Das Leben in der Region Heilbronn wird sich verteuern
Im Moment ist das Verhältnis zwischen Lebenshaltungskosten und Einkommen in Heilbronn-Franken günstig. Das wird nicht so bleiben, meint unser Autor.

Die aktuelle bundesweite Studie zu Lebenshaltungskosten und Gehältern bestätigt einen seit Jahren anhaltenden Trend. Wohnen wird in den Metropolen und Großstädten immer teurer. Wer günstig leben will, ist in ländlichen Regionen, insbesondere in Ostdeutschland, gut aufgehoben. Ähnlich sieht es beim Einkommen aus: Wer in München oder Hamburg wohnt und arbeitet, verdient deutlich mehr als jemand im Vogtland oder im Erzgebirge.
Zwischen diesen Extremen reiht sich die Region Heilbronn-Hohenlohe gut ein. Die Lebenshaltungskosten in Heilbronn, Eppingen, Künzelsau oder Schwäbisch Hall liegen knapp über oder unter dem Bundesdurchschnitt. Bei den Gehältern liegt die Region jedoch teils deutlich über dem Bundeswert.
Die Situation bei den Lebenshaltungskosten in der Region wird sich verändern
Ob dieser erfreuliche Zustand anhalten wird, muss jedoch bezweifelt werden. Denn die Region entwickelt sich extrem dynamisch, wie ein Blick auf den Bildungscampus oder den KI-Innovationspark Ipai deutlich macht. Die Region Heilbronn wird immer mehr zum Zuzugsgebiet von Gutverdienern aus Wirtschaft und Wissenschaft. Schon jetzt haben Normalverdiener Probleme, eine angemessene Wohnung oder ein Haus zu finden. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass sich dieses Problem in den nächsten Jahren verschärfen wird. Die Lebenshaltungskosten werden steigen, ob die Durchschnittsgehälter ähnlich zulegen werden, ist offen.
Kommunalpolitiker müssen für bezahlbaren Wohnraum sorgen
Vor diesem Hintergrund muss die Kommunalpolitik viel aktiver als bisher für bezahlbaren Wohnraum in der Region sorgen. Natürlich ist es zu begrüßen, wenn sich mehr hochqualifizierte Fachkräfte entscheiden, in der Region zu arbeiten und zu leben. Doch auch der Fließbandarbeiter, die Kellnerin und der Krankenpfleger sollten sich das Leben hier noch leisten können.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare
Helmut Epp am 16.11.2025 12:14 Uhr
Nix Neues,
als "Normalverdiener" bemerken und äußern wir das schon seit Jahren. Bei jeder Neuvermietung bei uns im Haus werden die "Neumieten" massiv erhöht. Weder am Wohnraum, noch am Haus ändert sich wesentliches. Solange der Vermieter seinen Wohnraum noch (egal zu welchem Preis) an den "Mann" bekommt (betriebswirtschaftlich nachvollziehbar) scheint nix einzuwenden!
Dass von dem Karren hinten mehr runterfallen als vorne dazukommen nennt sich "Wohnkomfort"! Äußern wird sich das durch: Ich wohn doch nicht überall UND ICH kann mir das leisten!
Und genau jetzt stellt sich der "Normalverdiener" die Frage: Wie lange noch??
am 16.11.2025 08:29 Uhr
Ich teile voll und ganz die Meinung des Autors. Doch meine Erfahrung und offensichtlich die Erfahrung nicht weniger Eigentümer von Wohnraum in Bezug auf eine teilweise brutale Erhöhung der Grundsteuer, die bekanntlicher Weise in der Regel voll auf den Mieter umgelegt wird, ist schmerzhafte Realität. Beispiel gefällig:
Da ich selbständig bin habe ich mein ganzes Leben lang einen großen Teil meines Einkommens, aus offensichtlich berechtigtem Mißtrauen dem staatlichen Rentensystem gegenüber, Immobilien vorgezogen.
Nun vermiete ich ein 2 Familienhaus in guter Lage in HN Ost auf 800 qm Grundstück an zwei Familien mit jeweils zwei Kindern für 9 € pro qm. Das ist mindestens 30% günstiger wie vergleichbarer Wohnraum in dieser Lage und diesem Zustand.
Meine Mieteinnahmen unterliegen der Einkommensteuer zwischen 32 und 42 %. Davon werde ich, falls ich jemals in Ruhestand gehe, einmal keine großen Sprünge machen.
Die Grundsteuer hat sich seit dem Jahr 2000 bis 2024 von 600 € auf 1050 € erhöht. Seit der grottenschlecht gemachten Grundsteuereform werden meine beiden Mietparteien nun 3600 € pro Jahr aufbringen müssen. Das ist das 1,5 fache einer Monatsmiete. Rechnet man nun meine Steuer mit ein und nimmt die Steuern und Abgaben z. B. bei den Energiekosten mit Umsatzsteuer dazu, frage ich mich wer hier der Miethai ist? Nahezu die Hälfte davon fließt in öffentliche Kassen.
Die Staatsausgaben steigen kometenhaft, mit ihnen die steuerlichen Belastungen für kleine und mittlere Einkommen. Während das BIP und die Investitionen der Wirtschaft und der Privaten abnehmen. Von 600 000 € Bruttolohnkosten mit Arbeitgeberanteil in unserem Betrieb fließt nahezu die Hälfte als Lohnsteuer und Sozialabgaben an staatliche Stellen ab. Anschließend schröpft der Staat den Nettolohn seiner fleißigen Bürger nochmals mit Umsatzsteuer bis zu 19% ab.
Der Staat schwimmt im Geld, leider hat dieser ein massives Ausgabenproblem das sich jetzt, wo sich die Wirtschaft im Sinkflug befindet, zu einem existentiellen Risiko für unser Land entwickelt. Zu meinen, mit Milliarden von neuen Staatsschulden, dies lösen zu können ohne radikale Reformen in diesem gewaltigen Staats-, und Verwaltungsmoloch sowie dem völlig überforderten sozialen System anzugehen ist zum Scheitern verurteilt.
Der Bürger, der nicht sein Geld aus staatlicher Hand empfängt, wendet sich deshalb immer mehr vom Staat ab. Es könnte unsere Gesellschaft zerreißen und die radikalen Ränder erstarken. Ein Glück für unsere Regierung und ein Hindernis für radikale Reformen ist, dass ein großer Teil der Wählerschaft von staatlichen Einnahmen lebt. 250 000 zum Teil sehr gut ausgebildete Fachkräfte Fachkräfte kehren diesem Land pro Jahr den Rücken zu und verlassen Deutschland.
Was nun? Die Kommunalpolitik soll’s richten?
Jürgen Mosthaf