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Maximilian Decker will für AfD in den Landtag

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Der 38-jährige Familienvater Maximilian Decker aus Kirchardt ist Direktkandidat der AfD für den Wahlkreis 18, Heilbronn-Stadt. „Die Brandmauer wird fallen“, sagt er.

Maximilian Decker in seinem Wohnort Kirchardt
Maximilian Decker in seinem Wohnort Kirchardt  Foto: Hoffmann, Adrian

Seit eineinhalb Jahren sitzt Maximilian Decker für die AfD im Kirchardter Gemeinderat – jetzt will er auch in den Landtag. Der 38-jährige Familienvater betont allerdings, dass es in seiner politischen Laufbahn stets so gewesen sei, dass andere ein Amt an ihn herangetragen hätten. So sei das auch dieses Mal mit der Landtagskandidatur gewesen. Decker ist Direktkandidat für den Wahlkreis 18, Heilbronn-Stadt.

Er berichtet, auf kommunaler Ebene mache er gute Erfahrungen in der politischen Zusammenarbeit. Er könne zwar hart in der Sache sein, und er habe auch schon zu hören bekommen, dass er wieder seine „rhetorische Bazooka“ heraushole. Aber es gehe ihm vor allem darum, Dinge zu benennen. Wenn in Kirchardt Haushaltsplan-Verabschiedungen auf einen Termin nach der Landtagswahl verschoben würden, dann sei das „politisches Kalkül“ auf kommunaler Ebene. Steuererhöhungen wolle man auf die Zeit nach der Wahl verschieben. „Das Vertrauen in die Politik ist genau wegen so etwas verloren gegangen“, sagt Decker. „Weil man die Bürger für dumm verkauft.“ Er wolle die wunden Punkte ansprechen.

Maximilian Decker: „Was ich selbst will, ist fast egal. Ich werde den Leuten zuhören.“

Allerdings, so der Oberbrandmeister bei der Bundeswehr-Feuerwehr, widerstrebe es ihm, vor der Wahl irgendwelche Versprechungen zu machen. „Was ich selbst will, ist fast egal. Ich werde den Leuten zuhören“, benennt Decker seine Prioritäten. Um das Zuhören gehe es doch zuallererst in der Politik.

Zum bisherigen Dauerzustand auf Bundes- und Länderebene sagt Decker: „Die Brandmauer wird fallen.“ Er befürchte allerdings, dass es in Baden-Württemberg auf Schwarz–Grün-Rot hinauslaufen könnte, „und die Landes-CDU lässt sich dann von der SPD am Nasenring durch die Manege ziehen“. In vielen Fällen gehe es mutmaßlich leider nur um den eigenen Machterhalt. „Das ist etwas, was ich besser machen werde“, sagt er.

Kommunalpolitiker Decker stört sich am Rechtsextremismus-Vorwurf gegen seine Partei, den er als pauschal empfindet

Er stehe sehr für die Professionalisierung der AfD, so Decker. „Die Bürger erwarten Lösungen“ und fragten sich, „ob die Parteien mehr können als nur Parolen“. Bei der Kommunalwahl war er Stimmenkönig in Kirchardt. Mit seiner AfD-Zugehörigkeit gingen viele Menschen im Ort ganz offen um, negative Erfahrungen mache er kaum. Neben seiner Funktion als AfD-Gemeinderat ist er inzwischen auch stellvertretender AfD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag. Decker ist verheiratet und hat vier Kinder im Alter von vier bis 15 Jahren. Geboren ist er in Bad Saulgau in Oberschwaben, aufgewachsen in Riedlingen an der Donau.

Dass die AfD oftmals als rechtsextrem bezeichnet werde, stört Maximilian Decker. Das sei sehr pauschal, und im Kreistag habe er sich darüber auch schon beklagt. Die „Nazi-Nummer“ führe bei ihm in die Irre, sagt Decker. Nach einem Auslandsjahr in Israel, bei dem er auch mit Holocaust-Überlebenden zusammengearbeitet habe, sei ihm vom israelischen Außenministerium ein Dankschreiben für seinen Einsatz zugegangen. Ihn wundere es, wie selbstverständlich die CDU heute von Migrationskontrolle spreche, wo man doch „vor fünf Jahren für eine solche Forderung noch als rechtsextrem beschimpft wurde“. Es sei bei der CDU das alte Spiel, so seine Kampfansage: „Wir stellen einen Antrag, und die CDU schreibt später ab.“




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