Kriminelle Jugendliche waren oft schon als Kinder auffällig
Gesetzwidriges Verhalten wächst sich nicht einfach aus. Der Gesetzgeber sollte klare Signale an junge Straftäter senden. Bei strafunmündigen Kindern haben Behörden zu wenig Einfluss, meint unsere Autorin.

Straftaten von Kindern und Jugendlichen waren in der Region zuletzt rückläufig. Von einer Trendumkehr zu sprechen, ist verfrüht. Schaut man sich die Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren an, wird deutlich, dass Kriminalität von Minderjährigen ein wachsendes Problem darstellt. Besorgniserregend ist vor allem die Zahl von Gewaltdelikten. Der Anteil ausländischer Tatverdächtiger in der Altersgruppe steigt auf mehr als 30 Prozent.
Straffälliges Verhalten ist nicht nur ein vorübergehendes Phänomen pubertierender Kinder und Jugendlicher. Ein echtes Problem sind falsche Männlichkeitsbilder, die Gewalt gutheißen.
Der Eindruck ist fatal, dass junge Straftäter kaum harte Konsequenzen fürchten müssen
Zudem haben Eltern häufig die Verbindung zu ihren Kindern verloren. Wie sonst ist es zu erklären, dass zum Beispiel Mädchen zum Teil bis spät in der Nacht in der Heilbronner Innenstadt mit dubiosen Gestalten abhängen, in Drogeriemärkten klauen und Körperverletzungen begehen?
Fatal ist es, wenn der Eindruck entsteht, dass junge Leute kaum harte Konsequenzen zu befürchten haben. Der Einfluss von Behörden ist bei strafunmündigen Kindern zu gering. Dabei zeigt die Praxis, dass kriminelle Jugendliche oft schon als Kinder auffällig waren. Unter 14-Jährigen drohen höchstens erzieherische Maßnahmen – vorausgesetzt, deren Eltern ziehen mit.
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