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Wie psychisch Kranke in Heilbronn mehr Hilfe bekommen 

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Beim Weinsberger Hilfsverein in Heilbronn nimmt ab März eine psychiatrische Ambulanz des ZfP ihren Betrieb auf. Warum sie eine Hilfe für psychiatrisch Erkrankte ist, die zuvor keine ärztliche Betreuung fanden.   


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Lange wurde gerungen, jetzt ist es soweit: Menschen mit schweren psychiatrischen Erkrankungen werden künftig in Heilbronn besser betreut. Denn der Weinsberger Hilfsverein in der Wilhelmstraße 51 in Heilbronn bekommt ab März eine psychiatrische Institutsambulanz (Pia) für Patienten aus dem Stadt- und Landkreis.

Am Dienstag, 24. März, können Interessierte von 14 bis 17 Uhr die Räumlichkeiten besichtigen und mit den Mitarbeitern ins Gespräch kommen.  

Neue psychiatrische Institutsambulanz (PIA) stärkt Versorgung im Stadt- und Landkreis Heilbronn

Mit vier Vollzeitstellen, darunter einem Arzt, einem Psychologen, Sozialdienst und Pflege, ist sie angedockt an das Weinsberger Klinikum am Weissenhof. Zuvor war es für viele sehr schwer gewesen, etwa nach einem Klinikaufenthalt von Spezialisten weiterbetreut zu werden.

Chefärztin Kathrin Eckstein von der Klinik für allgemeinde Psychiatrie und Psychotherapie und Uwe Hellwich vom Weinsberger Hilfsverein freuen sich, dass die psychiatrische Institutsambulanz nun endlich in Heilbronn starten kann.
Foto: Mario Berger
Chefärztin Kathrin Eckstein von der Klinik für allgemeinde Psychiatrie und Psychotherapie und Uwe Hellwich vom Weinsberger Hilfsverein freuen sich, dass die psychiatrische Institutsambulanz nun endlich in Heilbronn starten kann. Foto: Mario Berger  Foto: Mario Berger

Deshalb ließen sich manche die  Anschluss-Rezepte vom Hausarzt verschreiben. Für eine Anpassung der Medikamente, eine höhere oder niedrigere Dosierung, ist er aber nicht die richtige Anlaufstelle. „Einige Personen haben auch gar keinen Hausarzt“, sagt Uwe Hellwich, Geschäftsführer des Weinsberger Hilfsvereins. Und die Wartezeit auf einen Termin bei einem niedergelassenen Psychiater dauere drei, vier Monate. „Wir hatten rund 30 Klienten, die gänzlich ohne ärztliche Betreuung waren.“ Wer sehr krank sei, etwa eine Psychose habe, und wem dafür die Einsicht fehle, der falle durchs Raster. 

PIA in Heilbronn richtet sich an schwer psychisch Erkrankte wie Borderline-, Sucht- oder Demenzpatienten

Nun können Patienten, die eine gewisse Schwere der Erkrankung haben, die etwa unter einer Borderline-, oder Sucht-Störung leiden, schizophren, bipolar,  chronisch depressiv sind oder Demenz haben, mit einer Überweisung vom Haus- oder Facharzt kommen. Sie ist aber nicht zwingend erforderlich. „Wir streben an, von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr geöffnet zu haben, aber so können wir nicht starten“, sagt Dr. med Kathrin Eckstein.

Sie ist Chefärztin der Klinik für Allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie, am Klinikum am Weissenhof, zu der die Pia gehört. Zunächst würden mindestens drei Tage abgedeckt, Termine sollten vorab vereinbart werden. „Alle Berufsgruppen sind beteiligt.“ 

Ziel der PIA: Stationäre Aufenthalte vermeiden und langfristige Versorgung sichern

Ein Ziel der Pia ist es, stationäre Aufenthalte abzuwenden und Menschen längerfristig zu versorgen, auch über viele Jahre. „Der Bedarf ist da“, sagt Kathrin Eckstein. Dabei betont sie die enge und gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten. „Wir werden niemanden zur Pia umleiten, es geht vielmehr um die Unversorgten.“   

Mit der Tagesstätte, in der die Klienten sich aufhalten, Mittagessen und arbeiten können, dem sozialpsychiatrischen Dienst des Weinsberger Hilfsvereins und der Pia ist nun das gemeindepsychiatrische Zentrum (GPZ) komplett. Neben der ärztlichen und psychotherapeutischen Behandlung besteht die Möglichkeit ergänzender Fachtherapien. Dazu gehören etwa Kunst- und Musik-, Bewegungs-, Ergo- sowie Arbeitstherapie. Dieses erweiterte Therapieangebot unterstütze die Stabilisierung, Förderung von Alltagskompetenzen und die soziale Teilhabe der Patienten, heißt es in einer Pressemitteilung des ZfP.  

Schon lange wollten die Verantwortlichen eine Pia in Heilbronn etablieren

Der Weg dorthin war weit. Deshalb freuen sich Uwe Hellwich und Kathrin Eckstein. „Das ist eine große Sache für uns“, sagt Kathrin Eckstein. „Der Gedanke und die Idee bewegen uns seit vielen Jahren.“ Schon 2021, so Uwe Hellwich, hatte er einen ersten Vorstoß unternommen. „Das Sozialministerium hat das Ansinnen unterstützt, für die ambulante Versorgung ist aber die kassenärztliche Vereinigung (KV) zuständig. Die Genehmigung liegt letztlich in ihrer  Entscheidung.“   

Der Weinsberger Hilfsverein berät auch behinderte Menschen und vermittelt sie in geeignete Arbeitsstellen. Weiteres Ziel ist die Stabilisierung von bestehenden Beschäftigungsverhältnissen. Er befindet sich mit seinen Angeboten und Dienststellen sowie der Tagesstätte in der Wilhelmstraße 51 in Heilbronn und in der Stadt Weinsberg. Grundsätzlich stehen die Angebote allen Menschen im Stadt- und Landkreis offen, die psychisch erkrankt sind. Das Klinikum am Weissenhof hat als psychiatrisches Krankenhaus sieben Fachkliniken und sieben Standorte von Weinsberg bis Winnenden. 




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