KI in Heilbronner Hochschulen: Wie neue Technologien Studium und Forschung verändern

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Ob Themenfindung, Prüfungen oder individuelle Nachhilfe – Künstliche Intelligenz hält an den Hochschulen in Heilbronn verstärkt Einzug. Manche Projekte sind sogar Vorreiter in Baden-Württemberg.


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Hochschulen in Heilbronn integrieren Künstliche Intelligenz verstärkt in Lehre und Forschung. Teilweise sind sie mit bestimmten Projekten Vorreiter. Ein Überblick.

An der DHBW Heilbronn kommt derzeit die neue Plattform „Genius D“ zum Einsatz, die Künstliche Intelligenz (KI) als Werkzeug für die Lehre etabliert. Sie bündelt verschiedene KI-Anwendungen und ist sowohl auf Studenten als auch auf Dozierende zugeschnitten.

KI in der Hochschullandschaft: So werden neue Technologien in Heilbronn genutzt 

Derzeit ist Heilbronn der einzige DHBW-Standort, der mit der Plattform arbeitet. Falls sie sich bewährt, könnte sie auf weitere Standorte ausgeweitet werden. Professor Oliver Janz, Studiengangleiter für BWL-Handel Fashion Management, hat die Plattform gemeinsam mit der KI-Arbeitsgruppe eingeführt. Er verspricht sich davon eine deutliche Verbesserung der Qualität in Lehre, Forschung und Studium, da wesentlich mehr Informationen verarbeitet werden können als bisher.

Das Problem sei längst nicht mehr der Zugang zu KI, sondern vielmehr, dass Lehrende oft nicht wüssten, welche Möglichkeiten sie damit haben. Genau hier setzt die Plattform „Genius D“ an: Sie soll Berührungspunkte schaffen und den Einstieg erleichtern, so Janz. Die Nutzung stehe allen offen, und einmal im Monat gibt es ein Meeting, an dem Interessierte teilnehmen können.

Ergebnisse sollten nicht ungeprüft übernommen werden

Studenten können die Künstliche Intelligenz beispielsweise nutzen, um Themen für Projekt- oder Bachelorarbeiten zu erarbeiten. Die KI bewertet dabei nicht nur das Thema selbst, sondern auch den Hintergrund des jeweiligen Unternehmens und dessen Eignung für die Arbeit. Janz betont jedoch, dass die Ergebnisse nicht ungeprüft übernommen, sondern eigenständig recherchiert und hinterfragt werden sollten.

Neben einem „Themenfindungsagenten“ gibt es auch einen „Prüfungsagenten“, der dabei hilft, das eigene Wissen zu überprüfen. Er stellt Nachfragen, ähnlich wie bei einer mündlichen Prüfung, bewertet die Antworten und weist auf Lern-Defizite hin.

Bewertung von Prüfungen durch KI noch nicht zuverlässig

Auch Lehrende profitieren von der Plattform. So kann sie etwa Lehrpläne erstellen und innovative Lernmethoden vorschlagen, um komplexe Themen verständlich aufzubereiten. Zudem kann sie Abbildungen oder Tabellen aus Skripten in Fließtext umwandeln und Prüfungsfragen auf Basis des Lehrmaterials generieren.

Die Bewertung von Prüfungen durch KI sei jedoch noch nicht zuverlässig genug, erklärt Janz. Möglicherweise sei das in einigen Jahren denkbar, doch derzeit gebe es noch zu viele Unsicherheiten. Weitere wichtige Themen seien Datenschutz oder das Urheberrecht, die jederzeit gewährleistet werden müssten.

Hochschule Heilbronn ist Teil eines europaweiten Netzwerks 

Auch die Hochschule Heilbronn (HHN) setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz. So ist sie beispielsweise Teil des EUonAIR-Konsortiums, das gemeinsam mit 14 weiteren Bildungspartnern der EU einen virtuellen Campus entwickelt. Ziel sei es, innovative Lösungen für KI-gestützte Bildung und Forschung zu schaffen, informiert HHN-Pressesprecherin Vanessa Offermann.

Zusätzlich engagiert sich die Hochschule im regionalen KI-Campus-Hub Baden-Württemberg, der digitale Lernangebote entwickelt und regionale Schwerpunkte wie „KI in der Industrie 4.0“ oder „KI in der Medizin“ setzt. Der Hub ist laut Offermann Teil eines größeren KI-Ökosystems, das mit dem Innovationspark für Künstliche Intelligenz (Ipai) aufgebaut wird.

Auch in der medizinischen Ausbildung gewinnt KI an Bedeutung

Ein neues Projekt der HHN, das in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Ulm durchgeführt wird, soll Studierenden der Kieferorthopädie künftig KI-generiertes, individuelles Feedback zu Diagnosen und Therapieplänen liefern.

„Dadurch werden Lehrkräfte entlastet, und die Studierenden erhalten auch dann qualitativ hochwertige Rückmeldungen, wenn gerade keine Lehrperson verfügbar ist.“

Quizze zu Lerninhalten generieren lassen: KI macht´s möglich 

Auch der Campus Heilbronn der Technischen Universität München (TUM) setzt KI bereits in vielen Bereichen der Lehre ein. So unterstützt beispielsweise der sogenannte TUM Tutor Studierende mit einer Chat-Schnittstelle, die Vorlesungsunterlagen verarbeitet. Sie können sich damit Quizze zu Lerninhalten generieren lassen. Im Bereich Data Analytics ermutigt die Hochschule Studierende dazu, KI für personalisierte Nachhilfe zu nutzen.

Der Lehrstuhl für Applied Education Technologies setzt mit Iris einen KI-Tutor ein, der Programmierfehler analysiert, ohne aber direkt die Lösung zu verraten. Zudem wird an einem Chatbot für Studieninteressierte gearbeitet.

Generell sei es dem Team ein großes Anliegen, dass Innovationen vorangetrieben werden, sagt Pressesprecher Frank Lutz. Aber bei der Vermittlung von Kompetenzen und zur Persönlichkeitsbildung wolle man auf klassische zwischenmenschliche Lernformate setzen.




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