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Für Heilbronner Schulen ist der rote KI-Teppich ausgerollt

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Beim KI Schulpreis waren vor allem andere Bundesländer vertreten. Vergeben wurde der Preis auf dem Bildungscampus in Heilbronn, Preisträger aus der Region waren trotz bester Voraussetzungen aber nicht dabei. 

Da passte kein Stuhl mehr rein: Beim Stimme-Wahlforum vor der Bürgermeisterwahl in Cleebronn fanden nicht alle Interessenten einen Platz.
Da passte kein Stuhl mehr rein: Beim Stimme-Wahlforum vor der Bürgermeisterwahl in Cleebronn fanden nicht alle Interessenten einen Platz.  Foto: Seidel, Ralf

Es heißt ja immer, Kommunalpolitik interessiere niemanden. Dabei ist gerade das, was vor Ort geschieht, etwas, dass jeden angeht. Wo neue Baugebiete entstehen sollen, ob die Kinderbetreuungszeiten ausgeweitet oder verkürzt werden, ob ein Arzt angeworben werden kann: All das stand auch in Cleebronn auf der Tagesordnung unseres Wahlforums. Und das Interesse war durchaus groß – einige Cleebronner mussten leider draußen bleiben, weil die TSV-Halle komplett besetzt war. Viele potenzielle Wähler in der Halle gaben zu Beginn der Veranstaltung an, sie seien noch unentschlossen, wem sie am 1. Februar ihre Stimme geben. Das hat sich bei dem einen oder anderen sicher im Laufe der Diskussionsrunde geändert.

Das Kandidatenfeld zeigte durchaus große Unterschiede. Das führt hoffentlich dazu, dass der Andrang an der Urne ebenso groß ist wie beim Stimme-Forum. In Talheim, wo die Ausgangslage vor drei Monaten ähnlich war, waren etwas mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten zur Wahl gegangen. Bürgermeister Pascal Bopp wurde diese Woche offiziell vereidigt. Er wird sich jetzt erstmal einarbeiten müssen – so ein Rathaus ist doch ein wenig anders als eine Spedition. Da haben Cleebronner einen Vorteil: Auf ihren Wahlzetteln stehen gleich zwei Verwaltungsfachleute. 

Inspiration für Heilbronner Schulen

Manche Termine gehen hingegen fast unbeachtet vorbei, egal wie spannend sie sind. So wie die Verleihung des ersten bundesweiten KI-Schulpreises vergangene Woche auf dem Bildungscampus. Das Thema interessiert naturgemäß nur einen kleinen Kreis: Lehrer, Schüler, einige Eltern. Dabei war es wirklich beeindruckend, wie selbstverständlich viele Bildungseinrichtungen die neue Technik in den Unterricht integrieren, wie ambitioniert Schulen sich für Neues öffnen. Die Konzepte der Preisträger waren sehr durchdacht und steckten voller Anregungen für die Wissensstadt Heilbronn. Denn eins ist sicher: KI geht nicht weg, und es gilt, sie sinnvoll zu nutzen. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche sie nicht nur anwenden, sondern auch verstehen, wie sie funktioniert.

Dass das altersgerecht und praxisnah möglich ist, haben die Preisträger unter Beweis gestellt: Bei ihnen übernehmen die Tools administrative, lernbegleitende, personalisierte und analytische Aufgaben, weil Lehrer und Schüler die Systeme als Gewinn und nicht als Bedrohung oder Ablenkung betrachten. Davon können sich Heilbronner Schulen gerne inspirieren lassen. Ihnen wird ja quasi mit der digitalen Bildungsoffensive und dem Ipai vor der Nase der rote Teppich in die Zukunft ausgerollt. Auf der Shortlist des KI-Schulpreises fehlten sie dennoch, ebenso wie der Rest des Landes Baden-Württemberg. Immerhin verkündete die Telekom-Stiftung, die den Preis gemeinsam mit der Dieter-Schwarz-Stiftung und der Berliner Initiative Deutschland – Land der Ideen ins Leben gerufen hat, bereits die Fortsetzung im kommenden Jahr. Dann hoffentlich mit regionaler Beteiligung.




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