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Heilbronn

Recyclinghof Böckingen wird verlagert – Abgabe auf Viehweide ab Frühjahr 2026

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Die Bürger von Böckingen können ihre Wertstoffe ab Frühjahr 2026 auf der Viehweide abgeben. Der örtliche Recyclinghof wird vorübergehend  dorthin verlagert.


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Mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen hat am Dienstag der Bauausschuss des Heilbronner Gemeinderates: Der arg in die Jahre gekommene Recyclinghof an der Böckingen Leonhardstraße wird aufgelöst, wodurch das Gebiet am dortigen Bahnbogen frei wird und wohl 2027 als Grünzug aufgewertet werden könnte. Den Weg frei macht die Verlagerung des Recyclinghofs auf die nördlichen Viehweide – und wilde Müllablagerungen an den dortigen Wertstoffcontainern durch Zäune verhindert werden sollen.

Vorausgegangen waren anderthalb Jahre lange, zunächst kontroverse, dann konstruktive Diskussionen der Stadtverwaltung mit dem Bezirksbeirat und den auf der Viehweide ansässigen Vereinen und Gastronomen, die vor allem den Verlust von Parkplätzen fürchteten. Durch eine Neuordnung soll es aber mit 106 – 2,30 Meter breiten – Stellplätzen kaum Abstriche geben.

Böckinger Recyclinghof auf Viehweide verlagert: Interims-Lösung „garantiert“ auf maximal fünf Jahre begrenzt

Laut Baubürgermeister Andreas Ringle steht der Bezirksbeirat „mit knapper Mehrheit“ hinter dieser Interims-Lösung, die aber „garantiert“ auf maximal fünf Jahre begrenzt sei.

Auf dem Parkplatz Viehweide stehen frei zugängliche Wertstoff-Container, an denen dauernd wilder Müll abgelegt wird. Auch dies soll sich ändern.
Foto: Archiv/Berger
Auf dem Parkplatz Viehweide stehen frei zugängliche Wertstoff-Container, an denen dauernd wilder Müll abgelegt wird. Auch dies soll sich ändern. Foto: Archiv/Berger  Foto: Berger\, Mario

Nachdem das Rathaus über Jahre hinweg über ein Dutzend Alternativen geprüft habe und verwerfen musste, habe man nun einen endgültigen Standort im Auge, zu dem Ringle wegen laufender Verhandlungen nichts sagen könne. Dieser endgültige Recyclinghof werde den in anderen Stadtteilen höheren Standards entsprechen.

Übergangslösung auf Viehweide: Gute Verkehrsanbindung, bestehende Asphaltfläche, Zaun und Video

Für die Übergangslösung im Bereich Neue Straße/Viehweide spreche unter anderem die gute Verkehrsanbindung, aber auch die bestehende Asphaltfläche, erklärte Tilman von Frantzius vom Stadtplanungsamt. So könnte der Platz ab Januar 2026 hergerichtet werden und noch im Frühjahr in Betrieb gehen. Die bisherigen Wertstoff-Container werden integriert.

Der bisher an der Leonhardstraße angesiedelte Böckinger Recyclinghof soll vorübergehend auf den nördlichen Bereich der Viehweide (im Foto) verlagert werden. Der Parkplatz wird neu geordnet, die Zahl der Stellplätze erhalten werden.
Foto: Archiv/Seidel
Der bisher an der Leonhardstraße angesiedelte Böckinger Recyclinghof soll vorübergehend auf den nördlichen Bereich der Viehweide (im Foto) verlagert werden. Der Parkplatz wird neu geordnet, die Zahl der Stellplätze erhalten werden. Foto: Archiv/Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Ein fester, teils begrünter und „ansprechender“ Zaun sowie Videoüberwachung sichern künftig das Gelände, um Einbrüche und illegale Müllablagerungen zu erschweren, die derzeit an der Tagesordnung sind. Dem  Hof zugeordnet sind acht Parkplätze für Wertstoff-Anlieferer, die nach den Erfahrungen an anderen Standorten in der Regel ausreichten, damit im Umfeld kein Rückstau entstehe.

Grünschnittlager wird auf einen anderen Parkplatz nördlich der Brackenheimer Straße verlagert

Auf Anregung der Vereine werde zudem geprüft, ob Hinweisschilder auf Sportstätten und Lokale möglich sind. Ganz wichtig: Um Parkraum zu sichern, werde das städtische Betriebsamt das nur im Winterhalbjahr benötigte Grünschnittlager auf einen anderen Parkplatz nördlich der Brackenheimer Straße verlagern.

Auch das Glasfaserkabellager werde aufgelöst – und der Parkplatz nicht mehr für andere Zwecke vermietet. An den Zufahrten werden zudem Höhenbeschränkungen installiert, um eine Nutzung des Parkplatzes durch Lkw zu verhindern.

Rege Debatte im städtischen Bauausschuss mit kritischen Zwischentönen

13 von 14 Stadträten stimmten für das Paket, nur Susanne Schnepf (CDU) enthielt sich, weil sie unter anderem eine Verlagerung des Recyclinghofs für nicht notwendig ansah und befürchtete, dass es auf der Viehweide nicht beim Provisorium bleibe. Bei einer „ordentlichen Sanierung“ hätte es Gottfried Friz (FDP) belassen. Warum man nur zurückschaue und die gefundene gute Lösung nun schlechtrede, konnte Alexander Wezel (Die Partei) nicht verstehen. Der Standort Leonhardstraße sei aus vielerlei Gründen „nicht mehr zumutbar“, befand indes Thomas Pappert (AfD).

Auch Herbert Burkhardt (FWV) meinte: „Die Böckinger müssten eigentlich frohlocken.“ Herbert Tabler (SPD) kritisierte, dass die Anlieger erst nach seiner Intervention in die Planungen einbezogen worden seien, bei anderen anstehenden Maßnahmen im Umfeld der Viehweide – Stichwort Radweg – müsse dies früher geschehen.  Zusätzliche „Mobilitätsangebote“ wie etwa eine Busanbindung bei Veranstaltungen regte Ferdi Filiz (Grüne) an, wobei Thomas Randecker (CDU) warnte, die nun gefundene Lösung „nicht zu überfrachten“.

Weg für Neugestaltung des Böckinger Bahnbogens frei

Mit der Verlagerung macht der Recyclinghof Platz für die Neugestaltung des Böckinger Bahnbogens. Laut Oliver Toellner vom Grünflächenamt sollen hier wohl 2027 eine durchgängige Geh- und Radverbindung angelegt sowie die Flächen entlang der Gleise – auch in Hinblick auf Klimaanpassung – entsiegelt und begrünt werden. Insgesamt strebe die Stadt eine deutliche Aufwertung an.

Für die Maßnahme stünden Fördermittel über das Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ in Aussicht: eine Voraussetzung sei die Verlagerung des Recyclinghofs aus der Leonhardstraße, so Bürgermeister Andreas Ringle. 




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