Zwei marode Brücken in Heilbronn müssen neu gebaut werden
Noch ist nichts passiert, aber zwei Brücken in Heilbronn sind so marode, dass sie neu gebaut werden müssen. 2026 wird es bei den Bauarbeiten in Biberach Umleitungen geben, 2027 in Sontheim.
So dramatisch wie in Dresden, wo im September 2024 die Carolabrücke teilweise in die Elbe stürzte, verhält es sich im Falle zweier eher unscheinbarer Brücken in Heilbronn nicht.
Doch mit ihren schlechten Zustandsnoten von 3,3 und 3,5 sind sie so marode, dass beide abgerissen und neu gebaut werden müssen: die Deinenbachbrücke in der Horkheimer Straße in Sontheim wohl im Jahr 2027, und schon 2026 eine Brücke über den Böllinger Bach in Biberach.

Zwei marode Brücken in Heilbronn müssen neu gebaut werden
Sie führt in der Felix-Wankel-Straße ins dortige Gewerbegebiet. Der Bauausschuss des Gemeinderates gab diese Woche grünes Licht für die Entwurfsplanungen, aus denen sich später auch die Kosten ableiten.
Die Deinenbachbrücke, über die heute 10 500 Autos pro Tag rollen, wurde schon vor dem Zweiten Weltkrieg errichtet und 1962 mit vier Stahlträgern verstärkt und beidseitig auf insgesamt 11,50 Meter verbreitert. An der Unterseite des Überbaus, insbesondere im Bereich von Plattenbalken, zeigt sie laut Thomas Feiert, dem Leiter des Amtes für Straßenwesen, „massive und fortschreitende Betonschäden, großflächige Betonabplatzungen mit korrodierter Bewehrung“.
Der Neubau sei sinnvoller als eine Sanierung, wobei der Verkehr dort dann für wohl sechs bis acht Monate komplett gesperrt und umgeleitet werden muss. Wie und wo genau muss sich noch zeigen. Allein die Fuß- und Radwegverbindung soll offen bleiben.
Marode Brücken in Heilbronn: Bei Bauarbeiten werden auch wichtige Leitungen verlegt oder erneuert
Unter dem Bachbett hindurch verlaufen Leitungen für Gas und Wasser. An der Unterseite des Überbaus befinden sich Leitungen für Strom, für Telekommunikation, für Lichtsignalanlagen und Steuerkabel. Durch das Abflussprofil des Deinenbachs führt außerdem eine Abwasserleitung. Diese Leitungen werden in der Planung berücksichtigt und von den Leitungsträgern verlegt oder gesichert.
Die Brücke zum Biberacher Gewerbegebiet steht in ihrer heutigen Breite von 10,50 Meter seit 1971, wobei der Überbau 1975 mit Spannbeton-Hohlteilen erneuert wurde, die inzwischen Risse aufweisen, abblättern und rosten. Auch hier helfe nur ein – um 1,20 Meter breiterer – Neubau unter Vollsperrung weiter, hieß es, auch hier sei eine Umleitung in Planung.
Angeregte Stadtrats-Debatte im städtischen Bauausschuss
Dass die Neubauten notwendig sind, stellte in der Sitzung kein Stadtrat infrage. Thomas Randecker (CDU) und Eugen Gall (FWV) hoben vor allem auf die Umleitungsproblematik ab. Ulrike Morschheuser (Grüne) erinnerte, dass an der Deinenbachbrücke erst vor fünf Jahren Arbeiten angestanden hätten.
Uwe Mettendorf (CDU) regte einen neuartigen „selbstheilenden“ Betons an, in dem Bakterien Risse bei Feuchtigkeit automatisch schließen. Wobei Feiert wusste, dass es sich hierbei um Versuche in Ulm handle und man die Erfahrungen abwarten sollte. „Froh, dass man die Schäden überhaupt erkannt hat“, bevor etwas passiert wäre, zeigte sich Gottfried Friz (FDP).
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