Kein Döner im „Köfte Spot“ in Heilbronn: Betreiber setzen auf eigenes Konzept
Im „Köfte Spot“ in der Heilbronner Innenstadt dreht sich alles um die türkische Frikadelle. Betreiber Emre und Meltem Dogan haben dafür ihr Konzept komplett umgestellt – und ein Jahr am Rezept gearbeitet.

Die Heilbronner Innenstadt ist um einen türkischen Imbiss reicher. Döner sucht man im „Köfte Spot“ allerdings vergeblich – im Mittelpunkt steht die türkische Frikadelle, die namensgebende Köfte. Daneben gibt es im Imbiss in der Klarastraße 10 Fisch oder Sucuk, serviert im Brot oder als Bowl.
„Ich liebe es einfach zu kochen“, sagt Inhaber Emre Dogan. Mehr als ein Jahr habe er an seinem Köfte-Rezept gearbeitet, ergänzt seine Frau Meltem. Entstanden ist es nicht nach Familienvorbild, sondern durch eigenes Ausprobieren. „Das Rezept bleibt unser Geheimnis“, sagt der 32-Jährige.
„Köfte Spot“ in Heilbronn: Vom Frühstückslokal zum neuen Konzept
Die Idee für den Imbiss entstand aus einer Veränderung heraus. Meltems Eltern hatten an gleicher Stelle über Jahre ein Frühstückslokal betrieben, später übernahmen Emre und Meltem Dogan den Laden. „Irgendwann war das mit dem Frühstück einfach zu viel“, sagt sie. Also entschieden sie sich für einen Neustart und ein anderes Konzept. Der Laden wurde umgebaut, das Angebot komplett verändert. Ein Risiko, wie beide sagen.
Dass es ausgerechnet Köfte werden sollten, entwickelte sich eher schrittweise. Während des laufenden Betriebs des Frühstückslokals habe ihr Mann immer wieder für Nachbarn gekocht, erzählt Meltem. „Irgendwann hat er jeden Tag mehrere Kilo Fleisch verarbeitet und Köfte gemacht.“
Die Rückmeldungen seien durchweg positiv gewesen. Daraus entstand die Idee, das Gericht in den Mittelpunkt zu stellen und damit bewusst eine Alternative zu Döner, Pizza oder Burger anzubieten. „Das gibt es überall“, sagt sie.
„Köfte Spot“ in Heilbronn: Neueröffnung mit Schwierigkeiten
Wichtig sei vor allem die Fleischqualität, betont Emre Dogan. Verwendet werde ausschließlich Rindfleisch aus dem Nacken. Beim Brot arbeite er mit einer Stuttgarter Bäckerei zusammen. „Das ist ein typisch türkisches Brot, wie es in der Türkei auch beim Streetfood genutzt wird“, sagt Meltem Dogan.
Frische stehe im Laden an oberster Stelle. Die Köfte werden jeden Tag morgens zubereitet und für jeden Gast frisch gegrillt. Auch die Knoblauchsoße, Paprikapaste und das Gemüse stellen die beiden täglich selbst her. Den Fisch bezieht Dogan aus Stuttgart von einem Fischhändler.
Der Weg bis zur Eröffnung war für Dogan dabei alles andere als einfach. Genehmigungen, Umbau und ein Wasserschaden verzögerten den Start. „Es ist viel schiefgelaufen“, sagt Meltem Dogan. Trotzdem hat das Paar den Laden in nur sieben Wochen umgebaut und eröffnet.
Imbiss in Heilbronn als Familienprojekt
Seitdem läuft der Betrieb. Mit der Nachfrage sind beide zufrieden. „Am Anfang mussten wir teilweise noch mal neues Fleisch kaufen, weil die Köfte aus waren“, sagt Emre Dogan. Am vergangenen Sonntag habe er sogar früher zugemacht, weil er ausverkauft war. „Es geht aber natürlich immer mehr an Kundschaft“, sagt der 32-Jährige, der täglich 15 bis 30 Kilogramm Hackfleisch zu Köfte verarbeitet.
Der Imbiss ist für die Dogans ein Familienprojekt. Während Emre Dogan den Laden während der Öffnungszeiten von 12 bis 22 Uhr schmeißt, macht Meltem Dogan morgens die Vorbereitungen und kümmert sich dann um das zweite „Baby“ des Paars – Tochter Ilge. Die Köfte sind auch bei der Zweijährigen beliebt, erzählt Meltem Dogan: „Sie isst die Köfte einfach mit der Hand und dippt sie dann in Naturjoghurt.“
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