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Kinderschutzbund Heilbronn: Was die neue Chefin an ihrem Job reizt

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Tatjana Fink hat in ihrer beruflichen Laufbahn viel Erfahrung gesammelt. Wie ihr das bei ihrer neuen Aufgabe hilft.

Tatjana Fink ist neue Geschäftsführerin des Kinderschutzbunds Heilbronn. Sie ist sehr begeistert von ihrer neuen Aufgabe.
Tatjana Fink ist neue Geschäftsführerin des Kinderschutzbunds Heilbronn. Sie ist sehr begeistert von ihrer neuen Aufgabe.  Foto: Ralf Seidel

Tatjana Fink ist neue Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Heilbronn, und das schon nach wenigen Wochen mit Leib und Seele. „Mir war schon relativ früh klar, dass ich in den sozialen Bereich gehen möchte“, sagt die 46-Jährige. In Ludwigsburg studiert sie Sozialpädagogik, schnuppert aber auch eine Zeitlang beim Kinderschutzbund Ulm/Neu-Ulm hinein. „Das war sehr bereichernd und inspirierend. Mit der Stelle jetzt in Heilbronn schließt sich für mich der Kreis.“

In Neckarsulm betreut Tatjana Fink 300 Mitarbeitende

Nach dem Studium arbeitet die gebürtige Ulmerin als Kitaleitung für die Stadt Stuttgart und als Praxisbegleiterin. Dabei begleitet sie intensiv den Implementierungsprozess von „Einstein“, einem neuen Bildungskonzept.2012 wechselt sie als Fachberatung für Kitas nach Neckarsulm und steigt dort zur Abteilungsleiterin auf. Dort betreut sie 16 Kitas und rund 300 Mitarbeitende.

Im Rahmen des Projekts „Pünktchen on Tour“ des Kinderschutzbunds, eines offenen Treffangebots für Familien mit kleinen Kindern, trifft sie die damalige Geschäftsführerin Martina Grön, die nun im Ruhestand ist. „Sie brennt für das Ganze. Ich konnte die Mitarbeiter kennenlernen und war auch sofort sehr begeistert.“Die Vielfalt der Angebote, die Leidenschaft des Teams überzeugten sie sehr. Familienpaten oder die Idee von Anna und Marie, bei der eine erwachsene Freundin ein Mädchen im Teenageralter begleitet, seien sehr reizvolle Projekte. Bereiche, die die frühen Hilfen abdeckten, Familienhilfe, Scheidung, Trennung, Kinderschutz und Prävention seien die Säulen der Arbeit beim Kinderschutzbund. 

Das Team ist nah dran an den Bedarfen der Familien

„Mir gefiel, dass ich sehr nah an den Bedarfen der Familien dran war. Inzwischen fühle ich mich, als ob ich schon viele Monate dabei wäre und nicht erst seit kurzem.“ Martina Grön und Veronika Siller stünden ihr als ehemalige Geschäftsführerinnen bei Fragen zur Seite.Ob sie jetzt mit schwierigeren Fällen zu tun hat als früher? „Auch als Abteilungsleiterin in Neckarsulm gab es Not, Gewalt, Scheidung, Trennung und Missbrauch in den Familien. „Ich habe da viel Erfahrung.“ Auch in Stuttgart habe sie Familien beraten.

Die Arbeit ist herausfordernd

Der Bereich sei herausfordernd. „Auf der einen Seite sind wir sehr nah dran, dürfen uns aber nicht verwickeln lassen und müssen unseren neutralen Standpunkt beibehalten.“ Es sei wichtig, die Mitarbeitenden gut zu begleiten. Als psychodramatische Supervisorin bringt Tatjana Fink dazu ein gutes fachliches Rüstzeug mit. „Es geht ein bisschen in die Richtung der Familienaufstellung, darum, eine Rolle einzunehmen. Ich kann eine Situation etwa auf der Bühne stellen. Herausfinden, warum sie mich so betroffen macht und sie so analysieren.“Für die Zukunft steht die Weiterentwicklung der bestehenden Projekte auf dem Plan. Es gebe Anfragen etwa von Schulen für pädagogische Tage bis hin zu solchen für Fortbildungen mit Elternbeiräten. Auch Schutzkonzepte seien gefragt, besonders von Vereinen. Was sie in ihrer Freizeit gerne macht? Konzerte besuchen, klassische Musik genießen und schwedisch lernen. „Inzwischen spreche ich fast fließend“, sagt Tatjana Fink.




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