Die Integrierte Leitstelle Heilbronn (ILS) ist rund um die Uhr mit speziell ausgebildeten Disponentinnen und Disponenten besetzt. Jährlich nimmt sie rund 100.000 Notrufe unter der Nummer 112 entgegen und sorgt für die Alarmierung der zuständigen Einsatzkräfte, Behörden und sonstiger Rettungskräfte, mit Ausnahme der Polizei. Zusätzlich stimmt sie die Einsätze ab und unterstützt die Einsatzleitung vor Ort durch gezielte Nachalarmierung von Verstärkungs- oder Spezialeinheiten. Auch die Benachrichtigung von Fachleuten, Recherchen in Datenbanken und Nachschlagewerken gehören falls nötig zu den Aufgaben der ILS-Mitarbeiter. zim
Leitstelle Heilbronn soll wachsen: Neckar-Odenwald-Kreis plant Einsatzfusion
Die Integrierte Leitstelle Heilbronn könnte bald deutlich mehr Einsätze koordinieren – auch für den Neckar-Odenwald-Kreis. Der Heilbronner Gemeinderat begrüßt die mögliche Fusion, ein Neubau mit modernster Technik wäre dafür nötig.
In der Heilbronner Beethovenstraße laufen im Notfall alle Fäden zusammen. Denn wer in der Stadt oder im Landkreis Heilbronn die 112 wählt, der wird automatisch mit einem der modernen Arbeitsplätze verbunden, an denen Rettungseinsätze aufgenommen und koordiniert werden. Integrierte Leitstelle (ILS) heißt die Zentrale auf dem Gelände der Hauptfeuerwache Heilbronn, die seit dem Jahr 2011 die Einsätze von Feuerwehren, Rettungsdiensten, Technischem Hilfswerk und Katastrophenschutzeinheiten steuert. Selbst den Einsatz von Rettungshubschraubern und der Rettungshundestaffel Unterland werden von der Beethovenstraße aus koordiniert.
Einsatzgebiet der Heilbronner Leitstelle soll ausgeweitet werden
Und künftig könnten auf diese Integrierte Leitstelle noch mehr Arbeit und ein flächenmäßig weitaus größeres Einsatzgebiet zukommen. Denn der Neckar-Odenwald-Kreis hat Ende Mai beim Landkreis Heilbronn, der Stadt und der DRK Rettungsdienste Heilbronn gGmbH den Wunsch geäußert, die bisherigen Leitstellen Neckar-Odenwald und Heilbronn zu verschmelzen und alle Einsätze künftig zentral von Heilbronn aus zu steuern. Die Aufnahme entsprechender Verhandlungen mit den Partnern, in denen Organisation, Betrieb und Finanzierung festgelegt werden sollen, hat der Heilbronner Gemeinderat in seiner Sitzung am vergangenen Montag bei einer Enthaltung beschlossen.

Erweiterung der Leitstelle: Allgemeine Zustimmung im Heilbronner Gemeinderat
Bedenken bei der Ausdehnung des Einsatzgebietes gab es dabei im Ratsrund keine, im Gegenteil. „Wir begrüßen diese Weiterentwicklung“, betonte der CDU-Fraktionschef Thomas Randecker. „Der technische Fortschritt macht es möglich, dass wir in diesem Bereich großflächig denken“, lobte Rainer Hinderer (SPD) die Entwicklung. „Die Bündelung von Kräften ist zukunftsweisend“, ergänzte Holger Kimmerle. Der Grünen-Fraktionschef kritisierte allerdings, dass man schon nach so kurzer Zeit an räumliche und technische Grenzen stoße und forderte künftig ein nachhaltigeres Bauen. AfD-Stadtrat Thomas Pappert hofft, dass die geplante Komplettmodernisierung der Leitstelle bis 2030 erreicht werden könne.
Im Zuge der Diskussionen stellte Fabian Müller klar, wie schnell die technischen Entwicklungen im Notfallwesen voranschreiten. „Schon im jetzigen Zuschnitt stößt die ILS an die räumlichen und technischen Grenzen“, machte der Kommandant der Heilbronner Berufsfeuerwehr klar. Dabei habe man die Technik seit dem Neubau 2011 bereits zwei Mal aufgerüstet. „Wir sind gut beraten, wenn wir in dieses Herzstück weiter investieren“, betonte Nico Weinmann. „Es ist notwendig, strategisch zu denken und effizient und wirtschaftlich zu arbeiten“, mahnte Marion Rathgeber-Roth (Unabhängige für Heilbronn).
Leitstellen: Bündelung der Kräfte
Der Schritt des Neckar-Odenwald-Kreises, eine schnelle Fusion mit der Stadt und dem Landkreis in die Wege zu leiten, zeigt den akuten Handlungsbedarf im ländlich geprägten Landkreis. Mit Blick auf die gestiegenen Anforderungen an die Technik und Datensicherheit, die schwierige kommunale Finanzsituation und einen ressourcenoptimierten Personaleinsatz könne die Leitstelle allein nicht mehr wirtschaftlich und zukunftsfähig dargestellt werden, so der Nachbarkreis. Auch landesweit würden eine Bündelung der Kräfte und bereichsübergreifenden Regionalleitstellen für mehrere Stadt- oder Landkreise angestrebt.

Leitstelle bald mit neuen Aufgaben? Neubau in Heilbronn notwendig
Dass ein Neubau in Heilbronn nach einem Zusammenschluss mit dem Neckar Odenwald-Kreis nötig werde, stehe außer Frage. Bedenken wegen des Flächen- und Ressourcenverbrauchs wies Fabian Müller zurück. „Der Standort ist ja nur eine Hülle und bleibt für die Heilbronner Berufsfeuerwehr erhalten“, machte der Kommandant deutlich. Entscheidend sei die Technik, die komplett erneuert werden müsse. „Ohne einen neuen Standort geht da nichts“, versichert Müller.
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