Das D-Wort ist in Heilbronn jetzt gestrichen
Bei den Plänen für die Innenstadt haben sich Fraktionen im Gemeinderat auf das gemeinsame Ziel fokussiert. Dem musste sich die Verwaltung anschließen, meint unsere Autorin.

Am Ende zählt, was hinten rauskommt. Im Falle der Heilbronner Innenstadt ist das hoffentlich der große Wurf, den ein künftiger KI-Hotspot braucht, um Tradition und Aufbruch miteinander zu verbinden. Das ist umso dringender nötig, je schneller der Stadtrand zum hippen Ort wird. Dass mehrere Fraktion gemeinsamen zu Papier bringen, was die Innenstadt braucht, ist nach der zugespitzten Diskussion ein wohltuend konstruktiver Prozess, dem sich die Verwaltung anschließen musste. Schließlich geht es allen um dasselbe: Mehr Kaufkraft in die Stadt zu bringen.
Auch wenn sich am Ende doch wieder jeder öffentlich bemühte, vor allem den eigenen Anteil ins rechte Licht zu rücken, liegt der Fokus auf dem gemeinsamen Ziel. Genau betrachtet, gab es das von Anfang an. Auch die CDU hat in ihrem ersten Aufschlag die sogenannte Obergrenze vor allem als Mittel beschrieben, das für mehr Vielfalt sorgen soll. Die daraus folgende Zuspitzung diente der Sache, weil sie bundesweite Aufmerksamkeit brachte, aber um ein Dönerverbot ging es dabei eigentlich nie. Das D.-Wort ist jetzt gestrichen, alle Ideen müssen erst umgesetzt werden. Dass die Stadt dafür Geld in die Hand nimmt, ist ein vielversprechendes Zeichen.
Digitaloffensive sorgt für Weihnachten an Schulen
In einigen Heilbronner Schulen ist schon Weihnachten: Die ersten Lehrer und Schüler haben ihre iPads bekommen. Die Schulen müssen jetzt dafür sorgen, dass die Geräte so eingesetzt werden, dass der Unterricht digitaler wird und nicht nur die Bildschirmzeit der Schüler steigt. Weil das Land keine produktspezifischen Schulungen anbieten darf, hat die AIM zwei Stellen geschaffen, um die Lehrer mit den Apple-Geräten vertraut zu machen. Verständlicherweise tasten sich die Pilotschulen erst an den richtigen Umgang heran. Wohl auch deshalb wurden Eltern kürzlich informiert, Schüler sollten ihre Geräte zunächst nicht täglich in die Schule mitbringen. Und wenn, dann bitte vollgeladen. Ersteres ist hoffentlich nur der Einarbeitung geschuldet, Zweiteres sollte so selbstverständlich sein wie angespitzte Bleistifte.
Entscheidend für den Erfolg der Digitaloffensive wird am Ende die konsequente Nutzung sein. Die darf weder an Buchlizenzen scheitern, noch an Berührungsängsten. Eine internationale Studie hat erst diese Woche die niederschmetternde Erkenntnis gebracht, dass die Mehrzahl der Achtklässler Medien nur rudimentär bedient. Digitale Bildung muss mehr sein als Wischen und Zocken. Fakt ist aber auch, dass dazu die Eltern mit ins Boot müssen. Wenn das alles gelingt, kann wahr werden, wovon der renommierte Bildungsforscher John Hattie überzeugt ist: Heilbronn „can lead the world“, sagte er auf der landesweiten Schulleiterkonferenz auf dem Bildungscampus. Ein bemerkenswerter Auftrag an alle Verantwortlichen.
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