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Lebens- und Arbeitswelt: Heilbronn diskutiert über die Zukunft des Wohnens
Mitdiskutieren ist ausdrücklich erwünscht: Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation baut einen temporären Forschungsraum mitten auf dem Bildungscampus Heilbronn auf. Das steckt dahinter.

Ein Mini-Häuschen (Tiny House) soll ab Ende Juni für Aufmerksamkeit auf dem Bildungscampus in Heilbronn sorgen. Das Gebäude hat für Katharina Dienes und Anna-Lena Reulein vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in mehrfacher Hinsicht eine Bedeutung: Zum einen wird deutlich, dass sich das Fraunhofer-Institut, das hinter dem Häuschen steht, für den Input von außen öffnet. Das Gebäude stehe für offene Türen, sagt Katharina Dienes. Aber zugleich um mehr: Es geht ums Wohnen und darum, wie Fachkräfte für die Region gewonnen werden sollen.
Das Tiny House mache deutlich: „Wohnen darf anders gedacht werden“, sagt Katharina Dienes - eben auch in solchen Mini-Häusern.
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation rückt Wohnen in den Fokus
Die beiden Verantwortlichen vom Fraunhofer-Institut rücken unter der Überschrift „Future Living Lab Heilbronn“ direkt auf den Bildungscampus das Thema Wohnen in den Fokus. Es soll dort zum Austausch über nachhaltige und innovative Wohnkonzepte kommen.
Diskussionen und eigene Ideen einbringen: Das ist vom 24. Juni bis 10. Juli erwünscht von allen, die sich bei Wohnen und Lebenswelten, Wirtschafts- und Regionalentwicklung, Stadtplanung sowie Projektentwicklung einbringen möchten. Das „Future Living Lab Heilbronn“ versteht sich nach eigenen Angaben „als offener Denk- und Dialograum, in dem Forschung, Alltag und Zukunftsvisionen aufeinandertreffen“.
Auf dem Bildungscampus in Heilbronn ist Mitdiskutieren erwünscht
Future Living ist ein längeres Projekt und hat internationale Fachkräfte im Fokus. Was muss denen geboten werden, damit sie länger in Heilbronn bleiben, also dass die Region für sie nicht nur zur Zwischenstation wird?, fragen die beiden Projektverantwortlichen.
Wohnen, leben und arbeiten: Um als Standort für Fachkräfte attraktiv zu sein, müsse man diese drei Punkte zusammendenken, betont Anna-Lena Reulein. Nur so könne es auch gelingen, bei den Mitarbeitern ein Wir-Gefühl für die Region zu erzeugen und sie auch dazu zu bringen, sich beispielsweise ehrenamtlich zu engagieren.
Es geht also um mehr als den passenden Wohnraum. Auch weiche Faktoren spielen eine Rolle, ob sich jemand wohlfühlt oder nicht. Darum soll es ebenfalls auf dem Bildungscampus gehen: Braucht es in der Nähe der Wohnung der Fachkräfte auch einen Waschsalon? Das steht genauso im Interesse der Forscher wie Angebote für die Freizeit. Anna-Lena Reulein gibt dafür ein Beispiel: ein Gruppenausflug in den Wald, gemeinsames Kochen im Anschluss. „Die Spannweite ist weit.“
Das Forschungsprojekt richtet sich ursprünglich nur um Fachkräfte vom Bildungscampus. Aber: Wohnen, leben und arbeiten zusammen zu betrachten, das müsse für alle gelten, deshalb sind auch Unternehmen angesprochen, sich bei der Diskussion einzubringen. „Das sind keine unterschiedlichen Welten“, sagt Anna-Lena Reulein, man müsse den Blick auf alle drei Bereiche legen. „Damit wollen wir so viele wie möglich erreichen“, sagt sie.
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