verschmutzte Parkbänke in  Heilbronn. Der Grund dafür sind Vogelnester von Saatkrähen in den Ästen über den Bänken. Viel tun gegen den Schmutz kann man nicht. 

Von Lea Kobs

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Der Neckaruferweg mit seinem Radweg verbindet die Heilbronner Neckarmeile mit dem Wertwiesenpark. Eine Route, die von Passanten gerne für ausgiebige Spaziergänge, Pausen vom Alltag oder auch als Arbeitsweg mit dem Rad genutzt wird. Allerdings beschweren sich Passanten zunehmend über den durch Vögel verursachten Schmutz, der ein Sitzen auf den Bänken beinahe unmöglich macht. 

Verursacht wird die Verschmutzung vor allem durch die Saatkrähe, die wie jedes Jahr ihre Nester im Frühjahr baut. Durch das Einnisten in den noch kahlen Bäumen, fällt jegliche Art von Hinterlassenschaften auf den Fuß- und Radweg darunter. 

Radfahrer in Heilbronn meiden Radweg aus Angst vor Vogelkot von oben

Fahrradfahrer kritisieren, dass sie den Radweg aus Angst, Hinterlassenschaften der Krähen abzubekommen, nicht nutzen. Auf dem Arbeitsweg ins Büro sei das Risiko, die Kleidung zu verschmutzen, zu hoch. Claudia Trippel aus Gundelsheim geht gerne an den Neckaruferweg, um gemeinsam mit Arbeitskolleginnen die Mittagspause zu verbringen. Auch sie berichtet, dass sie beim Entlanglaufen an der Passage befürchtet, etwas von den Vögeln abzubekommen.

Wenn Parkbänke zum Teil der Brutstätte werden: Die Heilbronner Neckarmeile bis zum Wertwiesenpark zeigt deutliche Spuren der Brutsaison.
Wenn Parkbänke zum Teil der Brutstätte werden: Die Heilbronner Neckarmeile bis zum Wertwiesenpark zeigt deutliche Spuren der Brutsaison.  Foto: Lea Kobs

Um eine saubere Bank zu ergattern, muss man ein Stück laufen und die Augen offen halten, erzählt sie. Fündig werden sie aber trotzdem jedes Mal. „Also schön ist das natürlich nicht. Ich wüsste aber auch keine Lösung für das Problem“, sagt Claudia Trippel.  

Die Saatkrähe brütet auch in Heilbronn unter Naturschutz

Da die Saatkrähe eine heimische Vogelart ist, steht sie nach dem Bundesnaturschutzgesetz unter Naturschutz. Somit stellt das Fangen oder Beseitigen der Vögel keine Option dar. Während der Brutzeit stehen außerdem die Horstbäume unter Naturschutz. Die Vögel dürfen also nicht nur nicht vertrieben. Es ist auch verboten, sie erheblich zu stören.

Andere Kommunen hätten immer  wieder einmal den Versuch unternommen, die Nester der Saatkrähen zu Beginn der Brutzeit schonend zu entfernen oder natürliche Feinde der Krähen auszusetzen, heißt es von der Pressestelle. Doch die Versuche blieben erfolglos. Die Saatkrähe kam immer wieder zurück.

Was macht die Stadt Heilbronn gegen die verschmutzen Parkbänke?

Die Stadt kennt das Problem mit den verschmutzen Bänken. Die Pressestelle erklärt, dass Mitarbeiter täglich zur Reinigung unterwegs seien. Auch das städtische Betriebsamt versicherte, dass die Parkbänke jeden Tag geputzt würden. An Feiertagen, wie dem vergangenen Osterwochenende, könne es jedoch zu reduzierten Reinigungseinsätzen kommen.

Dennoch achten die Reinigungskräfte nicht nur auf das Beseitigen von bereits bestehendem Schmutz, sondern auch darauf, dass Krähen sich nicht an den öffentlichen Mülleimern vergreifen können. Solang die Bäume aber kahl sind, geschieht die Verschmutzung in einem derart rasanten Tempo, dass man kaum hinterher komme, erklärt das Betriebsamt. Mit der anstehenden Belaubung der Bäume werde sich das Problem verringern.




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