Musikschule Heilbronn präsentiert beim Tag der offenen Tür ihr Angebot für alle Altersgruppen
Nach Herzenslust alle Instrumente unter fachlicher Anleitung ausprobieren: Tag der offenen Tür der Musikschule führt zu regen Treiben im K3. Ausgerechnet das Instrument des Jahres 2026 wird allerdings nicht angeboten.

Spätestens ab 10.30 Uhr herrscht am Samstag in den verwinkelten Gängen der Musikschule im 3. Stock des K3 reges Treiben. Aus allen Räumen erklingen Instrumente, vom Klavier über die Violine bis zu Harfe und Trompete. Am lautesten geht es im großen Saal gleich am Eingang zu. Dort sind die ganz Kleinen zu Gange, schlagen auf Trommeln, hauen Klanghölzer aneinander, lassen Xylophone beben. „Musik und Rhythmus liegen im Blut. Das ist nicht nur eine Redewendung“, sagt Lehrerin Sophia Pfitzenmaier, die bestens gelaunt kraftvoll über den Lärmpegel hinweg spricht. „Gesang, Tanz, Rhythmus – wir bieten einen ganz natürlichen, spielerischen Zugang zur Musik.“
Fast 2000 Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen werden in Heilbronn ausgebildet
Beim ersten Tag der offenen Tür in diesem Jahr stellt die Musikschule Heilbronn ihr breites Angebot vor. Die Palette beginnt mit der Zwergenmusik für Kinder ab eineinhalb Jahren und richtet sich bis an betagte Instrumenten-Anfänger. „Aktuell bilden wir knapp 2000 Schülerinnen und Schüler aus“, sagt der stellvertretende Leiter Lennart Fries.
Der Tag der offenen Tür ist vor allem ein Tag des Ausprobierens unter fachkundiger Anleitung. In jedem Raum können Kinder wie Erwachsene sich an ein Instrument herantasten, es anfassen, darauf spielen, es mit allen Sinnen wahrnehmen. Ein Lehrer ist immer dabei, gibt Tipps, beantwortet Fragen. „Das ist das Tolle hier: du kannst alles anschauen und ausprobieren“, sagt Moritz Lindenberger.
Seine Tochter Leonie hat heute schon die Klarinette und gerade die Harfe gespielt, interessiert sich aber vor allem für das Cello. Ihr großer Bruder lernt in der Musikschule bereits Schlagzeug. „Entscheidend dafür, ob die Kinder dabei bleiben, ist aus meiner Sicht der Lehrer“, sagt Lindenberger senior.
Eine Spätstarterin, die es bis ins Württembergische Kammerorchester geschafft hat
Eine dieser Lehrerinnen ist Gayoung Lee. Die Südkoreanerin lehrt Kontrabass, spielt das Instrument auch im Württembergischen Kammerorchester. „Ich war eine Spätstarterin, habe erst mit 17 Jahren angefangen. Dann habe ich wie eine Verrückte geübt – Tag und Nacht gespielt“, erinnert sich Lee lachend.
Gerade zeigt sie Leo Gehrken, wie der Bogen zu führen ist. Der Zwölfjährige lernt bereits seit vier Jahren Klavier, hat sich zuvor aber bereits an der E-Gitarre probiert. "Die wurde dann langweilig“, sagt er. „Der Bass funktioniert ganz ähnlich, nur die Abstände zwischen den Saiten sind eben größer“, erklärt Lee.
Leos Mutter Julie Gehrken ist über ihren Sohn ebenfalls zur Musikschule gekommen, lernt Cellospielen. Längst nicht bei allen Schülerinnen und Schülern gibt es eine musikalische Frühprägung durch das Elternhaus. Auch nicht bei allen Lehrerinnen. „Meine Eltern hatten gar nichts mit Musik am Hut“, erzählt Lehrerin Lee.
Wer Akkordeon lernen will, muss nach Neckargartach gehen
Was allerdings in keinem der Räume zu finden ist, ist das offizielle Instrument des Jahres 2026. Die Landesmusikräte haben dazu das Akkordeon auserkoren. „Nein, wir haben aktuell tatsächlich keinen Lehrer für Akkordeon“, muss Fries einräumen. Der stellvertretende Musikschulleiter kann allerdings guten Gewissens nach Neckargartach verweisen. Das im Heilbronner Stadtteil beheimatete Akkordeon-Orchester bietet in Kooperation mit der Musikschule Scheffner die Ausbildung am „schwäbischsten“ aller Instrumente an.
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