Ipai-Veranstaltung in Heilbronn: Präsenz und Sichtbarkeit für Frauen in KI
Zur Veranstaltung „AI for her, by her“ – KI von Frauen für Frauen – hat die Ipai-Foundation in die Ipai-Spaces in Heilbronn eingeladen. Vier Gründerinnen trugen ihre Perspektive vor.

Als Sogol Kordi via Leinwand zugeschaltet von der Motivation hinter der Gründung von ihrem Unternehmen „MyProtectify“ erzählt, war es still im Raum. Das Publikum, das überwiegend aus Frauen bestand, hörte gebannt zu, was die Gründerin erzählte. Nach vier Jahren in einer Gewaltbeziehung hatte Kordi ohne alles dagestanden: kein Job, keine Wohnung, kein eigenes Bankkonto.
Seitdem hat sie sich neu erfunden und mit „Maya“ einen KI-Chatbot auf die Beine gestellt, der Frauen in ähnlichen Situationen helfen soll. Sogol Kordi ist eine von vier Gründerinnen, die an dem Abend in den Ipai-Spaces im Zukunftspark von ihrem KI-/Tech-Projekt erzählte und dabei besonders die Perspektive von Frauen hervorhob.
KI von Frauen für Frauen: Veranstaltung bei Ipai in Heilbronn
„AI for her, by her“ – KI von Frauen für Frauen heißt die Veranstaltung, die von der Ipai-Foundation ausgerichtet wurde. Sie soll den Auftakt für die Initiative „Women in AI“ sein, die die Foundation noch mit weiteren Veranstaltungen – zum Beispiel mit einem KI-Salon zu dem Thema – bespielt wird.
Wenn man an Frauen und KI denke, dann fielen einem eher negative Dinge ein: Jobverlust in Frauen-dominierten Branchen, digitale Gewalterfahrungen, wie pornografische Deepfakes und Diskriminierungserfahrungen, sagt Sirid Böhm vom Ipai.
Die Idee der Veranstaltung „AI for her, by her“ sei, nicht nur über das Negative zu sprechen, sondern Frauen und Frauenthemen in KI Präsenz und Sichtbarkeit zu geben. Gleichzeitig sollen Frauen nicht nur dort inkludiert werden, wo es um Frauenthemen geht, sondern überall präsent sein, wo Entscheidungen über KI getroffen werden.
Gründerinnen berichten am Heilbronner Ipai: KI für Themen, die Frauen betreffen
Bei Alissia Quaintances Start-up „Cycle Positivity“ geht es um Frauengesundheit am Arbeitsplatz. In Unternehmen sammelt sie dabei Daten zu den Dingen, die Frauen wirklich wichtig sind und was sie brauchen und schafft durch die Analyse dieser Daten Bewusstsein in den Firmen. Wichtige Themen für Quaintance sind die Auswirkungen des Menstruationszyklus und der Wechseljahre auf die Produktivität von Frauen.
Shreeya Shevade will mit ihrem Unternehmen „Flowbit Technologies“ mithilfe von KI ein Gedächtnis für Erfahrungswerte in Unternehmen schaffen. Sie nimmt vor allem den Frauen-dominierten Bereich Finanzbuchhaltung in den Blick und möchte in einer KI das Wissen festhalten und einpflegen, das in einer solchen Abteilung oft nur eine Frau mit langer Diensterfahrung hat. Bei der KI, die das Unternehmen anbietet, handelt es sich um eine Software zur automatisierten Verarbeitung von Rechnungen, die mit dem KI-Erfahrungsschatz allen Entscheidungen wichtigen Kontext hinzufügt.
Frauen-Perspektive bei Tech-Gründungen: Austausch bei Ipai-Veranstaltung in Heilbronn
Pfandverpackungen bei Kosmetikprodukten – darum geht es bei Steffanie Rainer. Sie hat mit einem Team aus Mitstreiterinnen das Start-up „reo“ gegründet, dass die Daten- und Vernetzungsplattform für den Recyclingprozess stellen soll. Sie erzählte viel von ihren Erfahrungen als Frau im Gründer-Umfeld. Für sie war es schwer, die Wahrnehmung von ihr und ihrer Unternehmung von Stereotypen loszulösen.
Durch das Thema Recycling – und dann auch noch von Kosmetikprodukten – bekam sie in der Vergangenheit oft den „Impact“- oder „Weltverbesserer“-Stempel aufgedrückt, obwohl sie auch mit harten Zahlen punkten könne.
Veranstaltung „AI for her, by her“ bei Heilbronner Ipai-Foundation: Positive Resonanz
„Wir sind positiv überrascht“, hieß es von einem Sprecher der Ipai-Foundation nach der Veranstaltung zur Resonanz. Nach vier Tagen seien alle 45 Plätze ausgebucht gewesen, sodass man auf über 100 Plätze erweitert habe. An die Vorträge der Gründerinnen schloss eine Fragerunde und ein offenes Networking an.
Für eine Zuschauerin, die an diesem Abend im Publikum saß, war es die zweite Veranstaltung in den Ipai-Spaces. Sie interessiert sich für das Potenzial von KI. Ihr gefiel die Veranstaltung und das Format – es seien viele interessante Geschichten gewesen. „Es ist cool, dass hier ein Raum geschaffen wird für Aufmerksamkeit“, sagte auch eine andere Zuschauerin nach der Veranstaltung.
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