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Nach Heilbronn kommt eine psychiatrische Institutsambulanz: Warum das ein großer Schritt ist  

  
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Eine wohnortnahe ambulante Versorgung ist ein Segen für psychisch Erkrankte, findet unsere Autorin.

In die Tagesstätte des Weinsberger Hilfsvereins kommen psychisch kranke Menschen zum Mittagessen. Mit der Pia verbessert sich die medizinische Versorgung stark.
In die Tagesstätte des Weinsberger Hilfsvereins kommen psychisch kranke Menschen zum Mittagessen. Mit der Pia verbessert sich die medizinische Versorgung stark.  Foto: Kunz, Christiana

Seit Jahren nimmt die Zahl der Menschen, die psychisch erkranken, zu. Gleichzeitig ist die Suche nach einem Psychiater oder Therapeuten oft ein zermürbendes Unterfangen. Monatelang warten Menschen in Not auf Behandlung, etwa nach einem Klinikaufenthalt. Sie brauchen Frustrationstoleranz und Durchhaltevermögen.

Genau das ist für psychisch Erkrankte noch schwerer als für Patienten mit somatischem Leiden. Deshalb ist die Nachricht, dass eine psychiatrische Institutsambulanz (Pia) des Klinikums am Weissenhof in Heilbronn ihren Betrieb aufnimmt, eine sehr gute.

Das Angebot hat Heilbronn gefehlt

Beim Weinsberger Hilfsverein ist sie bestens aufgehoben. Es ist auch deshalb eine gute Nachricht, weil der Hilfsverein zuletzt sein Angebot zurückfahren musste, da das Geld fehlte. Die neue Pia mit ihrem multiprofessionellen Team bedeutet einen großen Schritt nach vorn. Niederschwelliger Zugang, schnelle Behandlung, und das wohnortnah, ohne nach Weinsberg zu müssen, das ist ein Angebot, das in Heilbronn gefehlt hat.

Eine positive Nachricht ist auch, dass die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten gut ist

Positiv klingt zudem, dass die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Fachärzten eng sein soll. Dass das keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt der Blick nach Brackenheim. Dort waren die ansässigen Spezialisten 2019 wenig begeistert, als eine Pia im Gespräch war. Und: In Heilbronn kann jeder schwer Erkrankte nach Voranmeldung Hilfe bekommen. Nicht erst mit der Überweisung eines niedergelassenen Psychiaters in der Hand. Auch das war in Brackenheim ein Thema gewesen.




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