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Hitzestau unterm Dach

Musikschule Heilbronn wird den Sommer über zur Baustelle

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14 Unterrichtsräume der Städtischen Musikschule Heilbronn im Dachgeschoss zwischen Theater und K3 werden noch diesen Sommer für 1,35 Millionen Euro saniert. Anlass dazu: Hitzestau unterm Dach.

Die Städtische Musikschule nutzt am Berliner Platz im Dachgeschoss zwischen Stadttheater und K3 gut zwei Dutzend Räume. Sommers sind sie überhitzt. Nun wird das Dach bald saniert.
Foto: Mario Berger
Die Städtische Musikschule nutzt am Berliner Platz im Dachgeschoss zwischen Stadttheater und K3 gut zwei Dutzend Räume. Sommers sind sie überhitzt. Nun wird das Dach bald saniert. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Ein zeitlich ehrgeiziges Bauprogramm steht der städtischen Musikschule Heilbronn bevor.  Von Mitte Juli bis Ende September, also im Prinzip kurz vor, in und kurz nach den Sommerferien, sollen 14 ihrer Räumlichkeiten im Altbau unterhalb des Kupfer-Mansardendaches zwischen Stadttheater und K3 am Berliner Platz energetisch, klimatechnisch und brandschutztechnisch saniert werden. Anlass dazu gibt vor allem der Hitzestau im Sommer, unter dem nicht nur viele der knapp 3000 Schüler und 60 Lehrer leiden, sondern auch wertvolle Instrumente.

Warum sich die Kosten auf 1,35 Millionen Euro erhöhen

Wie berichtet hatte der Verwaltungsausschuss des Gemeinderates im Januar entsprechende Planungen in die Wege geleitet und zunächst 800 000 Euro reserviert. Mit der Entwurfsplanung kam im Bauausschuss vor wenigen Tagen eine neue Summe auf den Tisch: 1,35 Millionen Euro, ganz einfach, weil nachträglich notwendige Brandschutzmaßnahmen in das Maßnahmenbündel aufgenommen wurden, was aus zeitlichen, aber auch aus technischen Gründen sinnvoll sei. Man rechne mit Synergieeffekten, außerdem werde der Schulbetrieb dann nicht noch einmal belastet, hieß es. Nicht zuletzt sei mit Fördergeldern der KfW zu rechnen, in welcher Höhe, sei noch offen.

Dezentrale Wärmepumpen in Kombination mit Befeuchtungsanlage

Die konkreten Planungen liegen in Händen des Heilbronner Büros Werner Architekten, das bereits mit der Flachdachsanierung des Theatergebäudes 2019/2020 beauftragt war, damals war die Mansardendachfläche über der Musikschule ausgenommen worden. Neben dem energetischen Umbau der Fassade und der Dachfläche ist nun auch eine Umrüstung des gesamten Heizsystems geplant, erklärte Gebäudemanager Johannes Straub. Die Heizkörper werden durch dezentrale Wärmepumpen ersetzt. Die Einzelgeräte sollen den Nutzern ermöglichen, die Raumluft im Sommer zu kühlen, als auch im Winter zu heizen. In Kombination mit einer Befeuchtungsanlage kann laut Straub ein geeignetes Raumklima für die Musiker geschaffen werden.

Alte Dachfenster werden gegen Klapp-Schwing-Fenster plus Sonnenschutz ausgetauscht

Für die technische Umsetzung sind das Heilbronner Ingenieurbüro Bunse für die Heiz- und Lufttechnik sowie das Leingartener Büro Lieske für die Elektroinstallation beauftragt. „Um eine effizientere und wirtschaftliche Nutzung der Geräte zu gewährleisten, ist die energetische Sanierung der Dachfläche sowie die Dachflächenfenster vorgesehen“, heißt es in der Ratsvorlage. Die Maßnahme greife auch in die Beton-Außenwand ein, so bekomme diese gleich eine neue Dämmung. Die alten Dachfenster werden gegen Klapp-Schwing-Fenster plus Sonnenschutz ausgetauscht. Auch die Erneuerung der bestehenden Kupferverkleidung sei geplant. Die Umbaumaßnahme entspricht laut Johannes Straub den Mindestanforderungen des GEG und erziele eine kfw55-qualitative Umsetzung.

Auf den benachbarten Spielbetrieb des Theaters wird Rücksicht genommen

Wie es in der Sitzung hieß, soll der Unterricht möglichst nicht oder teilweise ausgelagert werden. Die meisten größeren Musikinstrumente werden, sofern sie nicht sowieso von Schülern mit nach Hause genommen werden, intern im Musikschulneubau im K3 untergebracht. Auf Spielzeiten des angrenzenden Stadttheaters werde „Rücksicht genommen“, wie Intendant Axel Vornam auf Stimme-Anfrage bestätigte.

Stadtrat nennt engen Zeitplan auch wegen der Sommerferien „unrealistisch“

Von Stadträten wird die Musikschul-Sanierung begrüßt, es gibt aber auch kritische Stimmen. Thomas Randecker (CDU) nannte den engen Zeitplan „äußerst unrealistisch, weil auch Firmen Familien haben und in den Sommerferien Urlaub machen“. Gleichzeitig regte er an, zu prüfen, ob zumindest Teile des Kupferdachs wieder verwendet werden könnten. Die Maßnahme selbst sei „alternativlos“. Dies betonte auch Tanja Sagasser-Beil (SPD), die davon ausgeht, dass es bei Auslagerungen des Unterrichts genügend städtische Ausweichräume gibt. Holger Kimmerle (Grüne) regte, auch im Blick auf absehbare Sanierungsarbeiten am Theater an, dort Photovoltaikanlagen zu prüfen. Musab Sarpkaya (FWV) sprach von einem Beitrag zum Klimaschutz. Gottfried Friz (FDP) betonte: „Die Musikschule hat es verdient.“ 

Die Städtische Musikschule nutzt am Berliner Platz im Dachgeschoss zwischen Stadttheater und K3 gut zwei Dutzend Räume. Sommers sind sie überhitzt. Nun wird das Dach bald saniert.
Foto: Mario Berger
Die Städtische Musikschule nutzt am Berliner Platz im Dachgeschoss zwischen Stadttheater und K3 gut zwei Dutzend Räume. Sommers sind sie überhitzt. Nun wird das Dach bald saniert. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario



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