KSK-Neubau könnte Initialzündung fürs Wollhaus sein
Während die Pläne für das Wollhaus langsam in Vergessenheit geraten, gibt es gegenüber ein konkretes Bauvorhaben. Auf dem Campus geht der Blick in die akademische Welt: Die Schwarz-Stiftung kooperiert mit einer weiteren Schweizer Hochschule.

Der Blick an den südlichen Rand der Heilbronner Innenstadt bleibt immer unweigerlich an einem markanten, aber hässlichen Gebäude hängen: dem Wollhaus. Über die seit Jahren immer wieder aufwallende Hoffnung auf Sanierung ist oft geschrieben und noch öfter diskutiert worden. Passiert ist trotz Investor bislang nichts, was man eine zukunftsweisende städtebauliche Entwicklung nennen könnte.
Jetzt macht ein Nachbar auf der anderen Straßenseite Nägel mit Köpfen: Die Kreissparkasse präsentiert ein Bauvorhaben – innovativ, modern und begrünt. Ein positives Bekenntnis zur viel gescholtenen Innenstadt, in die sich eine Investition also doch lohnt. Während der vermeintlich große Wurf fürs Wollhaus allmählich in Vergessenheit gerät, gibt es an der Allee jetzt einen konkreten Zeitplan. Es wäre zu wünschen, dass der eine Neubau Initialzündung für den anderen ist.
Ein Standort in Heilbronn ist auch ein politisches Signal
Dass die Dieter-Schwarz-Stiftung international vernetzt ist, ist nichts Neues. Die Verantwortlichen denken Wissenschaft global. Das ist auch ein politisches Signal. Die ETH Zürich beispielsweise hat sich in Heilbronn, wo in diesem Jahr die ersten Professoren berufen werden sollen, ein Standbein innerhalb der EU gesichert. Darauf weist der Delegierte der Schulleitung, Boris Zürcher, in einem internen Interview hin. Die traditionsreiche Schweizer Hochschule profitiert also nicht nur vom finanziellen Engagement der Stiftung.
Gleichzeitig wächst die Bedeutung des Standorts Heilbronn immens durch einen solchen Akteur, auch wenn das zunächst nur in der akademischen Welt wahrgenommen wird. Und die Zusammenarbeit mit den Eidgenossen scheint ausbaufähig: Aktuell kommt eine Kooperation mit dem Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen hinzu. Dort fördert die Schwarz-Stiftung ein Kompetenzzentrum, das unter anderem zu Künstlicher Intelligenz forschen wird. Das zeugt von Weitsicht und Vernetzung: Forschung muss über Grenzen hinausgehen.
Eine Mitgliedschaft ist noch keine Zusammenarbeit
Der Blick in die Welt zeigte sich auch vergangene Woche, als Unternehmer und Berater durch ein Projekt der Stiftung mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) Heilbronn besuchten. Die Gäste aus Kanada, Südamerika und Afrika waren offenbar begeistert, auch das MIT selbst lobte bei einem Gala-Dinner im neuen Gebäude der Campus-Founders das „innovative Ökosystem“ am Neckar. Es gebe riesige Möglichkeiten – allerdings brauche es mehr Kooperationen, mehr Miteinander von Unternehmen in der Region, hieß es da.
Dabei sind viele von ihnen bereits im Ipai vertreten. Doch offenbar erweckte die Mitgliedschaft allein noch nicht den Eindruck praktischer Zusammenarbeit. Die Aufbruchstimmung, die ohne Zweifel von Heilbronn ausgeht, darf natürlich nicht an der Stadtgrenze enden. Von der Transformation kann die ganze Region profitieren – schließlich ist das Prinzip „Speckgürtel“ auch nichts neues.
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