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Salzgrund in Heilbronn
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Das Obdachlosenheim ist kein Ort für Heranwachsende

  
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Dass es im Salzgrund wieder Sozialbetreuung gibt, ist ein Pluspunkt. Dass es dort aber trotzdem noch Kinder und Heranwachsende gibt, ist ein großes Problem. 

Bei Eiseskälte muss in Heilbronn niemand draußen schlafen. Es gibt das Obdachlosenheim und den Erfrierungsschutz. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Bei Eiseskälte muss in Heilbronn niemand draußen schlafen. Es gibt das Obdachlosenheim und den Erfrierungsschutz. Foto: Julian Stratenschulte/dpa  Foto: Julian Stratenschulte

Der Heilbronner Salzgrund hat mit Krisztina Csomor eine Seele bekommen. Wie positiv, dass es dort wieder Sozialarbeit gibt, und dass diese jemand macht, der dafür brennt.

Räumlich ist der Salzgrund im Vergleich zu anderen Unterkünften im Landkreis Heilbronn annehmbar. Die Räume sind spartanisch, aber sie sollen ja eine Notlösung auf Zeit sein. Die Realität sieht aber teils anders aus: Manche Menschen bleiben bis zu zwei Jahre. Kaum zumutbar, wenn die Zimmer je nach Bedarf mit vier Personen belegt sind. Doch Alternativen sind rar.

Wenig Alternativen haben auch junge Menschen, die dorthin kommen. Sieben sind es derzeit. Manche werden direkt aus der Jugendhilfe entlassen, landen aus der stationären Einrichtung, aus der Wohngruppe heraus auf der Straße. Ihr Verbleib in der Einrichtung sollte bis 21 Jahre verlängert werden, bis sie sich stabilisieren. Denn sie sind gefährdet, ganz in Armut und Sucht abzurutschen, wenn Abschlüsse und Ausbildung fehlen.

Zusammenzuwohnen mit Älteren, bei denen die Obdachlosigkeit verfestigt ist, ist das denkbar Falscheste. Sie bedürften eines Schutzraumes. Nach wie vor fehlt in Heilbronn ein Auffangbecken wie der Schlupfwinkel in Stuttgart eines ist. Der Bedarf ist da. Gut, dass Familien in Wohnungen untergebracht sind. Dass es aktuell trotzdem Kinder im Salzgrund gibt, ist nicht hinnehmbar. Die Stadt sollte deshalb nach Wohnraum suchen, der vorübergehend nutzbar ist.

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petra.mueller_kromer@stimme-mediengruppe.de




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